Die Aktion sei keine Show als Reaktion auf Silvester gewesen – und er gibt Hinweise auf die Ziele von „Casablanca“.

Die Aktion sei keine Show als Reaktion auf Silvester gewesen – und er gibt Hinweise auf die Ziele von „Casablanca“.
Frank Kubicki hat die Razzia in Klein-Marokko geleitet.

Frank Kubicki hat die Razzia in Klein-Marokko geleitet.

Polizei

Frank Kubicki hat die Razzia in Klein-Marokko geleitet.

Düsseldorf. Für große Verunsicherung hat die Großrazzia in Klein-Marokko am vorvergangenen Wochenende in Oberbilk gesorgt – das wurde am Dienstagabend in der Sitzung der zuständigen Bezirksvertretung 3 deutlich. Zu Gast war der Einsatzleiter, Kriminaldirektor Frank Kubicki. Und er beruhigte: „Nein, dieses Viertel ist kein gefährlicher Ort und schon gar keine No-Go-Area.“ Er widersprach aber auch dem Eindruck, die Razzia sei eine Show-Veranstaltung nach Silvester gewesen.

Für Dezember war die Aktion an der Ellerstraße ursprünglich geplant gewesen, erklärt Kubicki. Doch er bekam die nötigen Hundertschaftskräfte nicht. Der Januartermin habe vor Silvester gestanden. Zudem handele es sich bei den Tätern von Köln und Düsseldorf wohl um „einen anderen Personenkreis“ als die „Casablanca“-Verdächtigen: Nur bei 15 der 96 angezeigten Übergriffe in der Silvesternacht seien auch Taschendiebstähle angezeigt worden. „Das heißt: 80 sind reine Sexualstraftaten.“

Und: Unter den bisher ermittelten Verdächtigen sind lange nicht nur Nordafrikaner. In dem Analyseprojekt indes gehe es eben vor allem um Diebstahlsdelikte: 73 Prozent der Taschendiebstähle in der Altstadt würden von Nordafrikanern begangen.

Es gehe darum, „Bandenstrukuren“ aufzudecken

Parteiübergreifend hakten die Bezirksvertreter nach, was die Razzia denn nun gebracht habe und was gegen die Täter getan werde. Wie schon in der Vergangenheit betonte Kubicki, es gehe darum, Strukturen aufzuklären – nicht um konkrete Festnahmen wegen einzelner Straftaten. Konkret wurde Jürgen Bielor von der zuständigen Polizeiinspektion Mitte: „Auch wir sind immer wieder enttäuscht, wenn wir Täter dem Haftrichter vorführen wollen, der Staatsanwalt keinen Haftgrund sieht und sie wieder laufen lässt.“

Deshalb, so erklärt Kriminaldirektor Kubicki, gehe es den Ermittlern darum „Bandenstrukturen aufzudecken“, um dann ganz andere polizeiliche Maßnahmen treffen zu können. Sprich: Wenn man einem Täter oder einer Gruppe statt einzelner Bagatelldelikte gleich eine ganze Bandbreite von Straftaten und dazu eine organisierte Struktur nachweisen kann, ist die Chance auf die volle Härte der Justiz auch größer. Ein Hinweis auf das, was aus den „Casablanca“-Daten werden könnte.

© WhatsBroadcast

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