Zeigen Produzenten Interesse an der Stadt als Schauplatz, hilft die DMT gerne weiter. Denn die Auftritte stärken das Image.

Im Krimi „Lösegeld“ sind mehrere Orte in Düsseldorf zu sehen. Neben der Rheinpromenade auch das Kreuzherreneck, der Breidenbacher Hof und natürlich verschiedene Panorama-Ansichten.
Im Krimi „Lösegeld“ sind mehrere Orte in Düsseldorf zu sehen. Neben der Rheinpromenade auch das Kreuzherreneck, der Breidenbacher Hof und natürlich verschiedene Panorama-Ansichten.

Im Krimi „Lösegeld“ sind mehrere Orte in Düsseldorf zu sehen. Neben der Rheinpromenade auch das Kreuzherreneck, der Breidenbacher Hof und natürlich verschiedene Panorama-Ansichten.

Für den Hollywood-Streifen „Cloud Atlas“ war Düsseldorf nur Kulisse. Der Vorplatz des Dreischeibenhauses sollte eine Straßenszene in San Francisco darstellen. Archiv

Für den Hollywood-Streifen „Cloud Atlas“ war Düsseldorf nur Kulisse. Der Vorplatz des Dreischeibenhauses sollte eine Straßenszene in San Francisco darstellen. Archiv

Im Krimi „Lösegeld“ sind mehrere Orte in Düsseldorf zu sehen. Neben der Rheinpromenade auch das Kreuzherreneck, der Breidenbacher Hof und natürlich verschiedene Panorama-Ansichten.

WDR, Bild 1 von 4

Im Krimi „Lösegeld“ sind mehrere Orte in Düsseldorf zu sehen. Neben der Rheinpromenade auch das Kreuzherreneck, der Breidenbacher Hof und natürlich verschiedene Panorama-Ansichten.

Düsseldorf. In wie vielen Filmen schon Hauptdarsteller in ihren Wagen über die Rheinkniebrücke gejagt sind, lässt sich vermutlich nicht beziffern. Doch der Blick über den Rhein, der unter der Brücke entlanggurgelt und die Altstadt mit dem Schlossturm im Hintergrund, scheint ein beliebtes Motiv bei Filmschaffenden zu sein.

Und nicht nur das. Immer wieder lassen sich verschiedene Ecken der Stadt in Film und Fernsehen entdecken. Doch wie kommen Produzenten von Filmen eigentlich auf die Idee, Düsseldorf als Drehort oder sogar Schauplatz zu wählen?

„Dafür gibt es Locationscouts“, sagt Roman von der Wiesche, Sprecher der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH (DMT). Das sind Personen, die wissen, wie es wo in welcher Stadt aussieht und Film- und Fernsehproduzenten bei der Auswahl der Drehorte helfen. Ist Düsseldorf als Produktionsstätte ins Auge gefasst, wenden sich viele dann an die DMT für weitere Ratschläge.

„Die Aufnahmen dokumentieren auch, wie sich die Stadt verändert hat.“

Roman von der Wiesche, DMT

„Filmteams rennen bei uns offene Türen ein“, sagt von der Wiesche. Die DMT helfe dann, Drehgenehmigungen zu beantragen, geeignete Orte zu finden, aber manchmal auch mit der Ausstattung. „Ich erinnere mich, dass bei der Produktion des Fernsehfilms ,Lösegeld’ nach Düsseldorf-spezifischen Gegenständen gefragt wurde“, sagt der Sprecher. Wer genau hinsieht, kann im fertigen Film ein paar Radschläger-Tassen entdecken.

Doch nicht nur die DMT setzt sich dafür ein, Filmproduzenten Düsseldorf als Drehort schmackhaft zu machen: Die Film- und Medienstiftung NRW holt mit ihrer Förderung Filmproduktionen nach NRW. „Wir sind stets im engen Austausch mit Filmschaffenden, hier vor Ort, in NRW, national und international“, sagt Petra Müller, Geschäftsführerin der Filmstiftung. Dazu nutzen sie Festivals und Märkte und veranstalteten auch selbst Branchenevents, um die Vernetzung, auch über einzelne Branchen hinweg, zu fördern. „Das alles stärkt den Filmstandort NRW“, sagt Müller.

Filmauftritte können Touristen anlocken

Der Krimi „Die Katze“ von 1988 zeigt einen Überfall mit Geiselnahme vor dem Hotel Nikko an der Immermannstraße. Bei „Ein Freund von mir“ (2006) mit Daniel Brühl und Jürgen Vogel, lassen sich in manchen Szenen das Arag-Hochhaus, der Tausendfüßler und der Flughafen im Hintergrund erkennen. In der Jugendfilmreihe „Die Wilden Hühner“ war unter anderem das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Benrath Drehort. Im Film „Der Olivenbaum“ (2016) ist der Düsseldorfer Hafen Ziel der Reise der Protagonisten. Der Film „Hardcover“ (2008) zeigt mit der Kölner und der Ronsdorfer Straße sowie der Zoo-Brücke auch andere Ecken der Stadt.

Die RTL-Serien „Alarm für Cobra 11“ und „Der Clown“ wählten oft Motive aus der Umgebung. Bei ersterer war das zum Beispiel die Esprit-Arena. 1990 und 2001 gab es zudem die Serien „Abenteuer Airport“ und „Drehkreuz Airport“, die am Flughafen gedreht wurden.

Einzelne Szenen für Tom Tykwers Film „Cloud Atlas“ (2012) mit Halle Berry und Tom Hanks wurden vor dem Dreischeibenhaus gedreht. Auch für seinen Film „Ein Hologramm für den König“ (2016) wählte Tom Tykwer Düsseldorf – der Keller eines Wohnhauses an der Tersteegenstraße dürfte aber den wenigsten bekannt vorkommen.

Roman von der Wiesche glaubt, dass ein Auftreten Düsseldorfs in verschiedenen Filmen durchaus einen positiven Effekt auf den Tourismus haben kann. „Das passiert wahrscheinlich unterschwellig. Sieht man die Stadt immer wieder, denkt man vielleicht irgendwann: Da ist es schön, da will ich mal hin.“ Ob und wie viele Touristen aufgrund von Filmauftritten nach Düsseldorf reisen, lasse sich natürlich schwer nachweisen.

Die Aufnahmen haben aber über lange Zeit auch eine Art historischen Wert. „Dort wird im Endeffekt dokumentiert, wie sich die Stadt verändert hat.“ Außerdem entdecke man auch immer wieder neue Perspektiven auf die Stadt, die auch für Düsseldorfer manchmal überraschend sein können. Denn die Fahrt über die Rheinkniebrücke ist nicht das einzige Motiv, das gerne gewählt wird (siehe Kasten).

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