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Volker Hartmann

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Düsseldorf. Dennis M. ist einsam und leidet unter Depressionen. Ein paar Monate lang erlebte der 38 Jahre alte Frührentner allerdings Glücksgefühle. Immer dann, wenn er ein Paket in Empfang nahm. Genau 201 Mal hatte er Schmuck im Internet bestellt und nicht bezahlt. Dabei entstand ein Schaden von mehr als 53 000 Euro. Montag musste er sich dafür vor dem Düsseldorfer Amtsgericht verantworten.

Immer bei der gleichen Firma hatte Dennis M. im Internet Armbänder, Ketten und anderen Schmuck gekauft. Die einzelnen Sendungen hatten einen Wert zwischen 70 und 280 Euro. Bezahlt hat der Frührentner nie.

Dennis M. ging ziemlich raffiniert vor. Beim Kauf meldete er sich mit falschen Namen an. Dann gab er verschiedene Adressen in einer Ratinger Hochhaussiedlung an. „Über das Internet konnte ich verfolgen, wo die Sendungen gerade waren“, erklärte der Angeklagte, „ich wusste dann, wann der DHL-Bote kam.“ Dann wartete der 38-Jährige vor dem Haus, um den Schmuck in Empfang zu nehmen. Mehr als ein halbes Jahr lang klappte die Masche, bis man dem Frührentner auf die Schliche kam.

Der meiste Schmuck wurde an Internet-Bekannte verschenkt

In seinem Geständnis sagte Dennis M., dass er unter Kaufsucht leide und keine Freundin habe: „Ich hatte Glücksgefühle, immer wenn ein Paket kam.“ Den Schmuck behielt der Angeklagte auch nicht für sich, sondern verschenkte den größten Teil an Damen, die er im Internet kennen gelernt hatte. Doch auf die große Liebe wartet der einsame Frührentner bis heute.

Nach seiner Scheidung stürzte der 38-Jährige wegen seiner Alkoholsucht völlig ab. Inzwischen ist er trocken und hat wieder eine Wohnung. Da Dennis M. nicht vorbestraft ist, kam er mit einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren Haft davon.

© WhatsBroadcast

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