Städterivalität: In Bilk verstößt ein kleiner Verein gegen ein ungeschriebenes Gesetz.

Horst Kotscha (li.) und sein Kölsch-Club haben den Wirt ihrer Stammkneipe „Am Kamin“ an der Aachener Straße 167 in Bilk zum Kölsch-Ausschank überredet.
Horst Kotscha (li.) und sein Kölsch-Club haben den Wirt ihrer Stammkneipe „Am Kamin“ an der Aachener Straße 167 in Bilk zum Kölsch-Ausschank überredet.

Horst Kotscha (li.) und sein Kölsch-Club haben den Wirt ihrer Stammkneipe „Am Kamin“ an der Aachener Straße 167 in Bilk zum Kölsch-Ausschank überredet.

Stefan Arend

Horst Kotscha (li.) und sein Kölsch-Club haben den Wirt ihrer Stammkneipe „Am Kamin“ an der Aachener Straße 167 in Bilk zum Kölsch-Ausschank überredet.

Düsseldorf. Düsseldorfer, die aus Prinzip kein Kölsch in die Hand nehmen, bezeichnet Horst Kotscha als "Kleingeister". Er selber hat nichts gegen Alt und bestellt es selbstverständlich, wenn er in der Düsseldorfer Altstadt ausgeht. Aber vor zwei Jahren habe Kotscha und Freunde den ersten Düsseldorfer Kölsch-Club gegründet.

"Wir waren in Köln und hatten einen tollen Abend" erzählt der 55-jährige Kotscha, der in Bilk wohnt, den Anfang der Geschichte. Die Stimmung war gut - das Bier laut Kotscha auch. Allerdings spielt sich der Kneipenalltag der Clique weder in der Kölner noch in der Düsseldorfer Altstadt ab, sondern in einer kleinen Bilker Pinte gleich bei Kotscha um die Ecke. Also fingen sie an, den Wirt zu einem Kölsch-Abend zu überreden, nach einigen Monaten hatten sie ihn schließlich weichgeklopft.

Der Abend wurde ein voller Erfolg, 100 Leute kamen, tranken Kölsch und hörten Kölsche Lieder dazu. "Seitdem hat der Wirt Kölsch auf der Karte", erzählt Kotscha. Und damit war auch der Weg frei für den Kölsch-Club. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder in ihrer Stammkneipe und frönen dem Gebräu aus der nahe gelegenen Domstadt, das in der Landeshauptstadt manche für eine wässrige Plörre halten.

Horst Kotscha mag es heute lieber mild - deshalb trinkt er Kölsch

Nicht so Horst Kotscha und seine Club-Genossen. Sein Geschmack habe sich im Laufe der Jahre geändert, sagt er, er möge heute lieber mildere Biere. Wenn er in der Kölner Altstadt Sprüche hört wie "Das Schönste an Düsseldorf ist der Bahnhof ...", lacht er darüber oder kontert nicht minder originell: "Spart Wasser, trinkt Kölsch!"

Kotschas Eltern zogen nach Düsseldorf, als er fünf war, und er ist immer froh gewesen, dass ihn das Schicksal hierher verschlagen hat. Wenn man zum Beispiel in Süddeutschland abends ausgehe, würden die Leute gar nicht mit einem reden. Deshalb ist für Horst Kotscha klar: "Ich hätte nirgendwo anders leben wollen als in Düsseldorf - außer vielleicht in Köln."

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