Drei Mal in wenigen Tagen wurden Frauen auf offener Straße belästigt. Expertin klärt auf, wie man es den Tätern schwer macht.

Drei Mal in wenigen Tagen wurden Frauen auf offener Straße belästigt. Expertin klärt auf, wie man es den Tätern schwer macht.
Marion Heyers kommt zu Firmen und Vereinen.

Marion Heyers kommt zu Firmen und Vereinen.

Polizei

Marion Heyers kommt zu Firmen und Vereinen.

Düsseldorf. Am vergangenen Donnerstag um 17 Uhr war eine 45-Jährige zu Fuß auf der Oststraße unterwegs. Plötzlich fasste ihr ein Unbekannter zunächst an den Po, danach auch noch an die Brüste. Es war bereits der dritte ähnliche Vorfall in wenigen Tagen.

Auch am 5. Januar in Bilk und am 8. Januar in Mörsenbroich wurden Frauen auf offener Straße sexuell belästigt, nach einem ähnlichen Muster wie in der Kölner Silvesternacht. In allen drei Fällen sind die Täter noch flüchtig. „Ja, wir haben einen Trend, dass die Fälle in diesem Bereich nach oben gehen“, bestätigte Polizeisprecherin Susanna Heusgen. Genaue Zahlen sollen aber erst im Rahmen der Kriminalstatistik für 2016 vorgestellt werden.

„Nach den Silvester-Vorfällen im vergangenen Jahr sind so viele Frauen auf mich zugekommen, weil sie Angst hatten“, sagt Marion Heyers, die bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle für den Bereich „Gewalt gegen Frauen“ zuständig ist. Sie hat einen zweistündigen Vortrag erarbeitet, den sie nur für Frauen hält: „In Firmen, bei Vereinen, aber auch bei der Stadt.“ Darin erklärt sie, wie Frauen sich vor, während und nach der Tat am besten schützen können.

Prävention

Die Kriminaloberkommissarin rät, dass Frauen sich geistig damit beschäftigen sollten, dass sie in eine solche Situation geraten könnten: „Alles, was man im Gehirn schon einmal durchgespielt hat, lässt sich leichter bewältigen.“ Grundsätzlich rät die Expertin zum Besuch von Selbstbehauptungskursen, wie sie vom Polizeisportverein angeboten werden: „Die gehen über zehn Wochen, aber auch danach muss man dranbleiben.“ Wochenend-Workshops hält Marion Heyers für wenig sinnvoll. Wichtig ist eine individuelle Beratung, weil jede Frau auch andere Voraussetzungen mitbringt. Während der Tat: Von der Bewaffnung mit Scheren, Messern oder Pfefferspray rät sie ab: „Die Gefahr ist groß, dass man sich selbst dabei verletzt.“ Besser seien Haarspray oder Deo. Damit könne man einen Angreifer für zwei Sekunden außer Gefecht setzen, um zu flüchten: „Die Dosen werden auch an der Tür zur Disko nicht einkassiert. Ich bin ein großer Fan von Trillerpfeifen. Keine billigen, sondern echte Schiedsrichterpfeifen.“ Die können einen Täter irritieren. Außerdem sollten Frauen so laut wie möglich um Hilfe schreien.“

Nach der Tat

Opfer sollten in jedem Fall sofort die 110 anrufen und sich bei der Polizei melden: „Nicht waschen, nicht duschen.“ Es sei enorm wichtig, dass in der Gerichtsmedizin die Spuren gesichert werden. Eine Aussage sei auch ein oder zwei Tage später möglich. Psychologische Hilfe sollte unbedingt in Anspruch genommen werden. Zum Beispiel bei der Ambulanz für Gewaltopfer.

Bis zu 25 Frauen können an den Kursen von Marion Heyers teilnehmen. Sie sind kostenlos. Praktische Übungen gibt es nicht. Kontakt zur Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle per E-Mail marion.heyers@polizei.nrw.de KKK-O.duesseldorf@ polizei.nrw.de

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