Vor zwei Jahren gründete Robert Jänisch IOX Lab. Nun wurde sein Start-Up mit dem Gründerpreis NRW ausgezeichnet.

Vor zwei Jahren gründete Robert Jänisch IOX Lab. Nun wurde sein Start-Up mit dem Gründerpreis NRW ausgezeichnet.
Robert Jänisch mit der neuesten Erfindung, dem C-Ring mit Kamera- und Umweltdatenmessmodul.

Robert Jänisch mit der neuesten Erfindung, dem C-Ring mit Kamera- und Umweltdatenmessmodul.

Sergej Lepke

Robert Jänisch mit der neuesten Erfindung, dem C-Ring mit Kamera- und Umweltdatenmessmodul.

Vor zehn Jahren kam Robert Jänisch zum ersten Mal der Gedanke, sich selbstständig zu machen, um Dinge zu erfinden. Viele Ideen hatte er seitdem, von einem Poster, das auf Musik reagiert, bis zu einem Roboter aus dem 3D-Drucker. „All die Ideen und Tüfteleien der letzten Jahre drehten sich um Dinge, die mir fehlten oder die es bisher nicht gab“, sagt Jänisch. Zwar wurde nicht gleich aus jeder Idee ein Produkt, doch Jänisch hatte das Gefühl, Sachen bewegen zu können.

2014 beginnt der Tüftler eine Reise ins Unbekannte

Als er 2014 seine Festanstellung in der IT-Branche kündigt, beginnt für Jänisch eine Reise ins Unbekannte. Gemeinsam mit einem Bekannten gelingt es ihm kurz darauf, aus einer Idee das erste Produkt zu machen. Sie gründen Mellow Boards, das sind Elektro-Antriebe, die Skateboards auf 40 Stundenkilometer beschleunigen lassen und so jedes Skateboard zu einem praktischen Fortbewegungsmittel machen. Ideen in die Tat umsetzen, das wollte Robert Jänisch von nun an tun. Es war die Geburtsstunde von IOX Labs.

Das Start-Up-Unternehmen entwickelt seit zwei Jahren Prototypen für verschiedenste Anwendungsbereiche. „In 30 Tagen von der Idee zum Prototypen“ ist das Konzept dieses Start-Ups. Rapid Prototyping nennt man diesen Prozess, bei dem vor allem schnell etwas auf die Beine gestellt werden soll. Mit dieser Mentalität widmet man sich allen Projekten bei IOX Lab und daran erinnert auch der Satz „Make things not slides“, der die Wand im Eingangsbereich des jungen Unternehmens am Medienhafen schmückt: „Mache Dinge anstatt Powerpoint-Folien“. – „Es geht eben darum, eine Idee zum Leben zu erwecken, anstatt sie wochenlang zu bereden und zu präsentieren“, sagt Jänisch.

Die Welt, für die die Innovationen von IOX Lab geschaffen werden, ist eine relativ neue. „Internet of Things“, das Internet der Dinge, ist die Welt der vernetzten Geräte und Alltagsgegenstände. Zum Internet der Dinge gehören Kühlschränke, die ihren Inhalt kennen oder auch Waschmachinen, die wissen, wann sie repariert werden müssen. Bei IOX Lab geht es aber vor allem darum, alltägliche Probleme zu lösen.

So erfand und entwickelte Jänischs Team eine Art batteriebetriebenen Topf, der z.B. das Gewicht von Gasflaschen misst und dem Smartphone mitteilt, wie viel Gas noch in dem Gerät ist. „Wir möchten mehr Intelligenz in die Dinge bringen“, so Jänisch. In einer Zeit, in der sich die Technologie rasend schnell entwickelt, hat sich mit dem Internet der Dinge ein ganz neuer Markt eröffnet. Und dieser Markt sei noch sehr fragmentarisch: „Ich glaube, wir werden in der Zukunft eine Verdichtung des Marktes erleben. Die Branche hat einfach ein riesiges Potential.“ Dass er sich mit seinem Jungunternehmen auf völlig unberechenbarem Terrain bewegt, ist für den Gründer ein gutes Gefühl. „Es ist aufregend, bei dieser Entwicklung selbst mitzuwirken“, sagt der 37-Jährige.

Als Jänisch 2015 IOX Lab gründete, ahnte er noch nicht, wie schnell sein Unternehmen wachsen würde. Mit „Bob“, einem seiner ersten Projekte, konnte sich das Unternehmen schnell einen Namen machen. Bob ist der erste humanoide Roboter in Düsseldorf und mit allerlei Sensoren, Motoren und künstlicher Intelligenz ausgestattet. Er reagiert auf seine Umgebung, kann sich bewegen und mit Menschen interagieren. Mit dem Roboter aus dem 3D-Drucker bewies das Start-Up potenziellen Kunden, wozu das inzwischen 15-köpfige Team imstande ist.

Inzwischen arbeitet IOX Lab mit zahlreichen großen Unternehmen zusammen, um Produkte zu entwickeln, die die Welt einfacher machen sollen. So entsteht in Kooperation mit Eon der C-Ring. Dies ist ein Ring, der an Straßenlaternen angebracht werden kann und durch ein Kameramodul etwa die Verkehrsüberwachung übernimmt. Ein W-Lan-Modul kann Passanten mit dem Internet verbinden. Ein Umweltdatenmessmodul kann zum Beispiel die Stadt mit Daten zu Wetter, Feinstaub oder Luftqualität versorgen. Schon bald könnte der C-Ring in Düsseldorf an den Laternen hängen und uns der Smart City einen Schritt näher bringen. Zwei Jahre nach der Gründung von IOX Lab wurde Jänisch gerade mit dem Gründerpreis NRW ausgezeichnet. Eine solche Wertschätzung für seine Arbeit zu bekommen, ist eine emotionale Erfahrung für Jänisch: „Ich fühle mich wirklich geehrt über die Auszeichnung. Nach all den Phasen der Ungewissheit, die mit einem Start-Up einher gehen, ist dies die Bestätigung, dass dieser vagen Idee vor zwei Jahren zu folgen, die richtige Entscheidung war.“

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