Die Awista-Männer holen den Müll der Düsseldorfer ab – ein Knochenjob. Unser Reporter fuhr mit.

Die Awista-Männer holen den Müll der Düsseldorfer ab – ein Knochenjob. Unser Reporter fuhr mit.
Norbert Gogollok sitzt im Lkw und hat alles im Blick. WZ-Mitarbeiter Andreas Flammang hat nach einiger Zeit die Tonnen im Griff.

Norbert Gogollok sitzt im Lkw und hat alles im Blick. WZ-Mitarbeiter Andreas Flammang hat nach einiger Zeit die Tonnen im Griff.

Norbert Gogollok sitzt im Lkw und hat alles im Blick. WZ-Mitarbeiter Andreas Flammang hat nach einiger Zeit die Tonnen im Griff.

Melanie Zanin, Bild 1 von 2

Norbert Gogollok sitzt im Lkw und hat alles im Blick. WZ-Mitarbeiter Andreas Flammang hat nach einiger Zeit die Tonnen im Griff.

Düsseldorf. Es ist gerade erst acht Uhr. Seit knapp zwei Stunden ist die Mannschaft unterwegs. „Mach mal hier drin eine Pause, sonst schaffst du die zweite Tour nicht“, sagt Norbert Gogollok und schaut vom Fahrersitz herunter. Das angestrengte Gesicht hat er wohl bemerkt. Dabei geht es gerade erst los - und ja, es gibt noch eine zweite Tour. Doch die Hilfe eines Anfängers brauchen er und seine Kollegen ohnehin nicht. Jeder Handgriff sitzt.

Während Norbert Gogollok den Lkw durch die Innenstadt fährt, sind weitere Mitarbeiter draußen. Eine Mülltonne nach der anderen ziehen sie vom Straßenrand, packen deren Inhalt gekonnt in den Laster und stellen sie zurück. Der Fahrer hat derweil alles im Blick. Er schlängelt den Koloss vorbei an schief geparkten Autos, ungeduldigen Verkehrsteilnehmern und motivierten Fahrradfahrern. Ist eine Straße besonders eng, bringt ihn das nicht aus der Ruhe. „Da gibt es viel schlimmere Stellen.“ Der Mann spricht aus Erfahrung. Seit 36 Jahren ist er bei der Awista. Ein Pfiff von draußen und ein Ruf: „Norbert! Weiter geht’s!“

Die Awista-Männer holen den Müll der Düsseldorfer ab – ein Knochenjob. Unser Reporter fuhr mit.
Norbert Gogollok sitzt im Lkw und hat alles im Blick. WZ-Mitarbeiter Andreas Flammang hat nach einiger Zeit die Tonnen im Griff.

Norbert Gogollok sitzt im Lkw und hat alles im Blick. WZ-Mitarbeiter Andreas Flammang hat nach einiger Zeit die Tonnen im Griff.

Norbert Gogollok sitzt im Lkw und hat alles im Blick. WZ-Mitarbeiter Andreas Flammang hat nach einiger Zeit die Tonnen im Griff.

Melanie Zanin, Bild 1 von 2

Norbert Gogollok sitzt im Lkw und hat alles im Blick. WZ-Mitarbeiter Andreas Flammang hat nach einiger Zeit die Tonnen im Griff.

Sein junger Kollege steht schon wieder auf dem Trittbrett hinten am Müllwagen. Er ist Mitte zwanzig, trägt Bart, kurze Haare und ist ziemlich gut gelaunt. Seine Arbeit hat er perfektioniert. Schaut man ihm zu, wie er mit einer Hand die vollen Mülltonne dreht, eine leere vom Kran am Lastwagen zieht und wieder zurückstellt, ist das beeindruckend. Das alles macht er irgendwie gleichzeitig und es scheint, als wäre es ein Kinderspiel.

