Durch Verlagerungen könnten hier Jobs entstehen. Durch Verluste aber auch Steuereinnahmen wegbrechen.

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Die Eon-Zentrale am Ehrenhof: Auch hierhin könnten Geschäftsbereiche verlegt werden. Archiv

Die Eon-Zentrale am Ehrenhof: Auch hierhin könnten Geschäftsbereiche verlegt werden. Archiv

BN

Die Eon-Zentrale am Ehrenhof: Auch hierhin könnten Geschäftsbereiche verlegt werden. Archiv

Düsseldorf. Die Sparpläne bei Eon, dem größten deutschen Energiekonzern, werden in Düsseldorf gespannt verfolgt. Weil der Atomausstieg und ein Preisverfall beim Erdgas auch dem Riesen zusetzen, wird bereits über die Aufgabe von Standorten und hunderten Arbeitsplätzen spekuliert. In Rede steht die Verlagerung von Geschäftsbereichen aus Hannover, Essen und München zur Konzernzentrale in Düsseldorf. Entschieden ist da noch nichts, nächste Woche tagt der Aufsichtsrat.

Eon ging 2000 aus der Fusion von Viag und Veba, die ihren Sitz am Golzheimer Karl-Arnold-Platz hatte, hervor. Der Konzern ist nach etlichen Zu- und Verkäufen immer noch so verschachtelt, dass selbst die Pressestelle in der Zentrale am Ehrenhof kaum genaue Mitarbeiterzahlen auf die Standorte in Deutschland zuordnen kann.

Der Energiehandel hat sich im Hafen etabliert

In der Zentrale der Holding am Eon-Platz sitzen rund 700 Mitarbeiter. Ebenfalls in der Landeshauptstadt beheimatet ist die internationale, wichtige Sparte Energie-Handel: etwa 1000 Mitarbeiter aus mehr als 40 Ländern stehen an der Holzstraße im „Capricorn“ für einen Umsatz von 48 Millionen Euro (2010). Und der Bereich Erneuerbare Energien sitzt im RWI-Komplex an der Völklinger Straße.

Nun könnten bald neue Sparten und Mitarbeiter dazu kommen. Dass ausgerechnet die ellipsenförmigen Ruhrgas-Hochhäuser in Essen, die erst 2010 für 200 Millionen Euro und 1800 Arbeitsplätze fertiggestellt wurden, aufgegeben werden, ist zwar praktisch ausgeschlossen. In der Sparte Gashandel indes könnte es einen Aderlass in Richtung Düsseldorf geben. In München, dem Sitz der Energie-Tochter, wird über eine mögliche Verlagerung von 400 Jobs spekuliert, weniger könnten in Hannover, bei der Kraftwerkssparte betroffen sein.

Genügend Büroraum gäbe es für Erweiterungen hier

Im Rathaus scharrt man deshalb noch nicht nervös mit den Hufen, ist aber vorbereitet: „Unser Kontakt mit einem so wichtigen Unternehmen ist stetig“, sagt Uwe Kerkmann, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, und: „Was auch immer entschieden wird: Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir hochinteressante Gewerbe-Immobilien für alle Fälle anbieten können.“ Das sind auch die großen Immobilienmakler. Marcel Abel von Jones Lang LaSalle sagt: „Die Nachfrage nach ein paar hundert Büro-Arbeitsplätzen könnte sofort auf höchstem Niveau befriedigt werden.“ Vor drei Jahren noch hatte sich Eon in der „Airport City“ 60 000 Quadratmeter reserviert, diese Option dann aber nicht gezogen.

Die Eon AG gilt als größter nichtstaatlicher Energiekonzern der Welt. Das Unternehmen mit 85 000 Mitarbeitern hat 2010 einen Umsatz von 93 Milliarden Euro gemacht.

Laut einem aktuellen Vorstandsbeschluss soll es ein hartes Spar- und Sanierungskonzept mit Standortschließungen geben. Nächste Woche werden Details erwartet.

Im Rathaus schaut man indes nicht nur erwartungsfroh auf mögliche Neuansiedlungen. Sondern sorgt sich auch um ausbleibende Gewerbesteuereinnahmen des Großzahlers. „Das würde uns sehr weh tun“, sagt CDU-Fraktionschef Friedrich Conzen, der zugleich betont, dass man Erweiterungen von Eon hier sehr begrüßen würde: „Da sind unsere Arme weit offen. Wir sind schon lange dankbar, was Eon alles für Düsseldorf tut, etwa im Museum Kunst Palast. “

Für wie wichtig man etwa die Ansiedlung der Energiehandelstochter im Hafen hielt, zeigt der Umstand, dass die Wirtschaftsförderer damals eine Task Force mit der Ausländerbehörde bildeten, damit die internationalen Mitarbeiter nur ja rasch und unkompliziert in Düsseldorf heimisch werden konnten.

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