Der Ausbau der Elektromobilität hakt noch an vielen Stellen. Nur 170 Autos sind zugelassen. Wenigstens tut sich was für die E-Bikes.

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Das Bistro Zicke gehört zu den ersten Biergärten mit Ladestation für Elektroräder.

Das Bistro Zicke gehört zu den ersten Biergärten mit Ladestation für Elektroräder.

Sergej Lepke

Das Bistro Zicke gehört zu den ersten Biergärten mit Ladestation für Elektroräder.

Düsseldorf. Elektromobilität wird seit Langem als ökologischer Heilsbringer gepriesen: weniger Schadstoffausstoß, weniger Lärm, weniger Abhängigkeit von Erdöl. Doch das Thema steckt in Düsseldorf noch immer in den Kinderschuhen: Nur 170 Elektroautos sind bislang in der Stadt zugelassen, das System der Elektrotankstellen ist kompliziert und unabgestimmt.

Grüne und SPD hatten im Umweltausschuss nachgefragt, wie die Infrastruktur zum Aufladen von Elektroautos aussieht. Ergebnis: Das Netz ist nicht sehr dicht und uneinheitlich. Das Fazit des Ausschussvorsitzenden Philipp Tacer (SPD): „Es gibt zu wenige Tanken, zum Teil liegen sie auch noch abseits der wichtigen Routen.“ 59 Ladestationen für Elektroautos hat das Umweltamt gezählt. 20 weitere sollen laut den Stadtwerken bis zum Jahresende dazukommen. Der Versorger verfügt aktuell mit 50 Stationen über den Großteil in der Stadt, die allerdings nicht alle öffentlich zugänglich sind. Acht weitere betreibt RWE, die Firma Naturstrom eine.

Für die E-Autofahrer sind die Stationen aber nicht beliebig nutzbar. Wer bei den Stadtwerken tanken will, muss sich zuvor dort eine Ladekarte besorgen. Diese ist umsonst genauso wie das Aufladen.

Politiker fordert viel mehr E-Autos für den städtischen Fuhrpark

Mittelfristig kann das Aufladen bei den Stadtwerken aber durchaus gebührenpflichtig werden. RWE hat ein anderes System. Dort muss man entweder Stromkunde sein oder eine Freischaltung über sein Handy beantragen. Das Aufladen ist kostenpflichtig, ebenso bei Naturstrom, wo man zunächst Mitglied im Verein „Park + Charge“ werden muss. Uneinheitlich sind zudem die Anschlüsse an den Ladestationen. RWE bietet nur die Typ-2-Stecker, die Stadtwerke außerdem den Schukostecker, Naturstrom Schuko- oder CEE-Stecker. „Es ist in erste Linie Sache der Anbieter, sich untereinander zu vernetzen und ein attraktives Angebot aufzubauen“, schreibt das Umweltamt in seiner Antwort.

Handlungsbedarf sieht da auch SPD-Mann Tacer. Allerdings sieht er den Ball auch bei der Stadt, die eine Vorreiterrolle spielen solle. 40 E-Autos gibt es bislang im Fuhrpark, laut Tacer eine Quote von unter einem Prozent. Die Initiative ergriffen hat die Stadt allerdings bei den E-Bikes. Im Laufe des Jahres sollen Ladestationen an 20 Biergärten im Stadtgebiet aufgestellt werden. Fünf davon stehen bereits, es sind Radständer mit Ladeplätzen für bis zu vier E-Bikes oder Pedelecs.

Die Stadt hat fünf Biergärten mit Ladestationen für E-Bikes ausgestattet: Zicke in der Carlstadt, Peters Biergarten, Hotel Am Zault (beide Unterbach) , KCD Essen und Trinken (Hamm), Brands Jupp (Wittlaer).

Die Stadttochter IDR fördert Elektroautos an ihrem Parkhaus auf dem Carlsplatz: Die Halter können die Wagen dort kostenfrei abstellen.

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