Skurriler Prozess um den Indianer-Chef. Er verklagt die Eisenbahnsportler.

Heinrich Oehm wehrt sich gegen den Rauswurf beim Eisenbahner Sportverein.
Heinrich Oehm wehrt sich gegen den Rauswurf beim Eisenbahner Sportverein.

Heinrich Oehm wehrt sich gegen den Rauswurf beim Eisenbahner Sportverein.

Michaelis

Heinrich Oehm wehrt sich gegen den Rauswurf beim Eisenbahner Sportverein.

Düsseldorf. Heinrich Oehm hat das Kriegsbeil ausgegraben. Der Chef der Yellowstone-Indianer hat den Eisenbahner Sportverein (ESV) verklagt, der sich mit dem Western-Club das Vereinsheim am Flinger Broich teilt und auch Vermieter ist. Nazi-Schmiereien im April vergangenen Jahres ließen den seit Jahren schwelenden Streit zwischen den beiden Clubs eskalieren. Oehm, der auch Mitglied bei den Eisenbahnern ist, wurde vom ESV ausgeschlossen. Dagegen wehrte sich der Indianer-Chef am Donnerstag vor dem Amtsgericht.

Angeblich soll Oehm sich negativ über den ESV-Vorstand geäußert haben. Als Polizei und Staatsschutz nach den Nazi-Schmiereien ermittelten, soll der Yellowstone-Vorsitzende ein Vorstandsmitglied der Eisenbahner als mutmaßlichen Täter genannt haben. Auf einem Video, das von der Überwachungskamera aufgezeichnet wurde, sei die Person klar zu erkennen gewesen.

Belastendes Video darf nicht verwendet werden

Allerdings: In einem anderen Zivilprozess wurde entschieden, dass die Video-Aufnahmen der Kamera nicht verwendet werden dürfen, denn sie waren nicht nur auf das Vereinsgelände, sondern auch auf die Straße gerichtet. Darum stellte der Verfassungsschutz die Ermittlungen gegen das ESV-Vorstandsmitglied ein. Immerhin hatte der Verein die Nazi-Schmiereien damals „aufs Schärfste“ verurteilt.

Die Eisenbahner jedenfalls zogen ihre Konsequenzen und warfen Oehm wegen „vereinsschädigendem Verhalten“ raus. Über die Klage des Indianer-Chefs wurde allerdings am Donnerstag erst gar nicht verhandelt. Denn parallel läuft ein Zivilverfahren, bei dem es darum geht, ob der ESV-Vorstand überhaupt rechtmäßig gewählt worden ist. Wenn nicht, dann wäre auch Oehms Ausschluss unrechtmäßig.

Darüber wird am 26. Februar verhandelt. Den Ausgang des Prozesses will der Zivilrichter abwarten, dann könnte sich die Klage des Yellowstone-Vorsitzenden von selbst erledigt haben. Der Streit zwischen den beiden Vereinen dürfte damit nicht beendet sein.

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