Die Wellness-Oase kommt, aber ohne Stege. Derzeit liegt der geänderte Landschaftsplan bei der Stadt aus.

Unterbach
Traumhaft schön ist der Naturschutzbereich am Elbsee. Und das soll auch so bleiben.

Traumhaft schön ist der Naturschutzbereich am Elbsee. Und das soll auch so bleiben.

Stefan Arend

Traumhaft schön ist der Naturschutzbereich am Elbsee. Und das soll auch so bleiben.

Düsseldorf. Eigentlich wollte die Firma Theune Spa ihre Wellnessoase am Elbsee schon im Jahr 2014 eröffnen. Jetzt kündigt sie den Eröffnungstermin für 2016 an. Die letzte Klippe vor dem Bauantrag: Bis zum 30. Juni sind die Änderungen im Landschaftsplan, der das Miteinander von Sport, Erholung und Naturschutz am Elbsee regeln soll, noch einmal in den Räumen des Gartenamtes an der Kaiserswerther Straße öffentlich einzusehen. Kommen keine Einwände mehr und die Bezirksregierung segnet den Landschaftsplan ab, kann der Bauantrag gestellt werden.

Die Seenplatte im Osten der Stadt mit Unterbacher See, Elbsee, Menzelsee und Dreiecksweiher war seit den 1920er Jahren durch Auskiesung entstanden. Den Anfang machte der Unterbacher See, der sich nach dem Ende des Kiesabbaus zu einem stark frequentierten Naherholungsgebiet mit vielen Freizeitmöglichkeiten wie Schwimmbädern und Bootsbetrieb entwickelte. 1949 war die Auskiesung am Dreiecksweiher abgeschlossen, seit 1984 steht der See und seit 1993 der angrenzende Wald mit Teilen des Elbsees unter Naturschutz.

Die Auskiesung des Elbsees war an seinem nördlichen Ende 2005, die folgende Renaturierung 2006 abgeschlossen. Im Südosten des Elbsees wurde noch länger ausgekiest, inzwischen siedelten sich dort die Kanuten und Taucher vom Menzelsee an. Der Menzelsee wurde Anglerparadies. Nach der Rekultivierung war das Nordufer des Elbsees für den Sport vorgesehen.

Auch seltene Tierarten haben den See für sich entdeckt

Doch nun schlugen die Naturschützer Alarm. Denn in der kalkreichen, nährstoffarmen Flachwasserzone und auf der kleinen Insel im See hatte sich eine schützenswerte Fauna und Flora herausgebildet – als Rückzugsraum für viele vom Aussterben bedrohte Vogel- und Pflanzenarten. Seit 2010 steht dieser Bereich vorbeugend unter Naturschutz – im neuen Landschaftsplan soll diese Regelung nun Rechtskraft bekommen.

Um eine klare Grenze zwischen dem Wassersportzentrum mit Anglern, Kanufahrern, Tauchern, Windsurfern und dem Naturschutz zu ziehen, wurde das Naturschutzgebiet im Süden des Sees verkleinert, der Norden dagegen bleibt Tabuzone. Für die Angler gibt es am Nordostufer und am Ostufer ausgewiesene Angelplätze. Außerdem soll das Angeln von Booten aus möglich sein.

Die Wellnessoase ist nicht im Landschaftsplan ausgewiesen. Sie liegt auf dem Gelände des ehemaligen Elbseekieswerks und das Areal liegt außerhalb von Landschafts- und Naturschutz. Und darf folglich bebaut werden.

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