In Düsseldorf an der Betreuung in Kindertagesstätten herumzumäkeln, wirkt zunächst einmal kleinkariert. Denn während in vielen anderen Städten Kitas geschlossen und zusammengelegt werden müssen und die Gebühren für die Eltern steigen, geschieht hier das Gegenteil: Neue Kindergärten öffnen und die Eltern zahlen nichts mehr für die Betreuung ihrer Kinder - wenn die mindestens drei Jahre alt sind. Hinweise auf hier und da fehlendes Personal erscheinen da als unangemessene Luxussorgen: Denen geht’s wohl zu gut, werden sich viele Duisburger, Wuppertaler oder Kölner Eltern denken.

Doch so einfach liegen die Dinge nicht. Eltern haben ein Recht auf eine zuverlässige und gute Betreuung ihrer Kinder - auch wenn sie dafür nichts zahlen müssen. Beides freilich ist nur gewährleistet, wenn man genügend qualifizierte Erzieherinnen beschäftigt, wenn Krankheitsfälle (oder ein Streik!) nicht gleich zur Schließung einer Kita führen und die berufstätigen Eltern sehen können, wo sie und ihr Kind bleiben.

Ansonsten gilt auch hier das Sprichwort: Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer wie Düsseldorf die Plätze für unter Dreijährige massiv ausbaut, was vollkommen richtig ist, der muss auch dafür sorgen, dass der Betrieb im Alltag darauf ausgerichtet wird. Konkret heißt das: Weil die Kleinsten mehr Nähe und Betreuung benötigen, benötigen die Kitas mehr Erzieherinnen, zumal sie ja die größeren Kinder nicht mehr nur "bespielen", sondern auch pädagogisch sinnvoll auf die Grundschule vorbereiten sollen. Und dieser Bedarf wird sich in Zukunft noch erhöhen.

Richtig ist allerdings, dass die Stadt Düsseldorf hier schon viel unternimmt, um eine Kinderbetreuung auf hohem Niveau anzubieten. Hingegen zeigt sich erneut, dass das Land sein Kinderbildungsgesetz 2007 an mancher Stelle trotz Nachbesserungen schlampig gestrickt hat - etwa bei der Abrechnung über Kopf-Pauschalen oder beim Stellenbudget.

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