WZ-Gespräch mit dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister Alex Warden (SPD).

Oberkassel/Heerdt:
Axel Warden steht auf der Niederkasseler Straße, einer der ruhigsten Straßen linksrheinisch.

Axel Warden steht auf der Niederkasseler Straße, einer der ruhigsten Straßen linksrheinisch.

Helga Meister

Axel Warden steht auf der Niederkasseler Straße, einer der ruhigsten Straßen linksrheinisch.

Düsseldorf. Im Linksrheinischen wachsen nicht alle Hoffnungen in den Himmel. Das Dominikus-Krankenhaus meldete Insolvenz an und wird nun von der Schön Klinik am Chiemsee auf eine solidere finanzielle Basis gestellt. Das „Papillon“ wurde als aufsehenerregender Bau gelobt, die Insolvenz konnte jedoch nicht verhindert werden. Dennoch ist das Linksrheinische heiß begehrt. Der Wuppertaler Entwickler Ferox möchte einen 111 Meter hohen Wohnturm auf einen privaten Parkplatz am Seestern setzen, obwohl die Umgebung bedeutend niedriger ist. Wir sprachen mit Alex Warden (SPD), dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister im Rathaus Oberkassel.

„Wir haben nur wenige Neubaugebiete, aber müssen Wohnraum schaffen. Eine Nachverdichtung ist notwendig. Sie darf jedoch keine intakten sozialen Strukturen aufbrechen. Es ist problematisch, in kleinen Schritten Ausnahmen von der Erhaltungssatzung in Oberkassel zu schaffen“, sagt er.

Und die Großbaustelle „Vierzig549“ auf dem ehemaligen Schieß-Gelände, wo bis zu 1000 Miet- und Eigentumswohnungen, ein Einkaufszentrum und eine Kita vorgesehen sind? Ist das nicht monströs? Warden sieht es anders: „Hier gibt es keine unmittelbaren Nachbarn. Es entsteht ein Mix aus hochpreislichem und bezahlbarem Wohnen. Ärgerlich ist jedoch das eintönige Bauen. Das müsste die Stadt den Architekten sagen, denn die denken nur an die optimale Nutzung der Flächen.“

Mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn der Luegallee radeln

Mit den Neubauten in Heerdt nehmen die Verkehrsprobleme zu. Für den Handweiser hofft Warden auf die U 81, die auf der Kevelaererstraße in den bestehenden Schienenverkehr in Richtung Neuss münden soll. Er hat aber auch einen originellen, persönlichen“ Vorschlag: „Die einzige Chance für eine verträgliche Lösung des Lkw-Verkehrs sehe ich darin, beim Bau für die U 81 auch eine Unterquerung des Handweisers zu wollen. Ich halte es für unrealistisch, eine Entlastung des Handweisers über eine neue Autobahnanbindung zu schaffen, denn dazu bräuchten wir die Zustimmung der Nachbarn. So aber könnten wir mit der Bahn oder den Autos unter die Erde gehen.“

Alle klagen über die Verdichtung des Autoverkehrs. Nun macht Warden den Vorstoß, der die politischen Gegner auf die Palme bringen wird. Er setzt auf den Fahrradverkehr. Die schnelleren Radverbindungen seien ideal. Es störe lediglich, dass man auf der Luegallee noch immer keine klare Fahrrad-Lösung habe. Der Radweg auf der Fahrbahn sei eine gute Lösung. Die sollte man weiter verfolgen.

Ein „Langzeitprojekt“ sei der Belsenplatz. Einen großen Umsteigebahnhof am Ende der Luegallee verwirft er. Das wäre ein radikaler Eingriff in die Fläche im Übergang zwischen Luegallee und Hansaallee. Man sollte die Einstiegs-Situation beibehalten, aber die Wege zwischen den Bahnsteigen sicherer machen, möglicherweise sogar unterirdisch. Dann müssten die Fußgänger unter dem Belsenplatz an die andere Haltestelle gelangen.

Während derlei Probleme auch 2017 nicht zu lösen sind, freut sich Warden auf die Fertigstellung der neuen Jugendfreizeiteinrichtung „West-End“ neben der Heinrich-Heine Grundschule an der Heerdter Landstraße. Zuversichtlich ist er, dass das neue Hallenbad auf dem Grundstück der Bezirkssportanlage Pariser Straße noch Ende 2017 begonnen wird. Und positiv zu werten sei die Vergrößerung der Schulen, wie jetzt die Gemeinschaftsgrundschule in Lörick.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer