Die DMT sammelt alle Publikationen über die Landeshauptstadt – ob über die Kö oder Flingern-Nord.

Die Gehry-Bauten im Medienhafen sind längst ein wichtiger Teil der „Marke Düsseldorf“.  Archiv
Die Gehry-Bauten im Medienhafen sind längst ein wichtiger Teil der „Marke Düsseldorf“. Archiv

Die Gehry-Bauten im Medienhafen sind längst ein wichtiger Teil der „Marke Düsseldorf“. Archiv

Das schätzen die Gäste: Luxus auf der Kö...

...Bier-Geselligkeit in der Altstadt...

...aber auch „hippe Ecken“ wie Flingern.

Schaller, Bild 1 von 4

Die Gehry-Bauten im Medienhafen sind längst ein wichtiger Teil der „Marke Düsseldorf“. Archiv

Düsseldorf. Düsseldorf ist buchstäblich in aller Munde. Sogar in dem ungarischen Kochbuch „Bereznay Tamás“ ist speziell der Landeshauptstadt ein Dutzend Seiten gewidmet. Kleiner Schönheitsfehler zwischen den atmosphärischen Illustrationen zu Muscheln Rheinischer Art, Altbieratmosphäre im Uerige, „Killepitschnek“ auf einem Tresen, Rheinufer mit Schlossturm, Kö und Gehry-Bauten: der „Kölni Dóm“.

Philipp Laferi, Pressesprecher von Düsseldorf Marketing und Tourismus (DMT), ist verdutzt, als er in den Archivalien des Hauses wühlt. „Na gut“, reagiert er gelassen und gönnt den Düsseldorfer Gästen einen Ausflug in die Nachbarstadt: „Fahren Sie nach Köln, schauen Sie sich den Dom an – und kommen Sie wieder zurück nach Düsseldorf!“

Das ist die Aufgabe der DMT: Gästen aus nah und fern Düsseldorf schmackhaft zu machen. Dutzende von internationalen Journalisten rufen monatlich in den Räumen der Marketinggesellschaft an der Benrather Straße an. „Seitdem klar ist, dass Düsseldorf Ausrichter des ESC ist, kommen noch mehr Anfragen aus dem Ausland“, erläutert Laferi. Erst kürzlich klingelten die britische Rundfunkanstalt BBC an, eine Zeitung aus Malta und ein Journalistenteam aus Irland.

„Fahren Sie nach Köln, schauen Sie sich den Dom an – und kommen Sie wieder zurück nach Düsseldorf.“

Philipp Laferi, DMT-Pressesprecher

Sie wollen die Landeshauptstadt kennen lernen und dann die Eindrücke in ihren Medien veröffentlichen. „Hierfür bieten wir einen Rundumbetreuung mit verschiedenen Paketen je nach Interesse.“ Kultur, Essen, Einkaufen, Altstadt – die Geschmäcker sind ganz unterschiedlich, sagt der Marketingexperte und ergänzt: „Viele interessieren sich auch für den Flughafen.“

Die DMT archiviert und dokumentiert alle Veröffentlichungen, sofern Belegexemplare aus der weiten Welt den Weg nach Düsseldorf finden. Die Zahl und Vielfalt der ausgewerteten Publikationen mit Erwähnung der Landeshauptstadt ist bereits beträchtlich: Dazu gehören Preisrätsel mit der Verlosung von Wochenendreisen nach Düsseldorf in der deutschen Regenbogenpresse genauso wie schmucke Präsentationen in internationalen Hochglanzheften à la „First Class Magazine Barcelona“ zum Shopping auf der Königsallee.

Auch die Fachpresse wirft ein Auge auf Düsseldorf

Rainer Perry sitzt für die DMT und den Flughafen Düsseldorf als Repräsentant in New York. Er soll in Übersee vor allen Dingen für Paket- und Gruppenreisen trommeln. Mit Deutschland bringen die Amerikaner immer noch eher klassische Reiseziele wie Bayern, Berlin und Schwarzwald in Verbindung.

376 Reiseagenten und Journalisten sind bei der DMT im vergangenen Jahr als Gäste registriert worden. Darunter beispielsweise auch 17 Inder, zehn Chinesen und acht Brasilianer.

Nach Angabe des Statistischen Landesamtes sind die Zahlen der Gästeübernachtungen in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr um 11,7 Prozent gestiegen. Demnach gab es von Januar bis September 2 583 244 Übernachtungen. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 2 312 345. Zu dem Plus trugen auch viele Gäste aus dem Ausland bei: In Düsseldorf wurden hier bis September 964 821 Menschen gezählt. „Unsere Arbeit trägt natürlich einen großen Teil dazu bei“, gibt sich DMT-Sprecher Philipp Laferi selbstbewusst.

Auch die Fachpresse wirft verstärkt ein Auge auf die Metropole am Rhein: In „Device Med“, einer Publikation für Hersteller medizinischer Produkte, heißt es auf zwei Seiten: „Düsseldorf bietet beste Unterhaltung“. Zur Zielgruppe gehören Messegäste der Compamed, denen nicht nur „weltberühmte Kneipen“ in der Altstadt schmackhaft gemacht werden, sondern auch „das Düsseldorf der zweiten Reihe“: unter anderem Flingern-Nord – „ein hippes Kultur- und Einkaufsviertel“. Das schätzen laut Laferi auch die Gäste aus Übersee. „Die Ackerstraße ist offenbar bei Amerikanern besonders beliebt.“

Um den Markt in den Vereinigten Staaten zu bewerben, hat die DMT übrigens einen Mitarbeiter in New York sitzen (siehe Kasten). Das heißt allerdings nicht, dass sich die US-Medienvertreter in Deutschland nicht für ihre Landsleute umschauten. 53 Journalisten und Reiseagenten waren im vergangenen Jahr in Düsseldorf.

Den Löwenanteil haben 2010 allerdings mit 61 Berichterstattern die Russen ausgemacht. Einer ihrer Schwerpunkte bei der Reportage: Einkaufen auf der Kö. Auch die Lufthansa hat in einem ihrer Boardmagazine die Bedeutung der NRW-Metropole für die russischen Gäste gewürdigt. Wer der kyrillischen Schrift allerdings nicht mächtig ist, erkennt fast nichts. Immerhin aber so viel: Die Kultbands Kraftwerk, Warlock und Die Toten Hosen spielen in dem Artikel eine Rolle – und natürlich Prada, Versace und Co.

Und dann sind da ja noch unsere Nachbarn, die Niederländer. Für sie gab es zum Weihnachtsfest 2010 eine Ausgabe „Düsseldorfer Kerstkrant“. Und davon verstehen auch wir einiges: „Düsseldorf – een Stad gevuld met pure Gezelligheid“. Diese Geselligkeit schätzen in erster Linie aber unsere Landsleute. Laferi: „Der wichtigste Markt für uns ist Deutschland.“

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