Die Stiftung der Nervenärztin Karin Witt hilft Frauen und Kindern in Not. Ab Januar finanziert sie ein Babycafé für Mutter und Kind.

Karin Witt hat keine Erben. So gründete sie mit ihrem Ersparten eine gemeinnützige Stiftung.
Karin Witt hat keine Erben. So gründete sie mit ihrem Ersparten eine gemeinnützige Stiftung.

Karin Witt hat keine Erben. So gründete sie mit ihrem Ersparten eine gemeinnützige Stiftung.

Sergej Lepke

Karin Witt hat keine Erben. So gründete sie mit ihrem Ersparten eine gemeinnützige Stiftung.

Düsseldorf. Mit zwölf Jahren sah Karin Witt einen Film über Albert Schweitzer und war begeistert. Sie wollte auch Gutes tun. Als Erwachsene leitete sie Erste-Hilfe-Kurse im DRK und nahm Abschlussprüfungen für die Altenpflegeausbildung ab. Vor fünf Jahren gründete sie die Karin-Witt-Stiftung mit einem Stammkapital von 100 000 Euro. Gutes zu tun sei ihre Devise. Sie unterstützt Mütter von gesunden oder behinderten Kindern, minderjährige Mütter, Frauen mit Schwangerschaftsdepressionen und Kinder mit Entwicklungsstörungen. Als pensionierte Nervenärztin weiß sie, woran es fehlt.

Wir besuchten die Unterrather Ärztin in ihrem Elternhaus am Sperlingsweg. Die Siedlung mit den vielen Vogelnamen heißt bei den Anliegern noch heute „Feuerwehrsiedlung“ - nach ihrem Vater Ernst Witt. Der war bei der Feuerwehr und half, die Siedlung aufzubauen. Zu dessen hundertsten Geburtstag widmete ihm das Unterrather Heimatblatt einen Bericht. Auch er kümmerte sich um seine Mitmenschen.

Karin Witt, Jahrgang 1940, fing nach dem Krieg klein an, studierte schließlich Medizin und wurde Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Zeitweilig führte sie eine eigene Praxis. Nach der Pensionierung verfasste sie noch Gutachten. Ein Leben lang lernte sie auf diese Weise die Not anderer Menschen kennen. Da die Ärztin keine Erben hat, kam 2008 die Idee einer selbstständigen Stiftung.

Jedes Jahr weist sie nur zu gern die Gemeinnützigkeit ihrer Stiftung nach. Das ist wichtig, denn die Stiftungsgelder setzen sich aus den Zinsen des Sockelbetrags zusammen, der nicht angetastet werden darf. Da Karin Witt nicht nur gutherzig, sondern auch klug ist, kaufte sie Aktien mit Dividenden. Bislang mit Erfolg. Es gab regelmäßig Ausschüttungen. So könne sie ihre Projekte finanzieren.

„Die Stiftung will nicht den sozialen Einrichtungen die Arbeit abnehmen“, sagt sie. Sie wolle lediglich „Lücken“ schließen und dort fördern, wo es sonst keine Möglichkeiten gibt. Immer geht es ihr um Frauen mit Kindern.

Eine Hebamme wird für das Babycafé engagiert

Infos zum Projekt der Stifterin Karin Witt gibt es unter der Telefonnummer 17400.

Im Augenblick ist Karin Witt Feuer und Flamme für ein Babycafé. Es startet am 12. Januar im Rather Familienzentrum, Rather Kreuzweg 43. Die Stifterin erklärt: „Schwangere sowie Mütter mit Babys sind willkommen. Sie erhalten kompetente Beratung, können Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Es geht um das Stillen, das Fläschchen und den ersten Brei, aber auch um Kontakte.“

Karin Witt machte sich in Kitas schlau, stieß beim ASG Familientreff in Rath auf die Diplom-Sozialarbeiterin Monika Reckmann sowie auf die Hebamme Birgit Wurzler.

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