Zehn Prozent aller Kinder werden zu früh geboren. Hoch ist das Risiko bei Mehrlingsgeburten. Für die Eltern eine besondere Belastung.

Susanne Adam (29) mit Tochter Sophie (drei Monate) und Tanja Flach (34) mit Sohn Hugo Maxime (vier Monate)
Susanne Adam (29) mit Tochter Sophie (drei Monate) und Tanja Flach (34) mit Sohn Hugo Maxime (vier Monate)

Susanne Adam (29) mit Tochter Sophie (drei Monate) und Tanja Flach (34) mit Sohn Hugo Maxime (vier Monate)

Arend

Susanne Adam (29) mit Tochter Sophie (drei Monate) und Tanja Flach (34) mit Sohn Hugo Maxime (vier Monate)

Düsseldorf. Stolz hält Susanne Adam (29) ihre kleine Tochter im Arm, streichelt und wiegt sie hin und her. In solchen Momenten vergisst die junge Mutter die bangen Wochen, als ihre kleine Sophie auf der Intensivstation um ihr Leben kämpfen musste. Sophie ist ein so genanntes "Frühchen", kam überraschend 14 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt.

"Sie war so klein, wie meine Hand. Und ich wusste erst gar nicht, wie ich mit ihr umgehen soll", erzählt Susanne Adam. Hilfe im Umgang mit ihrer winzigen Tochter bekamen die Eltern daher zuerst auf der Intensivstation und später auf der Frühgeborenen-Station der Uni-Klinik. Und auch heute noch, drei Monate nach dem eigentlichen Geburtstermin, kommt Susanne regelmäßig mit Sophie in die Kinderklinik, nimmt am Kurs "Frühstart" teil.

In der Gruppe treffen sich Mütter und Väter frühgeborener Kinder, tauschen sich aus und erhalten vom Klinikteam Tipps zur richtigen Förderung ihrer "Frühchen". Denn diese benötigen oft mehr Aufmerksamkeit und Betreuung als normal geborene Kinder. Professor Thomas Höhn, Neonataloge an der Uni-Klinik: "Wir versuchen zwar die Trennung von Eltern und Kindern so gering wie möglich zu halten. Doch durch die lange Zeit im Brutkasten ist die Beziehung oft gestört."

Zudem mussten viele der Babys aufgrund ihrer Unreife bereits etliche Operationen und Untersuchungen über sich ergehen lassen, reagieren daher auf Berührungen besonders empfindlich. Und so gehören auch spezielle Baby-Massagen zum "Frühstart"-Kurs der Klinik. Kursleiterin Margit Holtschlag: "Wir bieten das Programm bereits seit zwei Jahren an. Doch die Nachfrage wird immer größer." Kamen vor zehn Jahren nur fünf bis sieben Prozent aller Kinder zu früh zur Welt, sind es heute bereits zehn Prozent. Tendenz steigend. Höhn: "Das liegt auch an der starken Zunahme der Mehrlings-Schwangerschaften." Denn schon bei Zwillingen liegt das Risiko einer Frühgeburt bei 50, bei Drillingen sogar bei fast 100 Prozent.

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