Das neue Einkaufszentrum öffnet schrittweise im März. 300 Menschen arbeiten daran, dass der Zeitplan auch erfüllt wird.

Düsseldorf. Die letzten Wochen vor der Premiere sind immer am hektischsten. Im März wird das neue Einkaufszentrum an der Werdener Straße in Flingern eröffnen, bis dahin muss hier noch viel geschehen. Die WZ hat die Baustelle besucht, auf der zurzeit wuseliges Treiben herrscht.

Projektleiter Michael Bußkamp versucht hier, den Überblick zu behalten. "Das ist eine gewaltige Aufgabe", sagt der Mann aus Rhede, ohne seine niederrheinische Gelassenheit zu verlieren. Wie viele Menschen hier gerade arbeiten, kann er zunächst nicht genau sagen. Es müssen aber seiner Einschätzung nach über 300 sein. Zu den Bauarbeitern kommen noch die Mitarbeiter der künftigen Mieter, die teilweise schon damit begonnen haben, die Läden mit Waren zu bestücken.

Saturn und Praktiker öffnen versetzt, damit es nicht zu voll wird

Steht man im künftigen Praktiker-Baumarkt, fühlt der sich so groß an wie ein Fußballplatz. 9500 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen hier und nehmen das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes in Anspruch. Das ist groß für einen Baumarkt mitten in der Stadt, laut Bußkamp aber keine Ausnahme: "Die Zeit der Einkaufszentren auf der grünen Wiese ist vorbei. Die Projekte, die wir realisieren, findet man mehr und mehr in den Innenstädten."

Während auf der einen Seite der riesigen Halle schon fertig eingeräumte Regale mit Laminatplatten und Fußleisten stehen, sieht der Raum insgesamt noch sehr nach Rohbau aus. Dutzende von Handwerkern laufen scheinbar wild durcheinander.

Bei Saturn dagegen, das im Obergeschoss einzieht, ist schon ein Großteil der Waren aufgebaut, es riecht wie in einem frisch renovierten Haus. Am 11. März wird der Elektromarkt mit gut 2700 Quadratmetern eröffnen. Praktiker wird erst gut eine Woche später folgen. Damit wird es keine zentrale Eröffnungsfeier geben, aber das wäre auch nicht im Sinne der Großmieter gewesen: "Wenn Saturn hier eröffnet, dann ist der Parkplatz schon voll", erläutert Michael Bußkamp.

Schon Ende der 90er Jahre gab es mit Oronto einen Investor, ein Bebauungsplan wurde erstellt. Doch das Projekt wurde nicht realisiert.

Nach einer Zwangsversteigerung des Geländes mit der Ruine des niedergebrannten Teppich Frick kam Bewegung ins Projekt. Fordinvest ersteigerte das Areal zwischen Fichten-, Kiefer-, Erkrather und Werdener Straße für 6,7 Millionen Euro und verkaufte es später an die Ten Brinke Gruppe.

Die übrigen Geschäfte würden sich an die Ankermieter dranhängen, genaue Eröffnungstermine stehen noch nicht in jedem Fall fest. Zu den ersten wird wohl Lidl gehören, das ebenfalls einen überdurchschnittlich großen Markt im Obergeschoss eröffnet.

Dazu kommen noch eine Merkur Spielothek mit Bowlingbahn, zwei Bäcker, eine Apotheke, ein Friseur und ein "Chicken-King-Restaurant". Auch die Sparkasse , die zurzeit in provisorischen Containern auf der Erkrather Straße residiert, wird einziehen. Vier kleinere Läden für Gastronomie oder Dienstleister hat Bußkamp noch zu vermieten: "Das geht nach der Eröffnung sicher schnell."

Der Eigentümer rechnet mit über 5000 Kunden pro Tag

Wie berichtet, gibt es seit kurzem einen Namen für das Einkaufszentrum: "B 8 Center Flingern" ist ein Verweis auf den parallel laufenden Lastring. Viele sprechen bisher immer noch vom Oronto-Gelände in Anspielung auf einen vorherigen Investor (siehe Kasten).

Für den Stadtteil wird das B8 Center nicht nur Belebung bringen, sondern auch Verkehr. Mit über 5000 Besuchern am Tag rechnet Bußkamp, über 500 Parkplätze stehen an der Erkrather und auf dem Parkdeck im Obergeschoss zur Verfügung. Erreichbar sind beide Parkplätze auch von der Fichtenstraße. Auf dem großen Parkplatz werden in den kommenden Wochen noch 80 Bäume gepflanzt.

Gegenüber der Stadt hat der Investor Ten Brinke sich verpflichtet, auch in die Infrastruktur zu investieren. So wurde etwa ein U-Turn gebaut und die Kreuzung Fichten-/Werdener Straße neu gestaltet. 700 000 Euro hat die Firma für diese Maßnahmen ausgegeben.

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