Umwelt Ein neu gegründeter Verein kämpft für den Erhalt von Bäumen. Die Stadt erteile zu oft Fällgenehmigungen.

Düsseldorf. In Düsseldorf gibt es rund 55 000 Straßenbäume. Immer wieder werden einige davon gefällt. Zum Teil ohne plausiblen Grund, meint jedenfalls Andreas Vogt von den "Düsseldorfer Baumfreunden": "Fällgenehmigungen werden häufig viel zu leichtfertig von der Stadt erteilt."

Dabei sei besonders die Fällungen alter Bäume tragisch. Sie seien nicht nur als Klimafaktor in der Stadt wichtig, indem sie Schadstoffe umwandeln, sondern für viele Menschen auch Ruhepol und Faszinosum.

 "Da nützt es auch nichts, wenn ein neuer Baum angepflanzt wird. Bis dieser die Funktion eines alten Baums ersetzt, vergehen viele Jahre", sagt Vogt. Und auch Erinnerungen könnten durch Neupflanzungen nicht ersetzt werden.

Vogt ist einer der Initiatoren des neuen Vereins "Düsseldorfer Baumfreunde". Ein konsequentes Engagement, denn Vogt kämpft seit vielen Jahren schon für den Erhalt der 200 Jahre alten Himmelgeister Kastanie.

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern will er nun aktiven Baumschutz betreiben und darüber hinaus Veranstaltungen zum Thema organisieren. "Wir sind eine zwanglose Gemeinschaft, jeder darf kommen, aber ist zu nichts verpflichtet", erklärt Vogt. Verbindendes Element sei allein die Freude an Bäumen.

Dialog zwischen Baumschützern und Gartenamt soll verbessert werden

Der Freundeskreis "Himmelgeister Baumgeister" versucht, mit einer Spendenaktion 5000 Euro für kranke Kinder zu sammeln. Viele Freiwillige haben sich bereits gemeldet, um am Samstag ab 15 Uhr von der Himmelgeister Kastanie aus einen zwölf Tonnen schweren Feuerwehrwagen am fünf Kilometer langen Rheinbogen entlang zu ziehen. Je gezogenen Meter zahlen Sponsoren einen Euro. Wer mitmachen will, meldet sich unter Telefon 0211/7480874.

Die Baumfreunde haben sich vor kurzem als loser Freundeskreis aus zahlreichen unterschiedlichen Düsseldorfer Initiativen formiert - und inzwischen einen eigenen Verein gegründet. Vorbild ist die bundesweite Initiative "Bürger für Bäume".

Das nächste Treffen ist am 19.Mai, 20 Uhr, im Café Grenzenlos, Kronprinzenstraße 113.

Andrea Vogelgesang: Tel.: 67 90 245; Mail: an.vogelgesang@gmx.de. Andreas Vogt: Tel.: 74 80 874; Mail: AVogt@web.de.

Besonders wichtig sei der Dialog zwischen Gartenamt und Baumschützern. "Natürlich müssen manche Bäume gefällt werden, etwa wenn sie krank sind oder von ihnen eine Gefahr ausgeht", sagt Mitstreiterin Andrea Vogelgesang.

"Unsere Forderung ist es, mehr Transparenz für den Bürger zu schaffen", ergänzt Vogt. Durch frühzeitige Informationen seitens der Stadt über eine geplante Fällung bleibe den Bürgern mehr Zeit, um sich eventuell dagegen zu wehren.

"Wir wollen als Anlaufstelle dienen, um Bürgern Tipps zu geben, wie sie sich gegen geplante Fällungen wehren können", sagt Vogt.

Jüngstes Beispiel für den Protest von Bürgern ist Elke Bongers: Sie kämpft mit einer Unterschriftenaktion gegen die Fällung von Bäumen in der Holthausener Henkel-Siedlung. Erst vor wenigen Wochen sei in der Boschstraße ein alter Ahorn aus "nicht nachvollziehbaren Gründen" gefällt worden.

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