Urteil im Erbstreit soll am 5. Januar verkündet werden. Doch die nächste Auseinandersetzung bahnt sich schon an.

Arag-Chef Paul-Otto Faßbender wünscht sich einen Generalvergleich., um des Streit zu beenden.  Archiv
Arag-Chef Paul-Otto Faßbender wünscht sich einen Generalvergleich., um des Streit zu beenden. Archiv

Arag-Chef Paul-Otto Faßbender wünscht sich einen Generalvergleich., um des Streit zu beenden. Archiv

Horst Ossinger/dpa

Arag-Chef Paul-Otto Faßbender wünscht sich einen Generalvergleich., um des Streit zu beenden. Archiv

Düsseldorf. Es ist der längste Prozess, der jemals vor dem Düsseldorfer Landgericht stattgefunden hat. Seit 33 Jahren streiten sich die Nachkommen des Arag-Gründers um das Erbe. Auch Mittwoch blieben die Fronten zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Paul-Otto Faßbender (70) und seiner Schwester verhärtet. Eine gütliche Einigung scheiterte. Darum hat das Gericht für den 5. Januar eine Entscheidung angekündigt.

„Als das Verfahren begann, waren meine beiden Beisitzerinnen noch nicht geboren“, erklärte die Vorsitzende Richterin Barbara Strupp-Müller zu Beginn. Rund 20 Millionen fordert Petra Faßbender aus dem Erbe. Zuletzt lag man angeblich nur noch fünf Millionen Euro auseinander. Doch dann verstarb der Rechtsanwalt, der den Vergleich ausgehandelt hatte.

Mittwoch sollte ein Gutachter klären, welchen Wert der Konzern im Jahr 1972 hatte. Denn damals starb Walter Faßbender, der Sohn des Firmengründers, der in seinem Testament verfügt hatte, dass die Arag in einer Hand bleiben soll. Petra Faßbender sollte angemessen entschädigt werden.

Auch das Testament der Mutter soll angefochten werden

Seitdem geht es darum, wie hoch diese Summe ausfällt. Was der Sachverständige Karl-Heinz Flaig zum damaligen Wert des Konzerns ausführte, stieß aber auf viel Kritik. Allerdings lagen für die Berechnungen, die sein an Demenz erkrankter Vorgänger angestellt hatte, bei weitem nicht alle erforderlichen Daten vor.

„33 Jahre Prozessdauer. Das ist eine Vergeudung von Ressourcen“, erklärte Paul-Otto Faßbender nach dem Ende der Verhandlung, „es ist Zeit für einen Generalvergleich, damit der Familienfrieden wiederhergestellt wird.“

Selbst wenn das Gericht sein Urteil gefällt hat, könnte diss nicht das letzte Kapitel der Auseinandersetzung gewesen sein. Denn im September vegangenen Jahres ist die Mutter der Geschwister verstorben. Die alte Dame hatte sich noch auf dem Sterbebett gewünscht, dass Paul-Otto und Petra Faßbender sich einigen. Sie hat ein Testament hinterlassen, in dem es ebenfalls um Anteile an dem Versicherungskonzern geht. Die Anwälte von Petra Faßbender kündigten Mittwoch an, dass sie auch dieses Testament anfechten wollen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer