Kunst: Goldschmiede präsentierten ihre Arbeit zum ersten Mal separat.

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In den Ateliers Düsseldorfer Schmuckdesigner funkelte es um die Wette: Hier präsentiert Monika Brundiek eine Kette aus ihrem Sortiment.

In den Ateliers Düsseldorfer Schmuckdesigner funkelte es um die Wette: Hier präsentiert Monika Brundiek eine Kette aus ihrem Sortiment.

Bernd Schaller

In den Ateliers Düsseldorfer Schmuckdesigner funkelte es um die Wette: Hier präsentiert Monika Brundiek eine Kette aus ihrem Sortiment.

Düsseldorf. Sara Mellone zieht die Lampe näher zu sich heran, ihr Schein richtet sich auf eine kleine Silberkugel und einen filigranen Ring. Aus den beiden Teilen soll der Anhänger für eine Kette werden. Sie hängt die Kugel, genannt "Nugget", an den Ring und greift zur Pinzette. "Ich muss ein Stückchen Lot an die Öse des Rings anbringen, um ihn zu verschließen", erklärt die 23-Jährige. Eine Millimeterarbeit. Doch Sara Mellone hat eine ruhige Hand. "Perfekt", kommentiert sie die gelungene Arbeit Sekunden später.

Die Trennung der Schmuck- von den Kunstpunkten hat sich bewährt

Ihr Handwerk erregt Aufmerksamkeit in den heiligen Hallen der Goldschmiedin Sonja Pfingst-Bischof, die zu den 24 Teilnehmern des Pilotprojekts Schmuckpunkte gehört. Mechthild Thomas ist mit ihrem Mann Folker im Düsseldorfer Norden unterwegs, um sich ein Bild von der heimischen Schmucklandschaft zu machen. Dabei hat sie nicht nur Augen für Ketten und Ringe, sondern auch für die Arbeit der Mitarbeiterin Sara Mellone. Künstlerin Sonja Pfingst-Bischof freut sich über das Interesse. "Heute waren über 40 Besucher da, die nicht zu meinen Stammkunden gehören."

Das schreibt sie vor allem der Tatsache zu, dass die Schmuckdesigner sich dieses Jahr separat von den freien Künstlern präsentieren. "Ich finde die Entscheidung begrüßenswert", sagt Pfingst-Bischof. "Bei den Kunstpunkten gab es immer ein Überangebot. So ist das Programm viel überschaubarer." Das sieht Mechthild Thomas ähnlich. "Es ist interessant, dass man auf diese Weise zielgerichteter unterwegs ist, besonders, wenn wenig Zeit ist."

Die einzige Sorge der Inhaberin sei gewesen, dass sich die Schmuckpunkte zu einem "Antiprogramm" entwickeln könnten. Die Nachricht einer Besucherin jedoch beruhigt sie: Am Rathaus habe man Flyer beider Veranstaltungen ausgeteilt.

Auch Rainer Passon, der gemeinsam mit seiner Frau Monika Brundiek den Schmuckladen "Facette-Schmuck" in der Bilker Straße führt, bewertet das neue Konzept positiv. "Schmuck unterscheidet sich sehr von der freien Kunst", sagt Passon. Daher sei ein eigenes Forum eine sinnvolle Idee. Ob die Schmuckpunkte auch im nächsten Jahr stattfinden werden, könne er noch nicht sagen. "Wir werden uns demnächst zur Manöverkritik zusammensetzen." Falls ja, wäre er gerne wieder mit dabei, genau wie Sonja Pfingst-Bischof.

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