Düsseldorfs OB Thomas Geisel versucht die Absage des Konzerts noch abzuwenden und sich dafür eine Mehrheit im Rat zu besorgen. Die Fans sind wütend und enttäuscht.

Düsseldorfs OB versucht die Absage des Konzerts noch abzuwenden und sich dafür eine Mehrheit im Rat zu besorgen. Die Fans sind wütend und enttäuscht.
Düsseldorfs OB Thomas Geisel (2. v. l.) will unbedingt eine politische Mehrheit für das geplante Ed-Sheeran-Konzert in Düsseldorf erzielen. Links sitzt Düsseldorfs Planungsdezernentin Cornelia Zuschke, rechts neben Geisel der Geschäftsführer der Eventagentur D.Live, Michael Brill.

Düsseldorfs OB Thomas Geisel (2. v. l.) will unbedingt eine politische Mehrheit für das geplante Ed-Sheeran-Konzert in Düsseldorf erzielen. Links sitzt Düsseldorfs Planungsdezernentin Cornelia Zuschke, rechts neben Geisel der Geschäftsführer der Eventagentur D.Live, Michael Brill.

dpa

Düsseldorfs OB Thomas Geisel (2. v. l.) will unbedingt eine politische Mehrheit für das geplante Ed-Sheeran-Konzert in Düsseldorf erzielen. Links sitzt Düsseldorfs Planungsdezernentin Cornelia Zuschke, rechts neben Geisel der Geschäftsführer der Eventagentur D.Live, Michael Brill.

Düsseldorf. Der drohende Ausfall des Ed-Sheeran-Konzertes am 22. Juli in Düsseldorf lässt den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Thomas Geisel (SPD) in die politische Trickkiste greifen. Weil für die Abstimmung am Mittwoch im Planungsausschuss keine Mehrheit für die Genehmigung des Großkonzertes in Sicht war, lässt der OB die Sitzung einfach platzen. Vorlage zurückgezogen. Wiedervorlage am 27. Juni. Das Hickhack um das Sheeran-Konzert geht also in die Verlängerung, die 85 000 Karteninhaber müssen noch einmal zwei Wochen warten, bis sie wissen, ob sie den Superstar aus Großbritannien auf dem Messeparkplatz erleben können, oder nicht.

Die Stadtspitze versucht ganz offensichtlich Zeit zu gewinnen und irgendwie doch noch eine politische Mehrheit pro Sheeran zu zimmern. Am Montagabend hatte sich – nach den Grünen – auch die CDU-Fraktion mit großer Mehrheit auf ein Nein festgelegt. Geisel kommentiert das angesäuert: „Ich bin betroffen über das sich abzeichnende Meinungsbild in der Politik, dabei konnten in der CDU-Fraktion alle Fragen beantwortet, alle Bedenken ausgeräumt werden.“ Insofern gebe es keine sachlichen Gründe für eine Verweigerung der Genehmigung, sondern offenbar nur politische.

Eine Verlegung des Konzertes kommt nicht infrage

Insider im Düsseldorfer Rathaus glauben freilich nicht, dass es bis zum 27. Juni noch „Umfaller“ bei den ablehnenden Fraktionen geben könnte. Die für die Karteninhaber wichtigste Frage konnte bei der Pressekonferenz nicht „final“ geklärt werden. Was wird aus den bis zu 250 Euro teuren Tickets? Der Konzertveranstalter FKP Scorpio blieb bis zum Redaktionsschluss eine Antwort schuldig, Michael Brill, Chef der Stadttochter für die Veranstaltungsflächen, spricht von einem beispiellosen Vorgang, deshalb sei man darauf nicht so vorbereitet. Irgendwann ringt er sich zu diesem Satz durch: „Ich gehe davon aus, dass alle ihre Karten zurückgeben können und das Geld erstattet bekommen.“

Einen Plan B, sprich eine Verlegung des Konzertes in eine Arena, sei es in Düsseldorf oder Schalke, komme nicht infrage. Die Düsseldorfer sei mit einer Konzert-Kapazität von 42 000 Fans schlicht zu klein, „sonst hätten wir sie ja von Anfang für Ed Sheeran genommen“, so Brill. Und zwei Abende hintereinander gäbe Sheerans Tourneeplan nicht her.

Der Großteil der Kartenbesitzer stammt übrigens aus dem Ruhrgebiet rund um Essen, wo das Konzert ja ursprünglich stattfinden sollte. Aus Düsseldorf sollen es nur rund 5000 Fans sein. Brill und Geisel unterstrichen erneut, wie wichtig der neue Open-Air-Park für Düsseldorf sei. Wenn man im Entertainment-Geschäft in Zukunft wettbewerbsfähig sein wolle, benötige man eine solch gut geeignete Großfläche für Konzerte im Bereich 80 000 plus unbedingt. Eine Absage für Ed Sheeran würde die Reputation Düsseldorfs allerdings beschädigen, fürchtet Geisel.

Vielmehr träfe sie die Fans. Viele äußerten am Dienstag gegenüber dieser Zeitung in sozialen Netzwerken Wut und Trauer über den (wahrscheinlichen) Ausfall des Konzertes. „Jahrelang habe ich mich bemüht, Ed Sheeran live zu sehen, jetzt hat es mit Karten geklappt – und dann platzt der Traum plötzlich“, schreibt Sina Lütkehaus aus Korschenbroich. Etliche andere fragen mit Jana Scholz: „Wie kann man eigentlich schon Tickets verkaufen, bevor ein Konzert überhaupt geplant und genehmigt ist?“

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