Am 18. Januar veranstaltet die Igedo eine „Gallery Berlin“. Im Februar findet dann die letzte CPD in Düsseldorf statt.

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Die „Gallery“ mit den jungen Designern war auch 2010 noch ein starker Magnet auf der CPD.

Die „Gallery“ mit den jungen Designern war auch 2010 noch ein starker Magnet auf der CPD.

Die Kollektionen von Annette Görtz werden von 18. bis 20. Januar in Berlin gezeigt – unklar ist, ob die Marken auch bei der „Gallery Düsseldorf“ künftig vertreten sind.

STA, Bild 1 von 2

Die „Gallery“ mit den jungen Designern war auch 2010 noch ein starker Magnet auf der CPD.

Düsseldorf. Die Macher der Düsseldorfer Modemesse gehen nach Berlin. Im vergangenen Jahr verhallte diese Ankündigung angesichts des beschlossenen Endes der CPD. Doch es ist so: Vom 18. bis 20. Januar findet erstmals die „Gallery Berlin“ statt.

Veranstaltet von der Düsseldorfer Igedo Company. Mit dabei sind Designer, die früher zu den Aushängeschildern der CPD zählten: Anett Röstel, Alexandra Schiess, Annette Görtz. Ist der vielbeschworene Messestreit der beiden Städte damit entschieden?

Alexandra Schiess hatte der CPD erst 2010 den Rücken gekehrt. „Die Messe ist nicht innovativ und kreativ“, hatte sie damals gegenüber der WZ gesagt.

Jetzt zeigt sie ihre Kollektion mit rund 60 Kollegen im Café Moskau am Berliner Alexanderplatz – die Fläche der neuen „Gallery Berlin“ ist damit ausgebucht. Währenddessen wird die „CPD Signatures“ auf dem Düsseldorfer Messegelände vom 4. bis 6. Februar zum letzten Mal stattfinden und danach endgültig beerdigt.

Messe in Berlin soll auch eine Werbung für Düsseldorf sein

„Die Designer sind an uns herangetreten und haben uns gebeten, eine Plattform in Berlin auf die Beine zu stellen“, sagt Mirjam Dietz, Executive Director der Igedo für den Bereich Mode. Gegangen wären die Firmen ohnehin – die gute Nachricht für Dietz war: „Das Vertrauen in die Igedo ist noch da.“

Und das Unternehmen will die neue Mini-Messe in der Hauptstadt nutzen, um für Düsseldorf zu werben. Denn schließlich soll es auch hier nach dem Ende der CPD noch eine Veranstaltung der Igedo geben – eine „Gallery Düsseldorf“, die vom 21. bis 23. Juli rund 400 Kollektionen der Avantgarde auf dem Heerdter Areal Böhler zeigen soll.

Die Igedo hat sich befreit vom angekratzten Namen CPD. Und vom Messegelände, das Dietz selbst als „altbacken“ bezeichnet. Jetzt will sie sich konzentrieren auf die Klientel, für die ein Showroom neben etablierten Großen wie Gerry Weber nicht infrage kommt: junge, designorientierte Mode – aber kompatibel für den Facheinzelhandel. „Da ist die Gallery Programm“, sagt Mirjam Dietz. Auf der CPD hieß so lange Jahre der Bereich für junge, trendige Mode.

Jetzt will die Igedo auf die Suche nach großen Sponsoren gehen

Mirjam Dietz’ Plan fährt zweigleisig: Berlin zu einem frühen Termin als Vorschau auf die Saison, Düsseldorf weiterhin als Order-Standort Nummer eins. Ob die Designer, die im Januar in Berlin dabei sind, auch im Sommer nach Düsseldorf kommen, ist noch unklar.

Neue Chancen bietet die Plattform in jedem Fall: „Wir sind zum Beispiel beim Termin unabhängig“, erklärt Dietz. In den Messehallen war die CPD zwischen anderen Veranstaltungen eingeengt – besonders im Februar durch die boot. Jetzt könnte ein Teil der Ausstellungsfläche im Areal Böhler sogar zwei Wochen als eine Art temporärer Showroom geöffnet bleiben. „Wir sind völlig offen“, so Dietz.

Das Konzept werde im Dialog mit Designern wie Rundholz, Beate Heymann, Annette Görtz und anderen erarbeitet. Mirjam Dietz hofft aber auch, dass die Sponsorensuche durch das attraktive Industriegelände auf Touren kommt – so könnten rund um die „Gallery Düsseldorf“ publikumswirksame Events geboten werden. Ähnlich wie bei der Berliner Fashion Week durch Mercedes Benz.

Aber auch eine längst begrabene Idee rückt wieder in Sichtweite: die Kooperation mit der Munichfashion Company, die in München mit ihrer Damenmode-Messe Erfolge feiert. Gemeinsam wollte man 2010 mit der „Impulse“ eine neue Trendmesse an den Start bringen – das Vorhaben scheiterte an der erfolglosen Suche nach einem schönen Standort außerhalb der grauen Messehallen.

Munichfashion zog daraufhin mit der „Supreme“ ins Bürohochhaus B1 am Kennedydamm. Diese ist für Februar mit 350 Luxus-Kollektionen bereits ausgebucht.

Sollten die drei Etagen des B1, auf denen jetzt die Supreme stattfindet, allerdings dauerhaft vermietet werden, würde die Munichfashion heimatlos. Könnte es langfristig doch zu einer gemeinsamen Messe auf dem Areal Böhler kommen?

„Die Türen sind nicht geschlossen“, sagt Aline Schaden von der Munichfashion Company. In jedem Fall wird sie die Entwicklung der „Gallery Düsseldorf“ interessiert verfolgen – sie glaubt an die Bedeutung der Messe für den Standort: „Die Igedo hat viel Macht. Das sollte man nicht missachten.“

© WhatsBroadcast

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