Vier Wochen nach dem Schulstart hat sich an den Gymnasien einiges getan. Einige setzen bereits neue Konzepte um.

Am Georg-Büchner-Gymnasium haben sich Aminata (10) und Finja (10) gut eingelebt – auch dank des neuen Konzepts der Schule.
Am Georg-Büchner-Gymnasium haben sich Aminata (10) und Finja (10) gut eingelebt – auch dank des neuen Konzepts der Schule.

Am Georg-Büchner-Gymnasium haben sich Aminata (10) und Finja (10) gut eingelebt – auch dank des neuen Konzepts der Schule.

Melanie Zanin

Am Georg-Büchner-Gymnasium haben sich Aminata (10) und Finja (10) gut eingelebt – auch dank des neuen Konzepts der Schule.

Düsseldorf. Vor vier Wochen hat das Schuljahr begonnen, und vor allem bei den Gymnasien hat sich einiges getan: Das Jüdische Gymnasium ist neu gestartet, am Görres gibt es nach Riesen-Querelen um die Schulleiter-Besetzung einen neuen kommissarischen Leiter, das ehemalige Aufbau-Gymnasium Georg-Büchner hat erstmals Fünftklässler aufgenommen, und an der Schmiedestraße laufen die Vorbereitung für das neue Gymnasium, das im Sommer 2017 den zweiten Anlauf nehmen soll.

Das jüdische Gymnasium bekam wohl die meiste Aufmerksamkeit

Wohl am meisten Aufmerksamkeit bekam das erste Jüdische Gymnasium in NRW, das vor vier Wochen an der Theodorstraße in Rath feierlich eröffnet wurde. 40 Kinder gehen seitdem in zwei 5. Klassen und lernen von Beginn an zwei Fremdsprachen, Englisch und Hebräisch. Jüdische Religion ist am Albert-Einstein-Gymnasium ein eigenes Fach. Pavle Madzirov, der stellvertretende Schulleiter, betont jedoch, dass das Albert-Einstein-Gymnasium allen Kindern offen steht – nicht nur jüdischen. „Wir sind gut ins Schuljahr gekommen. Lehrer und Schüler fühlen sich wohl und loben die tolle Ausstattung der Schule“, sagt Madzirov. Einen Internetauftritt wird das Gymnasium in den nächsten Tagen bekommen.

An der Schmiedestraße wird zurzeit sowohl am Gebäude der auslaufenden Hauptschule als auch am Konzept des künftigen Gymnasium getüftelt: Das Gebäude wird saniert, damit im Sommer 2017 mindestens 75 Schüler einziehen können – so viele Anmeldungen werden gebraucht, damit die Schule an den Start gehen kann. In diesem Jahr hatte es nicht geklappt: Zu wenige Eltern hatten ihre Kinder angemeldet.

An der Schmiedestraße sollen die Schüler sich austoben können

Antonietta Zeoli, die künftig die Leitung des Gymnasiums Schmiedestraße übernehmen wird, ist optimistisch, dass es dieses Mal klappt. „Nun haben wir mehr Zeit, die Schule bekannt zu machen“, sagt sie. Seit Juli arbeitet ein fünfköpfiges Lehrerteam an dem Profil, das zum Alleinstellungsmerkmal werden soll. So soll an der neuen Schule die „ästhetische Bildung“ nicht zu kurz kommen: Einmal wöchentlich wird es vormittags eine „Talentschmiede“ geben, in der Schüler ihren Neigungen nachgehen können – die Bereiche Tanz, Robotertechnik oder chinesische Kalligraphie sind nur einige Beispiele.

Dazu sind Kooperationen mit dem Tanzhaus NRW oder der Kunsthalle geplant. Italienisch wird bereits als zweite Fremdsprache, Chinesisch ab Klasse acht angeboten. Den Schulstandort Oberbilk hält Zeoli für optimal: „Der Stadtteil ist künstlerisch geprägt, Altbauten sind noch erschwinglich. Viele Familien ziehen her – und wünschen sich ein Gymnasium.“

Auch am Georg-Büchner-Gymnasium hat es Veränderungen gegeben: Das ehemalige Aufbau-Gymnasium hat in diesem Jahr erstmals drei fünfte Klassen aufgenommen. Für Lehrer und Schüler bedeutet das eine Umstellung – die laut Schulleiterin Inge Schleier-Groß gut gemeistert wird. „Ich war sehr überrascht, wie gut das Miteinander der Fünftklässler und der Großen ist“, sagt sie.

Die Oberstufenschüler spielen mit den Neuankömmlingen Fußball auf dem Hof oder übernehmen Aufgaben in der Nachmittagsbetreuung. 23 Lehrer, die schon früher die Aufbau-Schüler unterrichtet haben, kümmern sich nun um die Kleinen. „Diese Lehrer haben sich freiwillig gemeldet. Darunter sind auch viele Lehrer, die lange Zeit die Oberstufenschüler gewöhnt waren und nun gewisse Lernprozesse durchmachen“, sagt Schleier-Groß.

Davon kann auch Milena aus der Klasse 5c berichten: „Unser Deutsch-Lehrer sagt immer, er muss an seiner Handschrift arbeiten.“ Auch ihre Mitschüler Max, Aminata, Finja, Florian, Emir und Alexa haben sich gut eingelebt in der Schule – obwohl sie anfangs nicht wussten, dass sie die „ersten Kleinen“ sein werden. „Aber gut so: Jetzt gibt es keine Sechstklässler, die angeben“, sagt Finja.

Ganz besonders gefällt den Kindern die Informations- und Kommunikationstechnische Grundbildung - kurz IKG. „Da lernen wir, wie wir richtig mit dem Computer und dem Handy umgehen“, sagt Alexa.

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