Die Schauspielerin war am Sonntag zu Gast in Düsseldorf: Ein Gespräch über ein erwachsenes Leben als Kinderstar.

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Inger Nilsson ist im vergangenen Jahr 50 Jahre alt geworden.

Inger Nilsson ist im vergangenen Jahr 50 Jahre alt geworden.

Bernd Schaller

Inger Nilsson ist im vergangenen Jahr 50 Jahre alt geworden.

Düsseldorf. Die Filme mit der rot bezopften Pippi Langstrumpf kennt wohl jedes Kind, und unverkennbar verbunden damit ist das Gesicht von Inger Nilsson alias Pippi Langstrumpf. Am Sontnagabend war die schwedische Schauspielerin (50) zu Gast im Filmmuseum, wo in diesem Monat an jedem Wochenende ausgewählte Astrid-Lindgren-Klassiker gezeigt werden. Drei Jahre lang hat die damals achtjährige Inger in den 60er Jahren die Filme mit Pippi gedreht und wurde in dieser Rolle weltberühmt.

"Das war eine wirklich tolle Zeit", erinnert sie sich an die Zeit als Kinderstar. Und doch wurde diese Rolle für sie zum Segen und Fluch zugleich. Von der Fixierung auf das sommersprossige, ewig gutgelaunte Mädchen ist sie bis heute nicht los gekommen: "Ich habe einmal eine Theater-Tournee durch Schweden gemacht und hatte dort eine Rolle, für die ich ziemlich viel fluchen musste", sagte sie. Am nächsten Tag habe in der Lokalpresse gestanden: "Solche Rollen soll Pippi nicht spielen!".

Die blonde, ruhige Schwedin, hat lange mit ihrem Schicksal als Pippi-Ikone gehadert. Doch heute hat sie sich mit der Rolle und Astrid Lindgren ausgesöhnt. "Man darf nicht vergessen, dass Pippi Generationen von Kindern viel Spaß gebracht hat und ihre selbstständige Art und ihr selbstbewusstes Auftreten Erwachsenen gegenüber sie zur beliebtesten Heldin gemacht hat." Auch heute noch seien die Abenteuer von Pippi Langstrumpf aktuell und beliebt.

Inger Nilsson ist ein eher nachdenklicher Mensch

Und was hat sie mit der ewig lustigen, selbstbewussten Pippi gemein? "Das werde ich oft gefragt, aber ich bin ein eher nachdenklicher Mensch." Reich geworden ist sie als Pippi-Darstellerin übrigens nicht, es heißt, sie habe damals eine einmalig ausbezahlte Gage bekommen.

Nilsson ist unverheiratet und hat keine Kinder. Silke Weitendorf, die deutsche Lindgren-Verlegerin, weiß zu berichten, dass auch die Darsteller von Pippi Langstrumpfs Freunden Annika und Tommy, Par Sundberg und Maria Persson, schwer an dem Pippi-Vermächtnis zu tragen hatten: "Sie haben beide nur mit Mühe Fuß fassen können in ihrem Leben."

Inger Nilsson (geb. 1959) wurde als Achtjährige unter 5000 Mädchen für die Rolle der Pippi Langstrumpf ausgewählt.

Nach der Schule arbeitete sie als Sekretärin, wechselte dann wieder ins Schauspiel. Sie konnte aber nicht an den Erfolg der Kinderrolle anknüpfen, verdiente ihr Geld wieder als Sekretärin oder spielte an kleineren Theatern. Im Jahre 2000 stand sie für die Neuverfilmung von "Schloss Gripsholm" neben Ulrich Noethen und Heike Makatsch vor der Kamera. Zurzeit spielt sie im ZDF-Krimi "Der Kommissar und das Meer" die Gerichtsmedizinerin Ewa.

Aber die sympathische Inger Nilsson wird nun doch noch in anderen Rollen wahrgenommen: Seit drei Jahren spielt sie die Gerichtsmedizinerin Ewa in der ZDF-Krimireihe "Der Kommissar und das Meer". Sechs Folgen sind seither gesendet worden, die letzte lief gerade erst am Samstagabend. "Diese Rolle gefällt mir sehr. Da lächle ich nicht einmal. Da geht es nur um Fakten, Fakten, Fakten!"

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