Discjockey Theo Fitsos spricht über Rauchverbote, vorglühende Gäste und das Scheitern des Party-Hafens.

Interview
Theo Fitsos legt seit fast 30 Jahren in Düsseldorfer Clubs auf. Der 52–Jährige kennt die Clubszene wie kaum ein anderer.

Theo Fitsos legt seit fast 30 Jahren in Düsseldorfer Clubs auf. Der 52–Jährige kennt die Clubszene wie kaum ein anderer.

Judith Michaelis

Theo Fitsos legt seit fast 30 Jahren in Düsseldorfer Clubs auf. Der 52–Jährige kennt die Clubszene wie kaum ein anderer.

Düsseldorf. Seit fast 30 Jahren dreht Theo Fitsos in Düsseldorf am Plattenteller. Die WZ sprach mit dem Stamm-DJ aus dem Chateau Rikx über die Clubszene in der Landeshauptstadt.

Was hat sich in der Clubszene verändert?

Theo Fitsos: Es gab damals zwei Dinge nicht, Handys und das Nichtrauchergesetz. Beide sind ein absoluter Stimmungstöter, wenn die Tanzfläche plötzlich halbleer ist und der Rest der Gäste mit den Geräten herumspielt. Früher hat man zusammen gefeiert, da gab es ehrliche Partys. Heute sind viele unterwegs, um sich selbst zu feiern.

Viele Clubs sind verschwunden, andere neu entstanden. Woran liegt das?

Fitsos: Düsseldorf ist eine Stadt mit rund 600 000 Einwohnern, daran hat sich nicht viel verändert. Und es gibt eine Szene, die nenne ich „Die Karawane“. Die erscheint zum Beispiel, wenn ein Club wie das Attic an der Kö eröffnet. Und meckert, wenn das Bier eine Minute zu spät kommt oder ein Grad zu warm ist. Die Karawane kann einen Laden nach oben bringen, oder brutal kaputtmachen.

Theo Fitsos ist geborener Düsseldorfer, 52 Jahre alt, und seit 1985 DJ. Freitags und samstags legt er im Chateau Rikx am Belsenplatz auf

Am 19. September steigt im K21 (Ständehaus) die Clubnacht mit den DJs Michi Beck (Die Fantastischen Vier), Theo Fitsos und Frank Dursthoff.

Los geht es um 22 Uhr, der Eintritt kostet 19,50 Euro.

Warum hat der Hafen als Party-Zone nicht funktioniert?

Fitsos: Da liegt einfach an den Pachten, die waren zu hoch. Und wenn ein Club wie das 3001 nur einen oder zwei Tage in der Woche offen hat, kann sich das auf Dauer nicht rechnen. Es liegt aber auch an der Tür-Politik. Wenn ich mit meinem DJ-Kollegen Tortee nicht hereingelassen werden, weil einer eine bunte Jacke anhat, läuft da etwas falsch.

Liegt das Problem auch beim Publikum?

Fitsos: Clubs, die sich nur auf junge Leute konzentrieren und Getränkepreise von acht bis zehn Euro nehmen, fahren kein gutes Konzept. Das ist ein Publikum, das vorher an der Trinkhalle zwei Flaschen Wodka kauft und „vorglüht“, um Geld zu sparen. Wenn man bei einem Durchlauf von 400 Gästen davon ausgeht, dass nur ein Getränk pro Gast weniger verkauft wird, hätte man damit schon das ganze Personal bezahlt.

Gehen denn die Älteren noch aus?

Fitsos: Es gibt nur zwei Clubs mit einem gemischten Publikum von 20 bis 50 Jahren. Die richtige Mischung halte ich für das beste Konzept. Es gibt aber inzwischen auch eine ganze Reihe Bars, wo man ohne Druck, sitzen, Musik hören und etwas trinken kann. Das Café a gogo in Derendorf ist ein schönes Beispiel, wie so etwas funktionieren kann.

Wenn das Chateau Rikx außer Konkurrenz läuft. Was sind Ihre fünf Top-Clubs?

Fitsos: Das Les Halles, auch wenn es leider Ende Dezember schließen muss, ist für mich die Nummer Eins. Dann kommt mich das Attic an der Kö mit den schrägen Partys die Frank Dursthoff dort veranstaltet. Wenn DJ Mossy am Turntable steht, empfehle ich die Rudas Studios im Hafen. Außerdem gehören für mich „Die Mauer“ an der Ratinger Straße und das „Ufer 8“ zu den fünf Top-Clubs.

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