Antilopen Gang und Broilers: Zwei Bands des Düsseldorfer Labels JKP lösen sich an der Spitze der deutschen Album-Charts ab.

Antilopen Gang und Broilers: Zwei Bands des Düsseldorfer Labels JKP lösen sich an der Spitze der deutschen Album-Charts ab.
Die Broilers (hier Frontmann Sammy Amara bei „Rock am Ring“) sind oben in den Charts vertreten.

Die Broilers (hier Frontmann Sammy Amara bei „Rock am Ring“) sind oben in den Charts vertreten.

Thomas Frey, dpa

Die Broilers (hier Frontmann Sammy Amara bei „Rock am Ring“) sind oben in den Charts vertreten.

Düsseldorf. Eine ganze Woche lang konnten sich die Bilker Hip-Hopper der Antilopen Gang (Headliner beim diesjährigen Open Source-Festival am 8. Juli) darüber freuen, mit ihrem Album „Anarchie und Alltag“ die Nummer eins der deutschen Albumcharts zu sein. Zwar wurden sie in der laufenden Woche von der Essener Thrash-Metal-Band Kreator abgelöst, die es nach 14 Alben und 34 langen Jahren Bandgeschichte zum ersten Mal auf die Pole-Position geschafft hat. Doch auch deren Zeit auf dem Thron währte nur sieben Tage lang, denn ab Freitag hat sich eine andere Band des Düsseldorfer Plattenlabels JKP („Jochen´s kleine Plattenfirma“) den Spitzenplatz zurückerobert: die Broilers.

Das Kunststück, von 0 auf 1 zu klettern, ist den Punkrockern bereits vor drei Jahren mit dem Vorgänger „Noir“ gelungen. Mit „(sic!)“ wiederholen sie diesen Erfolg eindrucksvoll. Zur Verkaufsunterstützung geht´s parallel auf große Hallentournee durch die Republik (u.a. am 25.3. Lanxess Arena, Köln) – bislang leider ohne ein Heimspiel-Termin.

Die „Toten Hosen“ bringen bald angeblich ein neues Album heraus

Gemeindet man die gebürtige Krefelderin Andrea Berg, die sich mit dem Album „Seelenleben“ im oberen Teil der Charts eingenistet hat, noch großzügig mit ein, und berücksichtigt die Platzierungen der heimischen Gangsta-Rapper Kollegah („Imperator“) und Farid Bang, gab es wohl nie zuvor so viel Düsseldorf in den „media-control-charts“.

Und dabei steht die größte Sensation noch aus, denn schon für Ende Mai darf man nach fünfjähriger Pause das neue Album der erfolgreichsten deutschen Rockformation erwarten, die neue Platte der Toten Hosen. Gerüchten zufolge soll es sich beim 16. Studioalbum im 35. Jahr der Bandhistorie um den zweiten Teil von „Learning English“ handeln, der Kollaboration mit ihren eigenen Punkrockhelden angelsächsischer Provenienz. Diese Spekulationen wurden durch einige Fotos in den sozialen Netzwerken von Campino & Co. mit den Heroen befeuert.

Egal, was am Ende dabei raus kommt, die Hosen haben sich selbst die Latte verdammt hoch gelegt. Ihre letzte Platte – „Ballast der Republik“ – war ihre bestverkaufte und wurde 2012 als Album des Jahres geehrt, die Single „Tage wie diese“ als Hit des Jahres und „Noches como Estas – Live in Buenos Aires“ als beste DVD-Produktion national ausgezeichnet.

Was immer vor der großen Europatour veröffentlicht werden mag, in jedem Fall werden es die älteren Herrschaften noch mal richtig krachen lassen. Sehr schade, dass der vor zwei Jahren überraschend verstorbene Labelgründer und Hosenmanager Jochen Hülder diese wahnsinnige Präsenz seiner ganzen Jungs nicht mehr miterleben kann, er hätte seine helle Freude daran gehabt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer