Wie Ingo Lentz und Hans-Otto Christiansen das blaue Band aus Husum nach Düsseldorf brachten. Die Geschichte einer Freundschaft.

Zwei dicke Freunde: Ingo Lentz (li.) und Hans-Otto Christiansen im blühenden Rheinpark.
Zwei dicke Freunde: Ingo Lentz (li.) und Hans-Otto Christiansen im blühenden Rheinpark.

Zwei dicke Freunde: Ingo Lentz (li.) und Hans-Otto Christiansen im blühenden Rheinpark.

Jürgen Dehniger

Zwei dicke Freunde: Ingo Lentz (li.) und Hans-Otto Christiansen im blühenden Rheinpark.

Düsseldorf. Die ersten warmen Sonnenstrahlen lockten sie am Freitag heraus, die fünf Millionen Exemplare des Crocus Thomasianus im Rheinpark. 1,3 Kilometer lang ist das blaue Band, das sich von der Rheinterrasse bis zur Theodor-Heuss-Brücke erstreckt.

Mittendrin Hans-Otto Christiansen und Ingo Lentz, beide mit stolz geschwellter Brust und leuchtenden Augen. Aus Husum haben sie die Idee eines Meers aus Krokussen an den Rhein exportiert: "Es hat geklappt."

Gleich mit dem ersten Projekt ins Guinness-Buch der Rekorde

Am Anfang stand das Ende einer Berufskarriere. "Ich habe als Hilfsarbeiter bei Mannesmann angefangen und als Direktor aufgehört", erzählt Christiansen, der inzwischen 77 Jahre alt ist, "nach meiner Pensionierung wollte ich etwas Sinnvolles machen." Er gründete vor zwölf Jahren den Verein Pro Düsseldorf und lernte Ingo Lentz kennen, damals Pressesprecher der Messe und inzwischen für das Standort-Marketing zuständig.

Bereits das erste Projekt, der Dreck-weg-Tag, wurde ein Riesenerfolg. 4500 Düsseldorfer machten damals mit, vor neun Jahren kam die Aktion mit fast 14 000 Saubermännern sogar ins Buch der Rekorde. Auch die Hochzeitswiese in Hubbelrath oder die Aktion "Für jeden Düsseldorfer eine Blumenzwiebel" brachten der Stadt nicht nur Bestnoten bei der Entente Florale ein, sondern daraus entstand auch eine echte Männerfreundschaft.

Beide feiern gemeinsam Karneval und sind Senatoren bei den Rather Aapen. Vor zwei Jahren war Christiansen sogar Trauzeuge, als Lentz in Dänemark seine Ludmilla (eine Großnichte des ehemaligen sowjetischen Außenministers Andrei Gromyko) heiratete. Gefeiert wurde anschließend in Husum, der Heimatstadt Christiansens.

"Dort blühen schon seit 500 Jahren die Krokusse im Schlosspark. Jedes Jahr wird eine Krokus-Königin gewählt", erzählt der frühere Mannesmann-Direktor. So entstand die Idee für das blaue Band im Rheinpark. "Wer Hans-Otto kennt, der weiß, dass er einen so lange knetet bis man mitmacht", lacht Lentz, der inzwischen Vorsitzender von Pro Düsseldorf ist.

Rund 100 000 Euro Sponsorengelder trieben die beiden Freunde auf, um das Projekt zu realisieren. 2500 kleine und große Düsseldorfer beteiligten sich an der Pflanzaktion. Trotzdem wären die fünf Millionen Krokusse nicht unter die Erde gekommen, wenn Ingo Lentz nicht noch in Holland eine Pflanzmaschine aufgestöbert hätte.

Inmitten der Blumenpracht haben die zwei Freunde schon die nächsten Ideen: Eine Allee der Nationen. Christiansen: "Menschen aus 150 verschiedenen Ländern leben in Düsseldorf. Für jedes Land soll ein Baum gepflanzt werden. Das wär toll. Oder?"

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