Verhalten der Täter hat sich verändert – vom Villenviertel in ganz normale Wohngebiete.

Zum Verzweifeln: So sehen Wohnungen oft aus, wenn Einbrecher die Schränke durchwühlt haben. Archiv
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Zum Verzweifeln: So sehen Wohnungen oft aus, wenn Einbrecher die Schränke durchwühlt haben. Archiv

Düsseldorf. Fast 2700 Mal wurde in Düsseldorf im vergangenen Jahr eingebrochen. „Die Vorstellung, dass die Täter nachts in Villenvierteln ihr Unwesen treiben, ist lange vorbei“, sagt Dieter Töpfer, Leiter des Einbruchs-Dezernats im Polizeipräsidium. Denn das Verhalten der Täter, meist handelt es sich um organisierte Banden, hat sich komplett verändert. Waren es früher vor allem wohlhabendere Stadtteile mit Einfamilienhäusern, die Bösewichte anlockten, werden inzwischen auch immer mehr ganz normale Bürger Opfer von Wohnungseinbrüchen. Töpfer: „Wir haben Anzeigen von Angermund bis Garath.“

Masse statt Klasse gilt auch bei Ganoven

Das Prinzip Masse statt Klasse gilt inzwischen auch für Ganoven, von denen viele aus dem südosteuropäischen Raum stammen. Die suchen sich ihre Opfer völlig willkürlich aus, dringen vermehrt in Mehrfamilienhäuser ein und versuchen, Wohnungstüren aufzubrechen. Töpfer: „Oft reicht es schon, wenn man einen richtig angebrachten Querriegel an der Haustür hat. Dann geben die Täter in der Regel auf.“

Und ziehen weiter zum Nachbarn. Denn bei den Raubzügen, die inzwischen oft tagsüber stattfinden, muss es schnell gehen. Die Vorsorge lohnt sich: „Bei rund 40 Prozent der Taten bleibt es beim Versuch.“ Für ein ordentliches Querriegelschloss muss man mit Kosten von rund 350 Euro rechnen.

Völlig verändert hat sich auch das Beute-Schema. Auf Gemälde oder Teppiche, die schwer zu transportieren sind, haben es die Einbrecher kaum noch abgesehen: „Die Fälle kann man an einer Hand abzählen.“ Stattdessen geht es ihnen um Dinge, die man schnell einpacken und gut verkaufen kann.

Die finden sie praktisch in jeder Wohnung. „Fast überall steht heute ein Laptop oder liegt ein zweites Handy herum. Und oft finden die Täter auch kleinere Bargeldbeträge“, so der Leiter des Einbruchsdezernates. Daneben gehören Schmuckstücke zu den Favoriten. Da gibt es immer noch Klassiker: „Wenn es zwei Täter sind, geht einer sofort ins Schlafzimmer und sucht zwischen der Bettwäsche, der andere an den Frisiertisch.“ Denn an diesen beiden Orten bewahren immer noch viele ihre Wertsachen auf. Der Experte rät dringend, kostbare Dinge an verschiedenen Orten zu verstecken.

2680 Einbrüche wurden der Kripo im vergangenen Jahr gemeldet- Das sind rund sieben Prozent weniger als 2013. Düsseldorf gehört dabei zu den bevorzugten Zielen der Banden. Vor zwei Jahren lag die Stadt gemessen an der Einwohnerzahl auf dem zehnten Platz in Deutschland.

4400 Polizeibeamte waren 2014 an Schwerpunkteinsätzen gegen Einbrecher beteiligt.

Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle berät Bürger kostenlos. Anmeldung unter Telefon 870 6868.

Denn wenn man Opfer eines Einbruchs geworden ist, sind die Folgen oft verheerend: „Die Menschen fühlen sich in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher.“ Gerade ältere Leute haben große Probleme, damit fertig zu werden.

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