Sie versuchen, sich mit ihrer Geschäftsidee eine bessere Existenz aufzubauen.

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Martin Henniger hat für diesen Spagat trainiert – der Yoga-Lehrer praktiziert die Lehre seit 20 Jahren.

Martin Henniger hat für diesen Spagat trainiert – der Yoga-Lehrer praktiziert die Lehre seit 20 Jahren.

Bernd Schaller

Martin Henniger hat für diesen Spagat trainiert – der Yoga-Lehrer praktiziert die Lehre seit 20 Jahren.

Düsseldorf. Der Schritt in die Selbstständigkeit braucht Mut, Planung und eine ordentliche Portion Kreativität. Diese Fragen stellen sich Gründer: Was kann ich, was will ich und wie muss ich es anpacken, um Erfolg zu haben?

Allein im Gründerzentrum der Industrie- und Handelskammer (IHK) wurden im vergangenen Jahr 3600 Beratungsgespräche geführt. 300 Gründer pro Jahr finanziert allein die Stadtsparkasse.

Martin Henniger (42) und Frauke Schütte (38) haben den Schritt Anfang des Jahres gewagt und in Flingern in einer Fabrikloft auf 320 Quadratmetern eine Yogaschule eröffnet und können über Kundenmangel nicht klagen.

Das Besondere: Der 42-Jährige und die 38-Jährige bilden auch Yogalehrer aus. Er sagt: "Die Geburt meines Sohnes vor anderthalb Jahren war der Wendepunkt. Im Job sah ich keine Perspektive, wollte schon länger eine eigene Schule gründen. Frauke hatte gerade ihre Ausbildung zur Yoga-Lehrerin abgeschlossen. So sind wir dieses Projekt gemeinsam angegangen."

Inneneinrichtung und Deko-Elemente der Loft tragen die Handschrift der Innenarchitektin Schütte, die ruhige Sachlichkeit ist Hennigers Einfluss. Manchmal kann der Indologe seine Gedanken kaum von der Yoga-Schule abwenden und greift auf Entspannungstechniken zurück, die er lehrt. Er sagt: "Früher konnte ich nach Dienstschluss einfacher abschalten."

Drei Gründerzentren gibt es in Düsseldorf, je eines der IHK, der Handwerkskammer und der Wirtschaftsförderung.

Die Steuerfachangestellte und Bilanzbuchhalterin Ursula Born (52) hat sich zum 1. Mai als "Büro-Service Ursula Born" selbstständig gemacht und sagt: "Ich habe meine Arbeit harmonisch in mein Leben integriert." Denn sie berät ihre Kunden von daheim aus, kann sich deswegen ihre Zeit freier einteilen als in den über zwei Jahrzehnten, in denen sie als Angestellte in Großraumbüros gearbeitet hat.

"Der Wohlfühlfaktor bei der Arbeit ist jetzt viel höher", sagt Britta Dahnke (37), die mit Rainer Domnick (46) am 5. Januar das auf Wasserwirtschaft und Umwelttechnik spezialisierte Ingenieurbüro "blue-ing" in der Kurfürstenstraße eröffnet hat. "Als Angestellter bearbeitet man oft nur einen einen begrenzten Themenbereich. Jetzt können wir alle Felder unseres Berufs abdecken", sagt sie.

Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung - unter anderem mussten ein GmbH-Vertrag aufgesetzt und ein Businessplan erstellt werden, außerdem brauchten die Gründer Geld. Doch es lief trotz Krise so gut, dass schon sie schon im Februar den ersten zusätzlichen Ingenieur einstellten.

Der IHK-Gründungsberater Dieter Wolf rät: Wer gründen will, muss fachlich und kaufmännisch fit sein und sowohl über ein tragfähiges Verkaufs- als auch ein Vermarktungs-Konzept verfügen. Er sollte sich beraten lassen. Wolf sagt: "Wer sich in der Gründungsphase gut beraten lässt, taucht selten in der Insolvenzstatistik auf."

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