2018 soll ein neues Bussystem mit fünf Linien starten: Der Metrobus.

Bisher gibt es in Düsseldorf nur wenige Busspuren wie hier an der Humboldtstraße.
Bisher gibt es in Düsseldorf nur wenige Busspuren wie hier an der Humboldtstraße.

Bisher gibt es in Düsseldorf nur wenige Busspuren wie hier an der Humboldtstraße.

Sergej Lepke

Bisher gibt es in Düsseldorf nur wenige Busspuren wie hier an der Humboldtstraße.

Düsseldorf. Die Rheinbahn will ein neuartiges Bussystem einführen: den so genannten Metrobus. Busfahrten sollen damit deutlich schneller und komfortabler werden. Nachdem Rheinbahn-Chef Michael Clausecker das Projekt im Zusammenhang mit der neuen Unternehmensstrategie im September angekündigt hatte, werden jetzt auch Details der Planung bekannt. Demnach sollen fünf vorhandene, hochfrequentierte Buslinien aufgewertet werden. Im Juni 2018 soll der Metrobus in Düsseldorf an den Start gehen.

Clausecker verspricht „ein System, bei dem Fahrgäste nicht auf den Fahrplan schauen müssen, sondern sie gehen einfach zur Haltestelle und wissen: Da kommt alle zehn Minuten ein Bus. Wenn Sie so wollen: eine Straßenbahn auf Gummirädern – zumindest was Taktung, Kapazität und Verlässlichkeit angeht.“ Das geplante Netz erstreckt sich fast über das gesamte Stadtgebiet, es besteht aus den heutigen Linien 721, 730, 737, 834 und 835.

Auf diesen Routen soll es werktags von 6 bis 21.30 Uhr einen Zehn-Minuten-Takt geben. Danach einen 20-Minuten-Takt bis 1.30 Uhr. Das sind längere Betriebszeiten als auf den meisten Straßenbahnlinien. Insgesamt wird die Kapazität auf diesen Linien (gemessen in der Einheit Nutzkilometer) um 47 Prozent erhöht.

Doch die Busse sollen nicht nur öfter und länger fahren, sondern auch schneller. „Eine Idee ist, dass der Metrobus einzelne Haltestellen auslässt“, erklärt Stefan Berchter, Projektleiter des Rheinbahn-Strategieprojektes. Das geht, weil auf vielen Streckenabschnitten andere Linien parallel verkehren, so dass weiterhin jede Haltestelle bedient würde.

Die Metrobusse sollen nicht an allen Stationen halten

Ein Beispiel: Nach dem bisherigen Konzept (das freilich noch nicht endgültig ist, sondern weiterentwickelt wird) soll die Buslinie 835 als Metrobus nicht mehr an den Stationen „Barmer Straße“, „Herzogstraße“, „Merowinger Straße“, „Chlodwigstraße“ und „Universität West“ halten. Diese würden künftig nur noch von der auf diesem Abschnitt parallel verlaufenden Linie 836 bedient.

Doch es gibt noch weitere Ideen, um die Busse schneller durch die Stadt zu lotsen. Ähnlich wie bei den Straßenbahnen sollen bestimmte Ampelanlagen künftig so gesteuert werden, dass Busse – wenn sie denn die Kreuzung erreichen – bevorzugt „Grün“ bekommen.

Ein weiterer Wunsch der Rheinbahn wäre es, mehr Busspuren zu bekommen, also Fahrstreifen, die für Busse reserviert sind (siehe Foto oben). In anderen Städten ist das gang und gäbe, in Düsseldorf sind alle Busspuren zusammen nicht einmal drei Kilometer lang. Aber da muss die Stadt mitspielen – und in vielen Straßen dürfte es einfach nicht genug Platz geben.

So oder so: Der Metrobus soll der Rheinbahn viele neue Fahrgäste bringen. 5,3 Millionen im Jahr sollen es sein. Und Clausecker ist überzeugt davon, dass das klappt: „Das ist ein bewährtes Konzept, das in Städten wie Hamburg, München und Berlin am meisten zusätzliche Fahrgäste gebracht hat in den vorigen Jahren.“

Und Clausecker hat noch mehr Ideen: So schlägt er vor, Busspuren auf den Standstreifen der Autobahnen einzurichten.

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