Markus Luigs steckt hinter dem Fotoblog „Düsseldorfer Perlen“. Seine Bilder zeigen seltene Ansichten der Stadt.

Markus Luigs (44) mag besonders die Stellen der Stadt, an denen sie „aufhört das zu sein, was sie so unbedingt sein will“.
Markus Luigs (44) mag besonders die Stellen der Stadt, an denen sie „aufhört das zu sein, was sie so unbedingt sein will“.

Markus Luigs (44) mag besonders die Stellen der Stadt, an denen sie „aufhört das zu sein, was sie so unbedingt sein will“.

Was wäre Düsseldorf ohne die Fortuna? Je nach Spielausgang kann man sich in der Trinkhalle an der Hammer Dorfstraße mit mehr oder weniger Alt eindecken.

Eisen Weber in der Collenbachstraße.

Yuccas am Stresemannplatz – die Momentaufnahme von Markus Luigs sieht aus wie eine Straßenszenerie in Valencia.

Luigs

Die Bude am Höherweg steht im Kontrast zur schicken Automeile.

Mit dem Foto von der Mata-Hari-Passage erregte Markus Luigs viel Aufmerksamkeit. Es bekam tausende Likes und wurde hundertfach geteilt.

Melanie Zanin, Bild 1 von 7

Markus Luigs (44) mag besonders die Stellen der Stadt, an denen sie „aufhört das zu sein, was sie so unbedingt sein will“.

Düsseldorf. Markus Luigs ist schon früh am Morgen in seinem Atelier im Zoo-Viertel. Heute ist Großkampftag, wie er sagt. Am Abend zeigt er seine Bilder in einer Galerie in Flingern, danach ist er im Stilwerk und spricht über seine Arbeit. „Das ist ja so gar nicht meins, über mich zu reden“, sagt der 44-Jährige. Luigs überlässt das lieber seiner Kamera. Auf seinen täglichen Streifzügen durch die Stadt hat er sie immer dabei. Er hat ein Auge für Stellen, die den meisten verborgen bleiben. Nicht weil sie versteckt sind, sondern weil die meisten tagtäglich an ihnen vorbeigehen und ihnen einfach keine Aufmerksamkeit schenken.

Mit seinem Fotoblog „Düsseldorfer Perlen“, den er bei Facebook führt, lässt Luigs andere an seinen Ansichten teilhaben. Die Bilder sind öffentlich zugänglich, eine Registrierung im sozialen Netzwerk nicht nötig. „Menschen, die meine Fotos sehen, verbinden ihre eigenen Erlebnisse mit ihnen. Meine Fotos sind Auslöser für Geschichten“, sagt er. „Das finde ich wahnsinnig toll.“

Durch das „Herumstromern“ hat Markus Luigs, der in Leichlingen aufwuchs und erst zum Studieren nach Düsseldorf kam, die Stadt kennengelernt. Eigentlich wollte er Fotografie studieren. „Aber ich war zu jung, zu blauäugig“, sagt er. „Ich machte Praktika bei Menschen, die den ganzen Tag Katzenfutterdosen fotografieren und stellte schnell fest, dass das nicht meine Welt ist. Ich wollte nicht mein ganzes Leben lang dicke Geschäftsführer in ihren Sesseln ablichten.“ Luigs studierte schließlich Grafikdesign.

Seinen ersten Streifzug mit Kamera durch Düsseldorf machte der 44-Jährige, als ihn ein Kundenauftrag nach Flingern führte. Es war das erste Mal, dass Luigs am Höherweg war, jenseits der Automeile. „Es war wahnsinnig heiß. Und die Hitze hat der Gegend so einen L.A.-Glamour verliehen“, erinnert er sich. Eine Stunde lang lief Luigs im feinen Zwirn schwitzend durch die Straßen, machte mehrere Fotos.

Luigs liebt diese Stellen der Stadt. „Dort ist die Stadt gerade nicht das, was sie sonst immer verkörpern will. Sie bricht. Sie hört auf, das zu sein, was sie sein möchte.“ Der Höherweg ist deshalb sein Liebling. Und zwar die Gegend, an der sich die „Girlanden-Autodealer aneinanderreihen“. Ein krasser Kontrast zur modernen und schicken Automeile, die nur einen Katzensprung entfernt ist.

Markus Luigs stellt einige seiner Bilder anlässlich des Photo-Weekends vom 3. Februar bis zum 19. März in der galerie t an der Hermannstraße 24 aus.

Die WZ zeigt weitere Fotos von Markus Luis in den kommenden Wochen in loser Folge.

Im Jahr 2014 ging er mit den „Perlen“ online, einige Wochen lang passierte wenig, erst als er ein Foto von der Mata-Hari-Passage aus seinem Archiv hervorkramte und hochlud, bekam er tausende Likes. Unter dem Bild hinterließen Facebook-Nutzer hunderte Kommentare, sie teilten ihre Erinnerungen und erzählten ihre Geschichten.

Luigs freut sich über seine lokale Bekanntheit, wehrt sich aber dagegen, seine Fotos danach auszusuchen, was anderen gefallen könnte. „Meist sind es genau die Bilder, die mir besonders gefallen, die überhaupt keine Reaktionen hervorrufen“, sagt Luigs. Ihm geht es nicht darum, die Bilder zu verkaufen. „Ich lade sie in guter Auflösung hoch. Wer sich die Bilder hinhängen will, soll das machen.“

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