Die Katzen – im Tierheim gibt es zeitweise mehr als 200 – liegen Monika Piasetzky sehr am Herzen. Archiv
Die Katzen – im Tierheim gibt es zeitweise mehr als 200 – liegen Monika Piasetzky sehr am Herzen. Archiv

Die Katzen – im Tierheim gibt es zeitweise mehr als 200 – liegen Monika Piasetzky sehr am Herzen. Archiv

J. Michaelis

Die Katzen – im Tierheim gibt es zeitweise mehr als 200 – liegen Monika Piasetzky sehr am Herzen. Archiv

Düsseldorf. Monika Piasetzky, die neue Vorsitzende des Tierschutzvereins, hat im Tierheim schon vieles erreicht.

Frau Piasetzky, Sie leiten jetzt seit einem halben Jahr den Düsseldorfer Tierschutzverein. Und hatten viele Ideen. Hat sich denn schon etwas getan?

Monika Piasetzky: Ich habe mich wenig gelangweilt! Im Tierheim hat sich viel getan. Wir haben zwischen Frühjahr und Herbst immer sehr viele Katzen und brauchen für sie Platz. Im vergangenen Jahr hatten wir zeitweise über 200 Katzen, die mussten wir zum Teil sogar in eine Katzenpension auslagern. Der Grund ist natürlich unter anderem, dass ein Gesetz zur Kastration von freilaufenden Katzen noch immer fehlt. Wir haben jetzt Außengehege für die Katzen geschaffen.

Wie haben Sie das denn geschafft? Sie haben doch chronische Platznot an der Rüdigerstraße.

Piasetzky: Die Quarantänestation für Kaninchen musste in Container ausgelagert werden. Aber das ist auch nur eine Übergangslösung. Unsere Planung ist, dass im Frühjahr alle gesunden Kaninchen in Freilandhaltung kommen. So schaffen wir Platz im Kleintierhaus.

Monika Piasetzky hat im vergangenen Jahr den Vorsitz des Tierschutzvereins übernommen. Sie kam zum Tierschutz über ihr Engagement zum Schutz der Tauben und gründete den Verein Stadttiere.

Der Tierschutzverein wurde vor genau 140 Jahren als Verein „Fauna“ gegründet. Das Tierheim entstand nach dem Zweiten Weltkrieg an der Rüdigerstraße. Der Verein ist erreichbar unter Tel. 13 19 28.
 

Das Tierheim wehrt sich ja schon seit einiger Zeit immer lauter gegen eine Käfighaltung bei Kaninchen.

Piasetzky: Wir werden in Zukunft sogar ausschließlich in Gehegehaltung vermitteln. Wir wollen selbst nicht ins Gefängnis – aber bewegungsfreudige Haustiere sperren wir ein. Das ist paradox. Man braucht aber nicht unbedingt einen Garten. Ein Gehege kann man auch in der Wohnung anlegen. Wir geben da gerne Tipps. Fest steht: Wir werden nach der Vermittlung eines Tiers auch Kontrollen machen – zusammen mit Ehrenamtlern.

Das heißt, Sie wollen nicht nur vermitteln um jeden Preis, sondern auch nachhaltig dafür sorgen, dass es dem Tier im neuen Zuhause gutgeht?

Piasetzky: Das Tier steht im Mittelpunkt. Wir haben seit November deshalb auch eine Hundetrainerin im Tierheim, die den Tieren Grundgehorsam beibringt und mit potenziellen Besitzern zusammenarbeitet. Es muss passen – das ist ganz wichtig. Wir wollen den Hund ja nicht wiederhaben! Die Trainerin steht auch nach der Vermittlung noch als Ansprechpartnerin bereit.

Kann man auch bei den Katzen – Ihren besonderen Sorgenkindern – etwas Vergleichbares tun, um dafür zu sorgen, dass sie einfacher zu vermitteln sind?

Piasetzky: Wir haben das Projekt Katzenstreichler eingeführt. Bei den Hunden gibt es ja schon ehrenamtliche Gassigeher, die unsere Hunde spazieren führen. Aber die Katzen sitzen nur dumm herum. Also haben wir Menschen gesucht, die sich mit ihnen beschäftigen. Zehn kommen jetzt regelmäßig. Sie gewöhnen die Tiere auch wieder an menschlichen Kontakt – das macht die Vermittlung leichter. Man darf ja nicht vergessen: Diese Tiere haben alle ein Schicksal hinter sich und müssen oft erst wieder vertrauen lernen.

Haben Sie selbst in diesem halben Jahr solche schweren Tierschicksale miterlebt?

Piasetzky: Reichlich. In einem Fall haben wir 60 Katzen aus einem Messie-Haus geholt. Die mussten alle entwurmt werden, viele hatten Katzenschnupfen, andere waren unterernährt. Manchmal können die Besitzer aber auch gar nichts dafür. Wir hatten einen Chihuahua hier, dessen Besitzer im Urlaub waren – und derjenige, der sich um das Tier kümmern sollte, hat es schlicht nicht getan. Der Hund war sechs Tage lang unversorgt.

Frustrieren solche Erlebnisse Sie als Tierschützerin? Oder sind sie eher Motivation?

Piasetzky: Ich habe immer Hoffnung. Wir können nicht die Welt retten – aber kleine Verbesserungen erzielen. Es ist unsere Aufgabe als Tierschutzverein, Menschen aufzuklären.

Wie wollen Sie das erreichen?

Piasetzky: Als nächstes werden wir unsere Internetseite erneuern. Das soll der große Wurf werden. Dort finden Tierliebhaber dann auch alles über artgerechte Haltung. Und Infos zu jedem Tier im Tierheim.

Gibt es weitere Projekte, um das Thema Tierschutz mehr in die Öffentlichkeit zu tragen?

Piasetzky: Wir wollen einen Tierschutzlehrer einstellen, der mit Jugendlichen in den Düsseldorfer Schulen zu dem Thema arbeitet. Aber da stehen wir noch ganz am Anfang. Wir haben uns vorgenommen: Ein Projekt im Jahr soll umgesetzt werden.

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