Die Session steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Die Prinzen feierten italienisch und in der Philipshalle durften die Kölner ran.

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Die drei Damen von Appassionante holen zur Figaro-Arie Jobsi Driessen, den Chef des Prinzenclubs, auf die Bühne.

Die drei Damen von Appassionante holen zur Figaro-Arie Jobsi Driessen, den Chef des Prinzenclubs, auf die Bühne.

Die drei Damen von Appassionante holen zur Figaro-Arie Jobsi Driessen, den Chef des Prinzenclubs, auf die Bühne.

Düsseldorf. Lackschuhkarneval und Dolce Vita: Das passt zusammen, dachte sich der Prinzenclub unter seinem Präsidenten Jobsi Driessen und lud beim Prinzenball zur italienischen Nacht. Der Rheinlandsaal des Hilton war mit venezianischen Stadtansichten dekoriert, Prinz Dirk steckte Driessen als seinem Paten auf der Bühne einen Ring an den Finger, und dieser wiederum ließ seine Verbindungen spielen und presste der Küche des Hilton, die in den vorigen Jahren ungefähr so flexibel war wie die Kurie in Rom, tatsächlich eine neue Speisekarte ab. Statt Lachs & Co. gab’s Rucola, Saltimbocca und getrüffelte Pasta.

Das Programm huldigte Klassik, Pop und Schlager. Die drei Grazien von Appassionante trieben Verdi-Arien in unerhörte Höhen, und kurz nach 23 Uhr kamen Ricchi e Poveri auf die Bühne, um Hits wie "Ciao Italy, ciao amore" oder "Sarà perché ti amo" zu singen. Beim anschließenden Tanztumult musste man um die Sängerinnen von Appassionante fürchten, sie drohten zwischen erhitzten Rheinländern aufgerieben und eingeschmolzen zu werden wie Parmesan im Risotto.

Ihren Spaß hatten unter anderem OB Dirk Elbers sowie die Bürgermeisterinnen Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Gudrun Hock, Werner Dornscheidt (Messe), Christoph Blume (Flughafen) und Peter Fröhlich (Stadtsparkasse). Jürgen Marbach, ehemals Chef von LTU, war ebenso im Saal wie Achim Hunold, der seine Air Berlin als Großsponsor einbrachte.

Den ersten Preis, eine einwöchige Reise an die Amalfi-Küste, loste Glücksfee Astrid Elbers ausgerechnet ihrem Dirk zu. Ähnliches Talent hatte Kunstliebhaber Wolfgang Schulhoff: Der Handwerkskammerpräsident ist nun Besitzer der Bronzestatue "Deux Chevaux" von Stefan Sous (Erbauer der Lichtbänke im Hofgarten).

Die Lachende Philipshalle zieht Narren aus Köln und Düsseldorf an

Im Parkett sitzt eine Männergruppe in Ganzkörperkostümen als Kölschstangen unweit von zwei Herren, die als Löwensenftuben mit Senfkleckshüten unterwegs sind. Die Lachende Philipshalle ist traditionell der rheinische Schmelztiegel für Narren aus Düsseldorf, Köln und allem, was so drumherum liegt.

Karnevalistisch ging es auch am Sonntagnachmittag weiter - mit einem Gottesdienst für Jecken in der Kirche St. Antonius am Fürstenplatz.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde Hille Erwin ausgezeichnet. Von der Funkenartillerie "Rot-Wiss" bekam die Vorsitzende des Fördervereins Düsseldorfer Karneval die Leo-Statz-Plakette.

Mehrere tausend Narren feiern am Samstag zu Musik von Brings, Alt Schuss, den Höhnern und lachen mit Bernd Stelter und dem Rumpelstilzche. "Super, dass es überwiegend kölsches Programm ist", sagt Manuela Rüttger aus Erkrath. Naja. Immerhin ist die 32-Jährige mit ihrem Kostüm als Schneekönigin ganz weit vorn - selbst unter den ohnehin stets gut ge- und verkleideten Jecken bei der Sitzung. Extra hatte sie ein Hochzeitskleid ersteigert, das passenderweise mit Schneekristallen aus Pailletten bestickt ist. "Nur den Fellmantel und die Mütze dazu musste ich selbst schneidern", sagt Manuela.

Gut sind aber bei der Lachenden Philipshalle nicht nur das Mega-Programm mit fast allen Stars vom Rhein und die Kostüme, sondern vor allem das Essen. Das wird selbst mitgebracht, und so stehen in den Gängen Bollerwagen mit Bierfässern, gehen Plastikdosen mit Käsespießchen und Würstchen durch die Reihen.

Schunkeln macht eben hungrig. "Ich habe heute stundenlang Frikadellen gerollt", sagt Ingeborg Mey (53) aus Duisburg. "Voriges Jahr war ich zum ersten Mal in der Lachenden Philipshalle und wollte diesmal besser vorbereitet sein." Jetzt hat sie sogar noch die Gäste in der Sitzreihe hinter ihr versorgt.

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