Eine Ausstellung über die Königlich-preußische Bürgermeisterei Heerdt erinnert an die Glanzzeit um 1900.

Die „Schöne Aussicht“, ein Prachtbau aus der Gründerzeit an der Rheinallee/ Alt Heerdt, wurde im Jahr 2002 abgerissen und durch einen Backsteinbau ersetzt. Das historische Bild wurde von Horst Surall handkoloriert und stammt aus dem Archiv des Bürgervereins Heerdt.
Die „Schöne Aussicht“, ein Prachtbau aus der Gründerzeit an der Rheinallee/ Alt Heerdt, wurde im Jahr 2002 abgerissen und durch einen Backsteinbau ersetzt. Das historische Bild wurde von Horst Surall handkoloriert und stammt aus dem Archiv des Bürgervereins Heerdt.

Die „Schöne Aussicht“, ein Prachtbau aus der Gründerzeit an der Rheinallee/ Alt Heerdt, wurde im Jahr 2002 abgerissen und durch einen Backsteinbau ersetzt. Das historische Bild wurde von Horst Surall handkoloriert und stammt aus dem Archiv des Bürgervereins Heerdt.

Jugendstilhäuser gibt es nicht nur in Oberkassel. Die Ausstellung in der Stadtsparkasse am Nikolaus-Knopp-Platz zeigt das „Rheinhaus“ (links), das Gebäude am Rhein, das heute unter Denkmalschutz steht.

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Die „Schöne Aussicht“, ein Prachtbau aus der Gründerzeit an der Rheinallee/ Alt Heerdt, wurde im Jahr 2002 abgerissen und durch einen Backsteinbau ersetzt. Das historische Bild wurde von Horst Surall handkoloriert und stammt aus dem Archiv des Bürgervereins Heerdt.

Düsseldorf. In der Stadtsparkasse am Nikolaus-Knopp-Platz zeigt der Bürgerverein Heerdt Bilder und Dokumente zur "Königlich-preußischen Bürgermeisterei Heerdt". Er erinnert damit an die gute, alte Zeit um 1900, als die schönsten Häuser in Alt Heerdt, Werftstraße und Rheinallee zu bewundern waren, allen voran das Lokal "Die Schöne Aussicht" und das "Rheinhaus" an der Rheinallee, Alt Heerdt (früher Oberstraße).

Das "Rheinhaus" sowie die Gebäude des Hafenmeisters (Alt Heerdt110) und der Bäckerei Lenzen (Alt Heerdt112) brauchen den Vergleich mit den Oberkasseler Jugendstilgebäuden nicht zu scheuen. Die Rheinnähe war stets der bevorzugte Wohnort für Betuchte.

Heerdts "Schöne Aussicht" war ursprünglich ein einfacher Bauernhof mit einem Saalbau, den Heinrich Johann Maeschig 1879 ersteigerte, mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Stallung und Scheune. Es war zugleich die Haltestelle einer elektrischen Kleinbahn.

Die Familie Maeschig baute das Gebäude um 1905 um und verwandelte es in jenen Prachtbau, den die Zeichnung von Horst Surall zeigt. Unter dem Wirt Theodor Kanzler amüsierten sich Ausflügler und Einheimische, feierten Hochzeiten und Familienfest im "Lustgarten" und im "Tanzsaal", bevölkerten den Hof und die Kegelbahn. Zugleich genossen sie das Rheinufer. Heute existiert nur noch das "Rheinhaus": Die "Schöne Aussicht" wurde 2005 abgerissen und durch einen Backsteinbau mit Büros und Wohnungen ersetzt.

In den Tafeln zur Ausstellung gibt Klaus Bahners vom Heerdter Bürgervereins knapp gefasste Infos zur Zeit der Eingemeindung. Er bezieht sich auf die Erinnerungen von Gisbert Knopp, Sohn des Heerdter Bürgermeisters Nikolaus Knopp.

Die Schau zur Eingemeindung von Heerdt nach Düsseldorf vor 100 Jahren wird vom Bürgerverein in der Stadtsparkasse, Nikolaus-Knopp-Platz 32, gezeigt.

Die Ausstellung ist bis Freitag zu sehen. Sie ist von 9 bis 13 und von 14 bis 16 Uhr, Mittwoch nur bis 13 Uhr, Donnerstag bis 18 Uhr im Kassenraum geöffnet.

Dabei wird ein "Streit" zwischen Nikolaus Knopp und dem Neusser Bürgermeister Franz Gielen erwähnt, der viel über die Eitelkeiten von Verwaltungsbeamten aussagt. Der Neusser Bürgermeister war Volljurist und Bürgermeister einer Stadt. Knopp hingegen stieg vom kleinen Verwaltungsangestellten zum Bürgermeister einer kleinen Landgemeinde auf. Die Standesunterschiede hätten nicht größer sein können, der Neusser beachtete den Heerdter kaum.

Neusser Bürgermeister nahm Heerdt vor der Eingemeindung nicht ernst

Das war ein Fehler für Neuss. Anfang Oktober 1908 verhandelten Heerdt und Düsseldorf über die Eingemeindung, doch erst im Dezember fragte der Neusser Beigeordnete Klein (nicht Bürgermeister Gielen) beim "Bürgermeister von Heerdt zu Oberkassel" an, wann denn Düsseldorf mit Neuss verhandeln werde. Knopp erklärte trocken, man habe die Vereinigung der Gemeinde Heerdt mit Düsseldorf längst beschlossen.

Die Neusser waren gekränkt, hatten sie sich doch keinen anderen Anschluss als an Neuss vorstellen können. Möglicherweise ist man dort noch immer pikiert. Jedenfalls erschien beim Festakt auf dem Nikolaus-Knopp-Platz zwar Bürgermeister Dieter Spindler aus Meerbusch und hielt eine humorvolle Rede, sein Kollege Herbert Napp aus Neuss glänzte jedoch durch Abwesenheit.

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