Der runde Tisch für Angermund ist beendet. Doch die Interessen von Bahn und Bürgern liegen immer noch sehr weit auseinander.

Auf sechs Gleise erweitert werden muss die Strecke im Bereich Angermund.  Simulation: DB
Auf sechs Gleise erweitert werden muss die Strecke im Bereich Angermund. Simulation: DB

Auf sechs Gleise erweitert werden muss die Strecke im Bereich Angermund. Simulation: DB

Rund 50 Angermunder forderten Montagabend vor dem Rathaus die Deckel-Lösung.

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Auf sechs Gleise erweitert werden muss die Strecke im Bereich Angermund. Simulation: DB

Düsseldorf. Für Elke Wagner, Vorsitzende der Initiative Angermund, war es ein großer Erfolg, dass der runde Tisch überhaupt stattgefunden hat. Unter der Leitung des Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld (Grüne) wurde ein Jahr lang an einer Lösung getüftelt, die Interessen von Bürgern und Deutscher Bahn beim Bau des RRX unter einen Hut zu bringen. Das Ergebnis wurde Montagabend im Rathaus vorgestellt. Doch von einem Konsens ist man weit entfernt. Fest steht, dass es möglich ist, die Bahngleise in Angermund zu deckeln, wenn die neue Zugverbindung zwischen Ruhrgebiet und Rheinland kommt. Doch die „Einhausung“, wie das Projekt heißt, ist komplizierter und teurer als die Variante der Bahn, die einfach eine vier Meter hohe Lärmschutzwand neben den Gleisen hochziehen will.

Angermund ist das Nadelöhr des ehrgeizgen Projektes. Denn hier muss die Zahl der Gleise von vier auf sechs erweitert werden, wenn wie geplant ab 2025 jeden Tag rund 700 Züge über die Strecke rollen sollen. Schon jetzt leiden die Bürger in dem Stadtteil. „Fest steht: Lärm macht krank“, erklärte Engstfeld, machte aber auch deutlich, dass der RRX ein sinnvolles Projekt sei.

Thomas Geisel favorisiert die Deckel-Lösung

Ursprünglich hatten sich die Angermunder gewünscht, dass die Gleise komplett als Tunnellösung gebaut werden. Doch diese Variante ist nicht realisierbar. Wohl aber die Idee, auf einer Strecke von 985 Metern ein Dach zu bauen, das den Lärmschutz erheblich verbessern würde. Es gibt allerdings auch Argumente dagegen, die von der Bahn vorgebracht werden. Die Bauzeit werde mit zirka fünf Jahren erheblich länger dauern als die Errichtung einer Lärmschutzwand mit etwa 20 Monaten. Außerdem werden private Grundstücke beeinträchtigt. Ein Wohnhaus müsste sogar abgerissen werden. Bedenken, die Elke Wagner nicht teilt: „Für Angermund geht es um ein Jahrhundertprojekt.“

Unterstützung bekam sie von OB Thomas Geisel: „Die Einhausung halte ich für die bessere Lösung, weil die auch die Möglichkeit bietet, die Teilung Angermunds ein Stück weit aufzuheben.“ Doch die Entscheidung wird am Ende nicht in Düsseldorf, sondern auf Bundesebene getroffen.

Ein Jahr lang haben sich die Bürgerinitiative, die Deutsche Bahn und ein Ingenieurbüro an einen Tisch gesetzt und zwei Varianten erarbeitet. Noch unklar ist, was die Einhausung der Gleise kosten würde. Nun soll ein theoretisches Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, das technische Fragen beantwortet.

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