Vensa D. und Tomislav P. stahlen einem Händler Juwelen für 600 000 Euro.

Eins der Schmuckstücke, die noch immer nicht aufgetaucht sind.
Eins der Schmuckstücke, die noch immer nicht aufgetaucht sind.

Eins der Schmuckstücke, die noch immer nicht aufgetaucht sind.

Eins der Schmuckstücke, die noch immer nicht aufgetaucht sind.

Düsseldorf. Die mutmaßlichen Schmuckräuber von der Kö sitzen in Untersuchungshaft: Eine 34-jährige Frau aus Gelsenkirchen und ein 44-Jähriger aus Herne sollen am 10. Dezember einen Antiquitätenhändler aus Stuttgart in das Interconti-Hotel gelockt und ihm schließlich vor der Tür Schmuck im Wert von rund 600 000 Euro geraubt haben. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass es sich bei den Festgenommenen nur um Handlanger handelt.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler hatte die Tätergruppe bereits seit dem Herbst 2008 Kontakt zu dem 67-jährigen Händler. Dieser lief wohl über den Kopf der Bande, der sich als interessierter Schmuckkäufer ausgab. Bei einem ersten Treffen mit dessen angeblichen Sohn in Düsseldorf sollte der Verkauf der Juwelen auf offener Straße über die Bühne gehen - der Händler roch Lunte und ließ das Geschäft platzen.

Die Anwendung von Gewalt war wohl nicht Teil des Plans

Doch der Kontakt riss nicht ab. Bei der Tat im Dezember ging die Gruppe dann behutsamer vor. Vesna D. sollte als "Schwiegertochter" des Käufers das Vertrauen des Stuttgarters gewinnen. Man traf sich im noblen Fünf-Sterne-Hotel an der Kö. Nach einem Verkaufsgespräch lockte die 34-Jährige ihr Opfer vor die Tür, um die Juwelen ihrem Fahrer zu zeigen und von ihm das Geld entgegenzunehmen.

Als der Fahrer - der 44-jährige Tomislav P. - allerdings den Schmuck zur angeblichen Überprüfung im Auto hatte und das Geld noch nicht übergeben war, wurde dem Händler offenbar mulmig. Laut Chefermittler Ingo Becker war dies wohl der Wendepunkt: Denn der 67-jährige Stuttgarter griff in das Auto, um den Schmuck zu greifen. Tomislav P. warf ihm noch vorbereitete Geldumschläge zu - in denen sich hinter dem ersten 500-Euro-Schein allerdings nur Chili-Schokoladentafeln befanden. Doch der Händler ließ nicht ab. Da gab der Fahrer Gas. Becker: "Der Verkäufer wurde mehrere Meter mitgeschleift, stürzte und brach sich mehrere Rippen."

Die Anwendung von Gewalt, da ist die Polizei sicher, war nicht Teil des Plans. Denn so wurde eine Fahndung ausgelöst, die Täter mussten das Auto abstellen - es wurde noch am Nachmittag in Golzheim gefunden. Wie sich jetzt herausstellte, suchte das Räuberduo Zuflucht in einem Bürogebäude unter dem Vorwand einer Autopanne. Dort holte sie ein Komplize ab.

Das Auto - ein schwarzer Audi A8 - gehört dem 19-jährigen Sohn von Tomislav P., der Wagen führte die Ermittler schnell auf dessen Spur. Der arbeitssuchende Lackierer und die dreifache Mutter Vesna D. sind offenbar Bekannte - sie wurde von dem Antiquitätenhändler auf Fotos identifiziert, zudem stimmten ihre Fingerabdrücke mit denen am Tatort überein.

Am Mittwoch wurden Vesna D. und Tomislav P. in ihren Wohnungen festgenommen und sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Die 34-Jährige hat ihre Beteiligung an der Tat gestanden, P. bestreitet, sie überhaupt zu kennen. Die Polizei geht ohnehin davon aus, dass die beiden nicht Planer des Coups waren. Die Hintermänner könnten zudem für weitere ähnliche Taten in Frage kommen. Auf Vesna D. und Tomislav P. kommt nun eine Anklage wegen Raubes zu - und eine Strafe zwischen einem und 15 Jahren.

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