Der Prediger-Orden feiern ihr 800-jähriges Bestehen am Sonntag in der Altstadt – wo sie seit 1973 viel bewirken.

Dominikaner-Prior Elias Füllenbach (2.v.l.) mit Stadtmuseumsdirektorin Susanne Anna, deren Stellvertreterin Sigrid Kleinbengartz und den letzten Nonnen des Düsseldorfer Ordens vor einem Gemälde von Charles Maucourt, das Heinrich Albert Joseph Ropertz zeigt. Archivfoto von November 2015.
Dominikaner-Prior Elias Füllenbach (2.v.l.) mit Stadtmuseumsdirektorin Susanne Anna, deren Stellvertreterin Sigrid Kleinbengartz und den letzten Nonnen des Düsseldorfer Ordens vor einem Gemälde von Charles Maucourt, das Heinrich Albert Joseph Ropertz zeigt. Archivfoto von November 2015.

Dominikaner-Prior Elias Füllenbach (2.v.l.) mit Stadtmuseumsdirektorin Susanne Anna, deren Stellvertreterin Sigrid Kleinbengartz und den letzten Nonnen des Düsseldorfer Ordens vor einem Gemälde von Charles Maucourt, das Heinrich Albert Joseph Ropertz zeigt. Archivfoto von November 2015.

Sergej Lepke

Dominikaner-Prior Elias Füllenbach (2.v.l.) mit Stadtmuseumsdirektorin Susanne Anna, deren Stellvertreterin Sigrid Kleinbengartz und den letzten Nonnen des Düsseldorfer Ordens vor einem Gemälde von Charles Maucourt, das Heinrich Albert Joseph Ropertz zeigt. Archivfoto von November 2015.

Düsseldorf-Altstadt. Bestes Wetter, Brückentag – und dennoch ist selbst die Mittagsmesse am Freitag in der Andreas-Kirche zumindest so gut besucht, wie in etlichen anderen Kirchen der Sonntagsgottesdienst. Die Dominikaner in der Altstadt genießen halt einen glänzenden Ruf in der Stadt, auch und gerade für ihre geistreichen Predigten. An diesem Wochenende feiert der Ordo Praedicatorum (deshalb der Zusatz OP) sein 800-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst und anschließendem Straßenfest am Sonntag. „1216 hat der Papst den Orden der Prediger bestätigt, davor durften nur Bischöfe oder von ihm Bevollmächtigte predigen“, sagt Pater Elias Füllenbach, der Prior der Düsseldorfer Dominikaner: „Und das Evangelium zu verkünden ist bis heute unsere Hauptaufgabe.“

Schon 1860 hieß es zu Düsseldorf: „Das sittliche Elend dort ist groß“

Das ist mitten in der Altstadt, im Trubel von Kneipen, Touristen und den – gerade an diesem Wochenende in unfassbaren Scharen auflaufenden – Junggesellenabschieden weiß Gott nicht immer einfach. Dennoch nennt der gebürtige Düsseldorfer Elias den Umzug der Patres 1973 von der Herzogstraße in das zum Kloster umgebaute Pfarrhaus gegenüber der frühbarocken Prachtkirche „sehr weise“, denn: „Wir stehen für eine offene Kirche, sind hier für alle Menschen da und ansprechbar.“ „Glauben leben, Wissen teilen, Leben begleiten“, lautet ihr Motto. Vor 25 Jahren startete deshalb an St. Andreas auch das erste City-Seelsorge-Projekt in der Stadt.

Die Geschichte der Dominikaner in Düsseldorf reicht nun nicht 800 Jahre, aber immerhin 156 Jahre zurück. Schon damals hatte die Stadt offenbar einen zweifelhaften Ruf, wie die Empfehlung des Bischofs von Luxemburg zeigt. Der schlug – nachdem in der Säkularisation viele Klöster geschlossen worden waren – Düsseldorf als Sitz für ein neues Dominikanerkloster so vor: „Die Bevölkerung dort ist sehr rege und geistig aufgeweckt. Aber deshalb ist es auch leicht, das Volk zu verführen. Auch das sittliche Elend ist dort sehr groß.“

1860 zogen die Dominikaner erst in die Friedrichstraße, 1869 beziehungsweise 1890 wurden dann das neue Kloster und die Kirche an der Herzogstraße eingeweiht. Bis 1932 war Düsseldorf sogar Zentrale der deutschen Dominikaner, bevor das „Provinzialat“ nach Köln kam. Der Orden genoss in Düsseldorf von Anfang an hohes Ansehen, auch weil er in beiden Weltkriegen das Kloster zum Lazarett machte. 1972 wurde das Grundstück an der Herzogstraße an die WestLB verkauft. Danach übernahmen die Patres die Seelsorge an St. Andreas, zunächst vor allem Werner Poh, später der 2006 gestorbene Emmanuel Renz. Enge Beziehungen gab es stets zum Görres-Gymnasium, vor allem musikalischer Natur. 2011 kam „Andreas“ dann unter den Hut der Pfarrkirche St. Lambertus: „Wir sind gerne und bewusst Teil dieser Pfarrei, aber haben uns auch eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt“, sagt Elias zufrieden.

In der Tat tat die Fusion der Beliebtheit von „Andreas“ und den Dominikanern keinen Abbruch. Die Kirche ist jeden Sonntag gut besucht, die Nachfrage nach Taufen, Trauungen und auch Beerdigungen wächst und wächst. Pater Elias: „Wir müssen schon genau überlegen, was wir als zur Zeit acht Brüder hier leisten können und was nicht, denn wir haben alle auch noch andere Aufgaben.“

PROGRAMM Am Samstag beginnt um 20 Uhr die „Dominikanische Nacht in St. Andreas“. Am Sonntag ist um 11 Uhr Festgottesdienst mit dem Provinzial Johannes Bunnenberg, bis 2008 Prior in Düsseldorf. Anschließend steigt vor der Kirche ein Straßenfest.
dominikaner-duesseldorf.de

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