In einer achtteiligen Schulungsreihe bringt die Imkerei „Lecker Honig aus Düsseldorf“ Interessierten das Imkern bei. Das Hobby wird inzwischen immer beliebter.

In einer achtteiligen Schulungsreihe bringt die Imkerei „Lecker Honig aus Düsseldorf“ Interessierten das Imkern bei. Das Hobby wird inzwischen immer beliebter.
Hela Mikkin und Dieter Weinkauf hatten jede Menge Beispiele mitgebracht, was man aus Honig alles machen kann.

Hela Mikkin und Dieter Weinkauf hatten jede Menge Beispiele mitgebracht, was man aus Honig alles machen kann.

Judith Michaelis

Hela Mikkin und Dieter Weinkauf hatten jede Menge Beispiele mitgebracht, was man aus Honig alles machen kann.

Düsseldorf. Als die Kinder von Karin Wolter und Dieter Weinkauf erwachsen wurden und ausgezogen, suchten sich die beiden ein ausgefallenes Hobby. Langeweile kommt nicht auf, denn vor vier Jahren widmeten sie sich der Imkerei. Es mag überraschend klingen, aber tatsächlich kann jeder, der möchte, selbst Imker werden, seine eigenen Bienen züchten und eigenen Honig herstellen. Was man dazu benötigt und wie viel Arbeit dahinter steckt, verriet das Ehepaar am Samstag etwa einem Dutzend Interessierter, die in die Cafeteria HuB Drei gekommen waren.

Die beiden wissen, wovon sie reden: Vor vier Jahren begannen sie mit zwei Bienenvölkern. Heute sind es 38. Ein Volk beherbergt je nach Jahreszeit zwischen 4 000 und 40 000 Tiere. Die weit verbreitete Angst vor Stichen und Attacken, das stellt Karin Wolter gleich klar, ist unbegründet: „Bienen sind ganz liebe Tiere, die im Grunde nur spielen wollen und niemandem etwas zuleide tun, der sie mit Respekt behandelt“.

Inzwischen wissen Wolter und Weinkauf, wie sie ihre Bienen pflegen müssen, damit es ihnen gut geht. Unter idealen Lebensbedingungen produzieren die fleißigen Insekten außerdem jede Menge Honig. Pro Volk können im Jahr bis zu 30 Kilogramm davon produziert werden. „Sie glauben gar nicht, wie viele Familienmitglieder dann auf einmal vor der Tür stehen, um sich ihr Glas mit selbst gemachtem Honig abzuholen“, sagt Weinkauf.

Auch Cremes und Salben stellen sie inzwischen aus den Erzeugnissen der Insekten her. Um ihr Wissen über das Imkern weiterzugeben, bieten sie nun eine Schulungsreihe für Nachwuchs-Imker an. Unter dem Motto „Einfach Imkern“ können Interessierte an insgesamt acht Schulungstagen zwischen März und November lernen, wie man Bienenvölker pflegt und züchtet und was man sonst über die Tiere wissen sollte. Jeder der Schulungstage dauert etwa zwei Stunden.

Am ersten Tag etwa bekommen die Teilnehmer eine Einführung in die Bienenhaltung und erfahren alles rund um die Imkerausrüstung und die benötigten Materialien. Ab dem zweiten Treffen beschäftigen sich die Teilnehmer dann direkt mit den Bienenvölkern. Weiterhin wird vermittelt, wie man die Völker gut durch das Frühjahr bringt, wie man Ableger bildet, also neue Völker heranzüchtet, wie man sie einwintert und wie man ihren Honig erntet. Im Laufe der Schulung haben die Teilnehmer die Möglichkeit, einen Ableger zu kaufen und somit ihre eigenen Bienenvölker zu züchten. Bis zu 24 solcher Völker kann man in Deutschland pro Person hobbymäßig halten.

Am Ende gibt es ein Zertifikat vom Kreisimker-Verein

Im Anschluss an die acht Veranstaltungen erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat, das vom Kreisimker-Verein ausgestellt wird. Wer sich eigene Bienenvölker halten möchte, muss diese dann lediglich beim örtlichen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse anmelden.

Während der Schulungen bekommen die Teilnehmer einen Imkerhut zum Schutz, sofern sie ihn möchten. Man braucht ihn allerdings nicht, verrät Dieter Weinkauf: „In all den Jahren ist bei uns nie ein Besucher gestochen worden. Selbst Klassen von Kindern haben uns besucht.“ Grundsätzlich kann zwar jeder Imker werden, man sollte nur genug Zeit mitbringen und sich der Verantwortung bewusst sein. So muss man während der Frühlings- und Sommermonate etwa alle sieben Tage zur Schwarmkontrolle. Nur bei regelmäßiger und gewissenhafter Pflege entstehen gesunde Bienenvölker. Einen zwei-wöchigen Urlaub kann ein Imker nur im Winter antreten.

Hinzu kommen jährliche Kosten von etwa 100 Euro neben den Erstanschaffungskosten von etwa 155 Euro und Futter in Form von Zuckersirup. Wenn man den Dreh dann raus hat, bekommt man einen einmaligen Einblick in eines der kleinsten Naturspektakel: „In einem Bienenvolk herrscht ein wahres Matriarchat. Die Bienen bei der Arbeit und im Umgang miteinander zu beobachten, ist wahnsinnig faszinierend“, sagt Wolter. Ein Volk kann sich zum Beispiel gegen seine Königin entscheiden und sich eine neue heranziehen. Ein Bienenvolk sei ein perfekt funktionierender und intelligenter Organismus.

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