Viele Düsseldorfer zwischen 25 und 50 Jahren treiben außerhalb von Vereinen Sport. Die Stadt will ihnen gerechter werden.

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Skater sollen auf zwei bestehenden Sportanlagen Strecken bekommen.

Skater sollen auf zwei bestehenden Sportanlagen Strecken bekommen.

Jogger sollen nicht nur Linksrheinisch auf beleuchteten Strecken laufen.

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Skater sollen auf zwei bestehenden Sportanlagen Strecken bekommen.

Düsseldorf. Wohnen, lernen, arbeiten, einkaufen - das "Stadtentwicklungskonzept (Stek) Düsseldorf 2020" analysiert nicht nur lebensnotwendige Rahmenbedingungen. Mit dem Thema "Sport und Bewegung" widmet sich die Verwaltung auch dem Freizeitverhalten der Düsseldorfer. "Die Förderung von Sport- und Bewegungsaktivitäten aller Altersgruppen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Bemühungen, das Leben und Wohnen hier so attraktiv wie möglich zu gestalten", sagt Sportdezernent Werner Leonhardt. Insbesondere durch den gesundheitlichen Aspekt gewinne der Sport zunehmend an Bedeutung.

Der Verwaltungsmann ist neugierig auf das neue Jahr. Er möchte bald von den Düsseldorfern zwischen 25 und 50 Jahren wissen, welche Sportart sie wann und wo gerne betreiben. Denn Leonhardt und die Fachleute seines Sportamtes und des Stadtsportbundes sind sich sicher: Neben den gut 111 000 Kindern und Erwachsenen, die in den 370 Sportvereinen Mitglieder sind, gibt es in der Landeshauptstadt mindestens ebensoviele Menschen, die individuell in Bewegung sind.

Das kann im Fitnessstudio sein oder ganz solo beim Joggen oder Skaten. Genaueres soll die Befragung herausfinden. Sie ist Bestandteil des Stek und sollte der Stadtrat das Konzept so verabschieden, kann sie starten.

Stadt will 25- bis 50-Jährige nach sportlichen Vorlieben befragen

Dass genau die 25- bis 50-Jährigen hier ihre sportlichen Vorlieben erklären sollen, basiert auf der Erkenntnis, dass viele außerhalb des Vereins Sport treiben. Herausgekommen ist dies im Rahmen des Check-Tests, an dem seit 2003 das Gros der Zweitklässler teilnimmt und deren Eltern angeschrieben werden. Die Mütter und Väter werden in dem Fragebogen nach ihren sportlichen Aktivitäten befragt. Knapp die Hälfte (Frauen 43 %, Männer 44,7 %) gab an, Sport zu treiben.

Ihre Wünsche sind nun gefragt, um auch die Infrastruktur der Sportstätten und Angebote anzupassen. Eine weitere Befragung kann sich der Sportdezernent bei größeren Veranstaltungen wie dem Marathon oder dem Kö-Lauf vorstellen. Auch hier treten viele an, die nicht in Vereinen organisiert sind. Die Ergebnisse sollen auch in das Gesamkonzept Laufsport einfließen, das der Sportausschuss beschlossen hat.

Sportdezernent Werner Leohnardt ist sich sicher, dass die Millionen-Investitionen im Rahmen des Masterplans Sport bisher richtig waren. So bekamen u.a. die großen Stadtteile Gerresheim und Bilk Dreifachturnhallen, die seit Jahrezehnten gefordert worden waren.

Doch ob in dem Tempo weiter gebaut und saniert werden muss, soll überprüft werden. Denn in der Bedarfsanalyse des Stadtentwicklungskonzeptes steht im Vordergrund, weitere Investitionen und Angebote an den sportiven Bedürfnissen der verschiedenen Altersgruppen zu orientieren.

Für den Kinder- und Seniorensport braucht die Stadt mehr Räume

Der starke Zulauf der Vereine bei Kinder und Jugendlichen und der enorme Anstieg der Über-60-jährigen in den vergangenen zehn Jahren steht dabei im Vordergrund. Für sie braucht man mehr Räume, das muss - so bei den Senioren- nicht die klassische Turnhalle sein. Es können bestehende Räume sein, nicht auszuschließen, das auch noch neue geschaffen werden müssen.

Sportverwaltung rät Vereinen zu fusionieren

Die Verwaltung wird deshalb in diesem Jahr für einen der zehn Stadtbezirke das Modell eines Bewegungszentrums vorschlagen. Hier - beispielsweise angebunden an eine Bezirkssportanlage - könnten unter Koordination des Stadtsportbundes und der Vereine die Bewegungsmöglichkeiten für die Jungen und die Älteren angeboten werden. Wird das Modellprojekt angenommen, ist ein solches Zentrum in allen zehn Stadtbezirken denkbar.

Klar ist für Dezernent Werner Leonhardt zudem, dass die Vereine generell viel stärker als bisher kooperieren und auch fusionieren sollten. Gemeinsam können die ehrenamtlich organisierten Vereine besser Trends und damit Bedürfnissen gerecht werden. Leonhardt will die Vereine nicht zur Fusion zwingen, verspricht aber für zielgerichtetere Sportangebote auch Zuschüsse von der Stadt.

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