Auf der Kö muss es schneller gehen – hier hat niemand Zeit

Ohne den richtigen Griff sind die schweren Tonnen aber kaum zu bewegen. „Kein Sorge, ich habe auch ein paar Wochen gebraucht, bis alles so geklappt hat.“ Der junge Kollege ist gerade die Treppe zum Fahrerhaus hochgestiegen und setzt sich auf die Rückbank. „Na? Hier oben ist doch entspannter, oder?“, scherzt. Es geht zur nächsten Straße. Norbert Gogollok steigt selbst immer wieder runter und packt mit an, wenn viel Müll draußen steht. Auch er beherrscht die Griffe, weiß, wie man sich bewegen muss, um sich keine Zerrung zu holen. „Die Tonnen musst du ganz cool, locker und lässig ziehen“, erklärt er.

Das Team biegt auf die Kö ab. Hier stehen viele Tonnen am Straßenrand. Obwohl es gerade erst halb neun ist, füllt es sich auf den Gehwegen und Straßen. Zwei aus dem Team gehen vorher die Strecke ab. Sie haben die Tonnen aus Innenhöfen und Kellern herausgestellt, sodass Norbert Gogollok und sein junger Kollege die vollen Tonnen direkt entleeren können. Auf der Kö muss es schneller gehen, denn viel Zeit will niemand opfern, wenn er im Auto hinter dem Lkw warten muss.

Anfänger bleiben hier besser auf dem Beifahrersitz. Ein weiterer Mitarbeiter stellt die Tonnen dann wieder zurück. Doch die Übergänge sind fließend. „Wir helfen uns allen gegenseitig“, erklärt der Fahrer. „Außerdem wechseln wir uns mit den Aufgaben ab, damit nicht immer die gleichen die schweren Tonnen tragen“, fügt der Kollege mit dem Bart hinzu. In einer kleineren Seitenstraße kommt eine Mannschaft aus einem anderen Revier entgegen. Man kennt sich und begrüßt sich sehr freundlich. Einer aus dem anderen Team springt vom Trittbrett ab und hilft kurz bei zwei Tonnen mit. Nach der Innenstadttour wird der Müll zur Verbrennung gebracht.

Man kennt sich und das Revier und lässt sich den Spaß nicht nehmen

Direkt danach geht es weiter zur zweiten Runde nach Bilk. Trotz der harten Arbeit ist die Stimmung gut. Es wird untereinander gescherzt und gelacht. Der Umgang ist herzlich. Manchmal wird sogar ein Lied gepfiffen. „Unser Job ist schon hart genug, da lassen wir uns den Spaß nicht nehmen“, sagt der junge Kollege und lacht. Das Team fährt meistens in der gleichen Besetzung, man kennt sich und das Revier. „Würde es mir keinen Spaß machen, wäre ich nicht so lange dabei“, erklärt Norbert Gogollok. Er schätzt an der Arbeit, dass sie draußen unterwegs sind. Außerdem werde es nie langweilig, denn es passiere immer etwas. Gerne und motiviert machen sie ihren Job.

Schwer vorstellbar, aber auch an das sehr frühe Aufstehen gewöhne man sich mit der Zeit. Doch die Wertschätzung durch die Bevölkerung könnte größer sein. „Um mich macht sich der Bürger keine Sorgen. Sie packen eine Tonne sehr voll und die andere ist leicht. Dabei ist es viel anstrengender für uns, wenn man den Müll nicht verteilt“, erklärt der junge Kollege. „Aber da ärgern wir uns nicht lange und machen weiter.“ Norbert Gogollok stimmt zu, dass sich manche Menschen keine Gedanken über die Arbeit der Müllmänner machen.

Doch sie haben auch Fans. Ein kleiner Junge auf einem Tretroller schaut begeistert auf das große orangefarbene Auto und bleibt auf dem Bürgerteig stehen, guckt zu. Die ganze Mannschaft winkt und ruft ihm zu.

An einem Kindergarten öffnet eine Betreuerin die Tür, sodass die ganze Gruppe das Team begrüßen kann. Eine Düsseldorferin schätzt ihre Arbeit besonders: Regelmäßig steckt sie ihnen ein handgeschriebenes Gedicht zu. Das erfreut die Männer bei ihrem harten Job.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer