Haarverlängerungen liegen im Trend– werden aber oft schlecht gemacht. Jetzt gab es eine erste Fortbildung in Düsseldorf.

Fällt kaum auf: Bei den Köpfen rechts und links sind die Haare in die Verlängerung gegangen. Die Friseurinnen stoßen auf ihr Werk an.
Fällt kaum auf: Bei den Köpfen rechts und links sind die Haare in die Verlängerung gegangen. Die Friseurinnen stoßen auf ihr Werk an.

Fällt kaum auf: Bei den Köpfen rechts und links sind die Haare in die Verlängerung gegangen. Die Friseurinnen stoßen auf ihr Werk an.

Stefan Arend

Fällt kaum auf: Bei den Köpfen rechts und links sind die Haare in die Verlängerung gegangen. Die Friseurinnen stoßen auf ihr Werk an.

Düsseldorf. Traumhaft schönes langes Haar mit Volumen - seit jeher ein Inbegriff weiblicher Schönheit. Doch nur wenige Frauen bringen die Geduld auf, ihrem Haar beim Wachsen zuzusehen. So wundert es nicht, dass neben Kunstnägeln und Schönheits-Korrekturen auch Haarverlängerungen im Trend liegen.

Der Markt boomt. Es gibt mittlerweile zahlreiche verschiedene Systeme, um die "hair extensions", wie der englische Fachbegriff heißt, zu fixieren. Doch nicht selten sind unkundige Hände am Werk, und am Ende sieht die Kundin dann aus wie ein gerupftes Huhn. Die Zunahme der Schadensfälle hat die Handwerkskammer Düsseldorf veranlasst, den ersten deutschlandweiten Fortbildungslehrgang für Friseure anzubieten.

Elf Damen aus dem ganzen Bundesgebiet waren dazu nach Düsseldorf gereist und absolvierten ein 200-Stunden-Seminar - zum Preis von 2500 Euro. Am Wochenende stand nun die große Prüfung an und offenbar waren alle Teilnehmer gut vorbereitet, denn keiner von ihnen fiel durch. So gibt es seit gestern nun die ersten elf staatlich anerkannten "Haarstylisten für Haarverlängerung und -verdichtung".

Friseurmeisterin Marion Hossbach (48) aus Bielefeld ist froh, dass sie am Kurs teilgenommen hat: "Ich muss zugeben, dass ich hier eine Menge gelernt habe", sagt sie. Seit drei Jahren schon verhilft sie ihrer weiblichen Kundschaft zu einer fülligen Löwenmähne.

Schadensfälle häuften sich laut Zentralverband der Friseure

Auch Nina Hücklekemkes (28) gehört zu den ersten elf staatlich geprüften Haarstylisten. Sie arbeitet im Salon ihrer Mutter in Kamp-Lintfort und ärgert sich seit Jahren über die oft schlechte Arbeit ihrer Mitbewerber: "Ich habe einige Kunden, die ihre Haare bei einem anderen Frisör verlängern ließen und dann verzweifelt mit ihren verfilzten und kaputten Haaren vor mir standen. Oft kann man da nur noch alles abschneiden. Ich denke, jeder, der Haare verlängert, sollte das auch richtig gelernt haben." Das meint auch Rainer Röhr, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks: "Es wurde höchste Zeit, dass ein Fachlehrgang aufgelegt wurde. Denn leider häuften sich die Schadensfälle." Wolfgang Zander von der Handwerkskammer Düsseldorf freut sich über das rege Interesse aus den Reihen des Friseurhandwerks: "Am 16. September startet schon der nächste Kurs."

Eine 30-cm-Haarverlängerung mit 150 Strähnen kostet ab 300 Euro.

Je nach Beschaffenheit der Haare halten die Extensions zwischen vier und sechs Monate. Die Behandlung dauert insgesamt rund drei Stunden.

Die Firma Hairdreams bietet auf ihrer Homepage Adressen kompetenter Friseure für Extensions an: www.hairdreams.com

Partner des Handwerks sind die Firmen Balmain aus Frankreich und Hairdreams aus Österreich. Cati Hucke hat die elf Teilnehmerinnen trainiert: "Es ist wichtig, dass die Kunden zunächst ausführlich beraten werden. Sie müssen wissen, dass sie eine spezielle Bürste und auch besondere Pflegeprodukte brauchen, wenn sie Extensions tragen." Dass die elf Friseurinnen nun die Produkte verschiedener Art in Länge, Struktur und Farbe richtig auswählen, anbringen, einschneiden, farblich anpassen, formen und gestalten können, das alles haben sie in der Prüfung nachgewiesen.

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