Callshop-Radio sendet seit diesem Jahr aus einem kleinen Studio an der Erkrather Straße. Die Live-Shows können auf der Internetseite auch später noch nachgehört werden.

Kasper van de Water im Studio, an den Plattentellern.
Kasper van de Water im Studio, an den Plattentellern.

Kasper van de Water im Studio, an den Plattentellern.

Der Radiomacher Kasper van de Water vor dem Eingang zum Radiosender an der Erkrather Straße.

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Kasper van de Water im Studio, an den Plattentellern.

Musik ist die große Leidenschaft von Kasper van de Water. Die lebte der 25-jährige Düsseldorfer schon als Saxofonist in einer Band und seit einigen Jahren als DJ aus. Und neuerdings auch als Radiomacher. Callshop-Radio heißt der Sender, der seit April dieses Jahres aus einem zehn Quadratmeter großen Studio am Worringer Platz sendet. „Ich wollte immer Radio machen“, sagt der Student.

Radio nach dem Vorbild von NTS Radio und Redlight Radio. Die Radiostationen sind seit einigen Jahren auf Sendung und haben weltweit eine wachsende Fangemeinde. So sendet NTS Radio mittlerweile nicht nur aus dem Hauptstudio in London, sondern auch aus LA, Shanghai und Manchester. Redlight Radio entstand 2010 im Amsterdamer Rotlichtviertel. Beide Online-Sender geben DJs die größtmögliche Freiheit bei der Gestaltung ihrer Shows.

„Wenn man im Club auflegt, kann man davon meistens ja nur träumen. Da ist man an die Vorgaben des Veranstalters gebunden“, erklärt Kasper. Vor zwei Jahren wurden seine Pläne dann konkreter. „Da habe ich begonnen, mir ein Konzept zu überlegen. Woran es dann aber lange haperte, waren passende Räumlichkeiten.“

Die passenden Räume fanden sich bei „punktkommastrich“

Im vergangenen Jahr eröffnete sein Bruder Kilian, der als Grafiker arbeitet, gemeinsam mit anderen Kreativen das Atelier „punktkommastrich“ an der Erkrather Straße. „Das war dann der endgültige Anstoß, die Idee umzusetzen.“ Auf 220 Quadratmetern arbeiten hier rund ein Dutzend Kreative, darunter freie Künstler, Grafiker und Bildhauer. Im Innenhof findet Kasper den geeigneten Platz für seine Radio-Idee. „Ursprünglich sollte das Atelier Callshop heißen. Als sich die anderen dann dagegen entschieden haben, konnte ich den Namen für das Radio nutzen.“ Schließlich passe er ideal zum lebhaften und nicht unbedingt edlen Viertel um den Worringer Platz.

Die DJs kommen längst nicht nur aus der Region

Das Know-how, um die nötigen technischen Voraussetzungen zu schaffen, steuerte Fernando Diaz bei, der neben Kasper van de Water für das Radio verantwortlich zeichnet. „Ohne ihn hätte ich das gar nicht umsetzen können.“ Das Equipment, darunter zwei Plattenspieler und ein Mikrofon, wurde aus eigener Tasche bezahlt. Durch den Kontakt zu Open-Source-Macher Philipp Maiburg, der als Marketing-Manager bei Carhartt arbeitet, kam weitere Schützenhilfe von der Modemarke.

Als die ersten Sendungen im Frühjahr dann on air gingen, saßen die beiden Radiomacher nervös vor dem Computer. „Gleich bei der zweiten Show ist das Signal ausgefallen“, erinnert sich Kasper. Den Server teilen sich die Macher von Callshop-Radio mit anderen Sendern. „Senden da viele gleichzeitig, kann es schon mal zu Überlastungen kommen.“ Mittlerweile gebe es aber kaum Probleme. „Der Stream läuft die meiste Zeit stabil.“

Anfangs haben die Radiomacher viele DJs aus der Umgebung angeschrieben, um auf das neue Radio aufmerksam zu machen. Die Idee sprach sich schnell rum, mittlerweile bekommen die beiden viele Anfragen auch von außerhalb. „Vielleicht, weil man hier viel rumprobieren kann und es keine Vorgaben gibt. “ Auch nicht musikalisch.

„Ein Schwerpunkt liegt auf allen Facetten von elektronischer Tanzmusik. Aber prinzipiell ist alles erlaubt. Die DJs sollen einfach mal machen.“ Wer will, kann zwischen den Songs auch moderieren. In der Regel gibt es zweimal wöchentlich Live-Sendungen, immer donnerstags und sonntags. Vergangene Woche gab es sogar fünf Shows.

Auf der Homepage gibt es sämtliche Shows jederzeit on demand zum Nachhören. Wird gerade nicht live gesendet, läuft im Stream die jeweils letzte aufgenommene Show in Dauerschleife. Durch den Kontakt mit einem französischen DJ gibt es erste Überlegungen, einen Ableger von Callshop-Radio in Paris zu starten. Abgesehen davon freut sich Kasper bereits jetzt auf den Besuch von Calypso Steve alias James Pole. Der gehört zum Kreis von Redlight Radio aus Amsterdam.

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