OB Elbers unternimmt neuen Anlauf, den Posten des Vorstandschefs zu besetzen.

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Gute Chancen auf den Posten des Vorstandschefs werden Joachim Bonn, Vize-Chef in Duisburg, zugesprochen.

Gute Chancen auf den Posten des Vorstandschefs werden Joachim Bonn, Vize-Chef in Duisburg, zugesprochen.

Oberbürgermeister Dirk Elbers führt in diesen Tagen Auswahlgespräche für die Sparkassenspitze.

Thomas Boots hat keine Zukunft mehr im Geldinstitut.

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Gute Chancen auf den Posten des Vorstandschefs werden Joachim Bonn, Vize-Chef in Duisburg, zugesprochen.

Düsseldorf. Mit dem Ende der Ferienzeit wurden im Rathaus wieder die Terminkalender aktiviert: Ein weiterer Anlauf steht an, um den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Düsseldorf zu besetzen. Die Personalberater von Homberg Neff Consult präsentieren der Stadtspitze die Kandidaten.

Gute Chancen auf den 500 000-Euro-Job werden nun Joachim Bonn zugetraut. Der stellvertretende Vorstandschef der Stadtsparkasse Duisburg ist in Düsseldorf kein Unbekannter, er arbeitete zuvor in der Lampe-Bank (siehe Kasten). Der 44-jährige promovierte Ökonom ist in Duisburg für die Geschäftskunden zuständig. Er war bereits zu Beginn in den Blick der Auswahlexperten geraten, ebenso ein Manager aus Münster.

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Gute Chancen auf den Posten des Vorstandschefs werden Joachim Bonn, Vize-Chef in Duisburg, zugesprochen.

Gute Chancen auf den Posten des Vorstandschefs werden Joachim Bonn, Vize-Chef in Duisburg, zugesprochen.

Oberbürgermeister Dirk Elbers führt in diesen Tagen Auswahlgespräche für die Sparkassenspitze.

Thomas Boots hat keine Zukunft mehr im Geldinstitut.

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Oberbürgermeister Dirk Elbers führt in diesen Tagen Auswahlgespräche für die Sparkassenspitze.

Für Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) wäre es ein Segen, wenn er die Stadtsparkasse wieder in den Griff bekäme. Wie die WZ berichtete, hat der amtierende Vorstandschef Peter Fröhlich das Vertrauen des Verwaltungsrats verloren und keine Chance auf Wiederwahl – Auslöser waren Unstimmigkeiten mit den Personalvertretern. Zuletzt schien Ralf Fleischer, Geschäftsführer des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, der heiße Kandidat von Elbers. Fleischer sagte dann aber ab.

OB hätte im Sommer den Vorstand am liebsten komplett ausgetauscht

Das ist nicht das einzige Problem, über den Sommer ist die Lage an der Berliner Allee nicht einfacher geworden. Ein Vorstand, dem am Ende keinerlei Fehlverhalten bei einem privaten Immobiliengeschäft nachzuweisen war, wurde durch den stellvertretenden Vorstand Thomas Boots „angeschwärzt“. Ein einmaliger Vorgang, der nun zu Konsequenzen führen soll: Boots wurde ins Rathaus einbestellt und soll, wie zu hören ist, bei laufenden Bezügen freigestellt und dann nicht wiedergewählt werden.

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Gute Chancen auf den Posten des Vorstandschefs werden Joachim Bonn, Vize-Chef in Duisburg, zugesprochen.

Gute Chancen auf den Posten des Vorstandschefs werden Joachim Bonn, Vize-Chef in Duisburg, zugesprochen.

Oberbürgermeister Dirk Elbers führt in diesen Tagen Auswahlgespräche für die Sparkassenspitze.

Thomas Boots hat keine Zukunft mehr im Geldinstitut.

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Thomas Boots hat keine Zukunft mehr im Geldinstitut.

Elbers wiederum war am Ende über den Intrigenstadl an der Berliner Allee so erzürnt, dass er öffentlich äußerte, am liebsten die gesamte Vorstandsetage auszukehren und neu zu besetzen.

Abschied von Thomas Boots wird zum Streit der Lager

Joachim Bonn wurde am 31. März 1967 in Aachen geboren. Banklehre, Studium der Wirtschaftswissenschaften, Promotion. 1997 bis 2009 Bankhaus Lampe, Karriere bis zum Generalbevollmächtigten. Heute stellv. Vorstandsvorsitzender Stadtsparkasse Duisburg.

Seit der Pooth-Affäre 2008 ist die Stadtsparkasse kaum zur Ruhe gekommen. Es gab zahlreiche Rauswürfe und Prozesse, u.a. mussten die Vorstände Humme und Stiegemann gehen. Nun gibt es Zerwürfnisse – gleichermaßen in Vorstand und Verwaltungsrat.

Aber auch hier steht Elbers vor großen Problemen, denn der Abschied von Boots muss in der Verwaltungsratssitzung im Oktober mit einer Zweidrittelmehrheit abgesegnet werden. Nun ergibt sich für den OB eine vertrakte Situation: Zehn städtische Vertreter sitzen im Kontrollgremium, hinzu kommen fünf Personalvertreter. Während Elbers und CDU/FDP bei der Besetzung des Vorstandsvorsitzenden mit den Personalräten taktieren, wollen diese bei der Demission Boots’ vermutlich nicht mitziehen – die Personalratschefin Silvia Kusel und Boots pflegen offenbar ein gutes Verhältnis, Kusel soll bei besagter Aktion sogar an Boots’ Seite gestanden haben. Folglich ergibt sich ein Teufelskreis: Die Kapitaleigner sind auseinanderdividiert und am Ende Spielball der Personalvertreter.

Kein Wunder, dass mittlerweile das Bundesaufsichtsamt für das Finanzwesen (Bafin) bei den wichtigen Sitzungen der Sparkassengremien mit am Tisch sitzt. Elbers wurde sogar zum Gespräch nach Bonn zitiert. Äußerst kritisch vermerken die Kontrolleure, wie die Stadtsparkasse trotz ihrer guten Zahlen durch Manager und Politiker zu Markte getragen wird. Die Frage ist für die Bafin-Experten, ob die Verantwortlichen nun Herr der Lage werden oder ob sie eingreifen müssen, um weiteren Schaden von dem kommunalen Kreditinstitut abzuwenden.

Die nächsten Tage sind also entscheidend. Die Bafin kann sogar auf Ablösungen im Verwaltungsrat drängen. Sicherlich das letzte, spektakuläre Mittel – und eine Riesenblamage.

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