Nieselregen, Graupel und Kälte: Vom Aprilwetter zeigten sich die meisten der rund 16 000 Athleten unbeeindruckt.

Nieselregen, Graupel und Kälte: Vom Aprilwetter zeigten sich die meisten der rund 16 000 Athleten unbeeindruckt.
Um in der Masse nicht unterzugehen, zeigte sich manch ein Sportler kreativ oder machte Werbung in eigener Sache.

Um in der Masse nicht unterzugehen, zeigte sich manch ein Sportler kreativ oder machte Werbung in eigener Sache.

Erleichterung und Freude: Nach dem Zieleinlauf gab es für die Marathonläufer wohltuende Wärmedecken und Getränke.

Auch die Zuschauer ließen sich einiges einfallen, um den Läufern ihre Unterstützung zu demonstrieren.

Mehr als 16 000 Läufer wagten sich gestern auf die Straße. Rund 4000 von ihnen liefen die gesamte Marathonstrecke über 42,195 Kilometer.

Verpflegung am Streckenrand: In regelmäßigen Abständen standen für die Läufer Wasser und Bananen bereit.

Sergej Lepke, Bild 1 von 5

Um in der Masse nicht unterzugehen, zeigte sich manch ein Sportler kreativ oder machte Werbung in eigener Sache.

Düsseldorf. Zuschauer applaudierten und feuerten die Läufer mit Bravo-Rufen an, die Trommel-Formation „Bujin Taiko“ machte Tempo, viele hatten Rasseln und Trillerpfeifen dabei, selbst gemalte Schilder und Plakate („Marion, Du schaffst das!“). Japhet Kosgei aus Kenia war schließlich der erste Läufer, der nach zwei Stunden, zehn Minuten und 44 Sekunden die Ziellinie des Düsseldorf-Marathons am Rheinufer überquerte.

Ihm folgten weitere 4000 Athleten. Mit den Staffel- und Kinder-Läufen lag die Teilnehmerzahl in diesem Jahr bei rund 16 000 Sportlern. Trotz des wechselhaften Wetters feuerten laut Veranstalter rund 280 000 Zuschauer (2015: 400 000) am Straßenrand die Marathonis an.

Wetter: Zwar war nasskaltes Aprilwetter angesagt, dies hinderte aber einige Zuschauer nicht daran, mit Grill und Ghettoblaster ausgestattet am Straßenrand ihr Lager aufzuschlagen. „Wir schauen uns den Marathon jedes Jahr an, da lassen wir uns von dem bisschen Regen nicht einschüchtern“, berichtete Maria Ecker, die es sich mit Freunden am Rheinufer gemütlich gemacht hatte. „Ich unterstütze die Läufer jedes Jahr als Zuschauer. Dann gehört es einfach dazu, dem Wetter zu trotzen“, erzählt Verena Trilling aus Düsseldorf.

„Ich lese von jedem Kind die Krankheitsgeschichte und entscheide dann, ob es mitlaufen darf.“

Wolfgang Lawrenz, Kardiologe

Läufer: Für die Teilnehmer war es nicht so einfach, sich auf das unstete Wetter einzustellen. Für TV-Moderator Sven Lorig etwa war es zwischenzeitlich besonders hart, als er und die anderen Läufer plötzlich durch Hagel laufen mussten. Doch die Aussicht, am Ziel von der stolzen Familie in Empfang genommen zu werden, motivierte ihn zusätzlich. Schließlich konnte er sogar eine persönliche Bestzeit aufstellen (3:12:20).

Auch Isabelle Mittler wirkte im Ziel erleichtert und glücklich: „Die Sonne ist ja doch noch gekommen und so habe ich heute meine persönliche Rekordzeit geschafft“, berichtet die Neusserin, die dieses Jahr das dritte Mal antrat.

Der Metrogroup-Marathon findet seit 2003 jedes Jahr in Düsseldorf statt. Läufer aus 70 Nationen gingen am Joseph-Beuys-Ufer an den Start, das Ziel lag am Rheinufer. Der schnellste Mann war in diesem Jahr Japhet Kosgei aus Kenia, die schnellste Frau Zsofia Erdelyi aus Ungarn.

Handicap: 19 Kinder liefen in der Staffel des Bundesverbandes Herzkranke Kinder mit. Zwischen einem und acht Kilometer betrug die Laufdistanz. Jonas Beckers leidet an einem Herzklappen-Fehler. „Ich habe halt Probleme mit der Ausdauer, deshalb laufe ich auch nur einen Kilometer.“

Doch ganz so problemlos war das Ganze nicht. Denn jedes Kind hatte einen Begleiter dabei und mit Wolfgang Lawrenz radelte ein Kinderkardiologe neben her. „Ich bereite mich sehr gewissenhaft vor. Ich lese von jedem Kind die Krankheitsgeschichte und entscheide dann, ob es mitlaufen darf. Aber Sport ist wichtig und wirkt präventiv.“

Johanna Martz (12) ist vom Bodensee angereist, um beim Marathon dabei zu sein. Sie hat nur eine Herzkammer und muss daher mit einem Pulsmessgerät laufen: „Sobald der über 130 Schläge pro Minute geht, breche ich den Lauf ab.“

© WhatsBroadcast

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