Die Weihnachtsfeiern für Frauen und Männer an Heiligabend sind ohne Ehrenamtler und Spenden gar nicht zu leisten.

Die Weihnachtsfeiern für Frauen und Männer an Heiligabend sind ohne Ehrenamtler und Spenden gar nicht zu leisten.
Olaf Hackenberg ist Ehrenamtler beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) und er packt Tüten für die Besucher der Weihnachtsfeier.

Olaf Hackenberg ist Ehrenamtler beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) und er packt Tüten für die Besucher der Weihnachtsfeier.

Melanie Zanin

Olaf Hackenberg ist Ehrenamtler beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) und er packt Tüten für die Besucher der Weihnachtsfeier.

Düsseldorf. Ja, es werden noch Düsseldorfer gesucht, die am Heiligen Abend einige Stunden ihrer Freizeit opfern können. Darüber würden sich der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sehr freuen. Sie beide laden – wie alle Jahre wieder – zur Weihnachtsfeier für alleinstehende Frauen in die Stadthalle (15 bis 18 Uhr) und für Männer in die Rheinterrasse (16.30 bis 20 Uhr) ein. Für die Männer findet dieses Angebot in diesem Jahr zum 90. Mal statt, für die Frauen zum 55. Mal. Doch ohne Spenden und viel ehrenamtliche Hilfe könnten die gemeinnützigen Organisationen diese für einsame Menschen so wichtigen Veranstaltungen gar nicht mehr anbieten.

Einer, der bereits seit seiner Kindheit freiwillig dazu beiträgt, dass die Männer einen festlichen Weihnachtsabend bekommen, ist Olaf Hackenberg. Schon im Alter von vier oder fünf Jahren wurde der heutige CVJM-Vorstand von seinen Eltern Heiligabend um 5 Uhr früh geweckt. Seine Eltern engagierten sich bei der Weihnachtsfeier und Olaf Hackenberg schmierte ab 6 Uhr früh die belegten Brötchen für die Männer und packte sie in Plastiktüten. Sie wurden dann in die frühere Stadthalle an der Fischerstraße gebracht, in der die Feier stattfand und Hackenberg bekennt: „Der Geschmack dieser Brötchen, das ist für mich heute noch Weihnachten.“

Die Feier mit den Männern verfolgte er in den ersten Jahren am Kindertisch, beobachte Gäste und seine Eltern, die halfen und den Vater, der auch die Weihnachtslieder vor mehr als 1000 Gästen anstimmte. „Später habe ich dort bei einem Krippenspiel mitgespielt.“ Das wurde dann nicht nur bei der Feier für die Männer aufgeführt, sondern auch bei den Frauen.

Bilker schmierte schon als 5-Jähriger Brötchen für die Feier

Mit 16 Jahren bekam der Bilker eine neue Rolle: „Ich habe dann erstmals auch einen eigenen Tisch Alleinstehender betreut.“ Bis zum Abi blieb er dem Ehrenamt treu. „Wir haben nach der Feier meine Oma abgeholt und dann zu Hause unsere Bescherung gemacht oder sind noch in die Christmette gegangen“, erzählt er.

Nach langer Pause ist der heute 48-Jährige seit ein paar Jahren wieder dabei und unterstützt die Feier für die rund 750 Männer, die keinesfalls alle obdachlos sind. Da er Heiligabend mit seinen betagten Eltern verbringen möchte, bringt er nun seine Hilfe im Vorfeld ein. „Ich nehme mir in der Woche vor Weihnachten dafür Urlaub“, sagt Hackenberg. Vom 22. bis 24. Dezember gibt er beim CVJM an der Graf-Adolf-Straße 102 die kostenlosen Eintrittskarten an die Männer aus. Und packt dann auch die Geschenketüten. Denn jeder Gast bekommt bei den Feiern Heiligabend einen Beutel mit Lebensmitteln. „Uns ist es wichtig, dass alle über die Feiertage genügend zu essen haben“, erklärt Ralf Wittig, hauptamtlicher Organisator beim CVJM. Zur Vorbereitung und Begleitung der Veranstaltung an den Tischen oder in der Küche braucht er rund 130 Helfer.

Der BDKJ zahlt 7000 Euro Miete für die Nutzung der Stadthalle

Ebenfalls 60 Unterstützer benötigt Cornelia Seger von der BDKJ-Geschäftsführung für die Frauen-Weihnachtsfeier in der Stadthalle. Sie erwartet 300 Gäste, es kommen auch mehr und mehr alleinerziehende Mütter. Die kostenlosen Karten gibt’s ab Montag bei der Caritas an der Leopoldstraße 30.

Das Fest für die Männer kostet die Veranstalter 30 000 Euro, das für die Frauen 12 000. Allein 7000 Euro muss der BDKJ allerdings für die Miete der Stadthalle an der Rotterdamer Straße ausgeben, die ebenfalls nur durch Spenden finanziert werden kann.

© WhatsBroadcast

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