Fotokünstler Hartmut Bühler zeigt in einer Bildserie schmerzgeplagte Instrumentalisten.

Fotokünstler Hartmut Bühler zeigt in einer Bildserie schmerzgeplagte Instrumentalisten.
Die Bilder der Musiker sind in einem kleinen Fotostudio in der Uniklinik entstanden.

Die Bilder der Musiker sind in einem kleinen Fotostudio in der Uniklinik entstanden.

Hartmut Bühler

Die Bilder der Musiker sind in einem kleinen Fotostudio in der Uniklinik entstanden.

Musik tut oft gut. Das Musizieren kann hingegen wehtun, vor allem, wenn es professionell praktiziert wird. Denn Voraussetzung für die entsprechende Perfektion ist dauerhaftes Üben. Das geht manchmal an die physische Substanz der Musiker.

An der Düsseldorfer Uniklinik gibt es seit einigen Jahren eine einschlägige Musikerambulanz. Und nun hat der Düsseldorfer Fotokünstler Hartmut Bühler eine ganze Bilderserie produziert, die Beschwerden der Musiker fotografisch einfängt.

Berufsunfähigkeit ist unter Musikern ein Tabuthema

„Leiden schafft Musik“ heißt die Kollektion, die noch bis zum 9. November im Haus der Universität am Schadowplatz zu sehen ist. „Meine Bilder sind eine Annäherung an das in Musikerkreisen kursierende Tabuthema ‚Alptraum Berufsunfähigkeit’“, sagt Hartmut Bühler über die Idee seiner jüngsten Fotoreihe. Die Motivation, das Thema fotografisch einzufangen habe er bereits 2014 gehabt, berichtet der Künstler. „Es dauerte aber drei Jahre Überzeugungsarbeit bis die Ausstellung endlich stattfinden konnte.“

Mit geholfen hätten die Robert-Schumann-Hochschule und der Musikprofessor Thomas Leander, erzählt Bühler. Schließlich konnte im 10. Stockwerk der MNR-Klinik des Uniklinikums an der Moorenstraße ein kleines Tageslichtfotostudio aufgebaut werden, um parallel oder nach diversen Therapiesitzungen Patienten und Ärzte der Musikermedizin zu fotografieren. „Selbstverständlich lassen sich einzelne Symptome nur unzureichend im Foto darstellen“, räumt Bühler ein, und bei individuellen körperlichen und seelischen Schmerzen ginge das schon gar nicht.

Beim Blick auf die Bilder kann man erkennen, dass dauerhaftes Musizieren den menschlichen Körper belastet: Bänder Sehnen, Gelenke und bei Holz- und Blechbläsern auch die Lippen. Vom Gruppendruck im Orchester können Psychologen ein Lied singen, bei denen oft Orchestermusiker auf der Matte stehen. Freilich lassen sich die damit einhergehenden Leiden kaum fotografisch festhalten.

In der interdisziplinären Ambulanz für Musikermedizin im Universitätsklinikum werden betroffene Musiker, die an komplexen Beschwerden leiden, oft an einem einzigen Tag geplant mit mehreren Ambulanzen vernetzt, meist mit der neurologischen, handchirurgischen, orthopädischen oder der HNO-Ambulanz. Durch diese überaus enge Zusammenarbeit der Experten soll es dann schon früh zur Stellung der korrekten Diagnose und zur Einleitung eines Therapieplans kommen. Schon seit 2012 gibt es diese spezialisierte medizinische Anlaufstelle.

Neu hingegen ist die Fotoausstellung im Foyer des Hauses der Universität. Die Schau vermittelt dem Besucher am Schadowplatz ein erstes Gefühl für die Belastungen, denen Profimusiker ausgesetzt sind.

hdu.hhu.de

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