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dpa

Düsseldorf. Die Brüder hatten sich einmal gut verstanden, doch als es um die Verteilung des Erbes ging, hörte die Freundschaft auf. Als die Mutter starb, hinterließ sie wertvolle Gemälde und rund 100 000 Euro. Am 12. Juni 2008 trafen sich die Brüder mit ihrer Schwester im Haus der verstorbenen Mutter, um über die Verteilung des Erbes zu sprechen.

Doch der Streit zwischen den Geschwistern eskalierte: Der Bruder ging mit einem Kochtopf auf Edward W. (47) los, schlug ihn mehrfach damit auf den Kopf und jagte den Mann durch das Haus bis auf die Straße. Schließlich konnte sich der Bruder in ein vorbeifahrendes Auto retten. Der Fahrer verständigte die Polizei.

Für die Attacke mit dem Kochtopf war der Bruder zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte alles gestanden. Er sei in tiefer Trauer über den Verlust seiner Mutter gewesen und habe sich selbst nicht wiedererkannt. Jetzt ging es vor dem Amtsgericht um seinen Kumpel Klaus D. (61), der den Kochtopfschläger vor der Polizei hatte schützen wollen und dessen Unschuld beteuert hatte.

Der Vorwurf gegen Klaus D.: Strafvereitelung. „In meinem Beisein ist nichts passiert. Was draußen war, interessiert mich nicht“, sagte er auch vor Gericht. Das Opfer Edward W. hielt dagegen: „Der Angeklagte blockierte die Tür. Mein Bruder sprang mir an den Hals, ich verlor einen Zahn. Dann schlug mich mein Bruder 20 mal mit dem Kochtopf“, sagte er.

Bruder versuchte, den Mann aus dem Auto zu zerren

Auch in den Schwitzkasten sei er genommen worden, obwohl sein Bruder von der Verletzung seines Rückens gewusst habe. Er sei schließlich nach draußen geflüchtet, der Bruder sei mit dem Topf hinterhergerannt. Ein Autofahrer erkannte die Situation und ließ Edward einsteigen. Der Bruder aber versuchte, ihn aus dem Wagen zu zerren.

Die Richterin wertete die Aussage des Angeklagten, in seinem Beisein sei nichts passiert, als unglaubwürdig. „Der Angreifer selbst hat die Tat gestanden“, sagte sie. Sie verurteilte Klaus D. wegen Strafvereitelung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung.

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