Die Schule erfährt viel Zuspruch. Aber das war nicht immer so.

Die Leiterin erfährt viel Zuspruch. Aber das war nicht immer so.
Regine Brochhagen-Klein ist seit 2006 Schulleiterin der Joseph-Beuys-Gesamtschule.

Regine Brochhagen-Klein ist seit 2006 Schulleiterin der Joseph-Beuys-Gesamtschule.

Sergej Lepke

Regine Brochhagen-Klein ist seit 2006 Schulleiterin der Joseph-Beuys-Gesamtschule.

Düsseldorf. Die Joseph-Beuys-Gesamtschule feiert am Freitag ihr 25-jähriges Bestehen. Die WZ sprach mit Schulleiterin Regine Brochhagen-Klein über die Anfänge, die Rolle der Gesamtschule und die Herausforderungen.

Frau Brochhagen-Klein, als die Schule 1992 als vierte Gesamtschule an den Start ging, wie war die Schullandschaft aufgestellt?

Brochhagen-Kein: Damals war ich noch nicht Schulleiterin und weiß es deshalb nicht aus erster Hand. Aber es wurde damals gesagt, dass die Schulgründung eine schwere Geburt gewesen sei. Eine vierte Gesamtschule war offenbar nicht so erwünscht, die Schulform an sich nicht so akzeptiert.

Und das ist heute anders?

Brochhagen-Klein: Ja, definitiv. Der Zuspruch der Eltern ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Das beweisen auch die steigenden Anmeldezahlen. Wir müssen jedes Schuljahr sogar Schülererinnen und Schüler ablehnen.

Was schätzen Eltern an der Schulform?

Brochhagen-Klein: Bei uns gibt es kein Aussortieren. Wir fühlen uns für den Schüler ab der Klasse 5 bis zum Schulabschluss verantwortlich. Unsere Schüler wertschätzen auch, dass sie bei uns insgesamt 13 Jahre bis zum Abitur haben – wie alle Gesamtschulen in NRW bieten wir G9.

Herrscht unter den Gesamtschulen Konkurrenzdruck?

Brochhagen-Klein: Nein, im Gegenteil. Wir Schulleiter ziehen an einem Strang. Natürlich: Jede Schule für sich möchte sehr gute Arbeit leisten, aber Konkurrenz kommt schon deshalb nicht auf, weil sich die jeweiligen Schulprofile stark voneinander unterscheiden.

Wodurch zeichnet sich denn die Joseph-Beuys-Schule aus?

Brochhagen-Klein: Wie der Name der Schule schon sagt, legen wir sehr viel Wert auf einen musisch-künstlerischen Zweig. 2005 haben wir beispielsweise das Bläserklassenkonzept eingeführt, bei dem jedes Kind ohne Vorkenntnisse lernt, ein Blasinstrument zu spielen. Auch das Thema Darstellen und Gestalten ist uns wichtig: Bei einer jährlichen Präsentation, der „Schaubühne“, zeigen die Schüler, was sie in diesem Wahlpflichtfach ab Klasse 6 erarbeitet haben. Einen Schwerpunkt setzen wir auch hinsichtlich Verantwortungsbewusstsein, Zivilcourage, Respekt und Toleranz: Jeder Schüler ab Klasse 8 führt ein Ehrenamt in der Schule aus. Er lernt, nicht nur für sich, sondern auch für andere Verantwortung zu übernehmen.

Mit welchen Herausforderungen hat es die Schule aktuell zu tun?

Brochhagen-Klein: In den vergangenen zehn Jahren sind viele Dinge auf die Schulen zugekommen: Inklusion, Umgang mit Seiteneinsteigern. Nur mit einem engagierten Kollegium können wir diese Herausforderungen meistern. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wie feiern Sie den 25. Geburtstag?

Brochhagen-Klein: Mit einer Jubelfeier, zu der auch der Oberbürgermeister kommt. Das Bläserensemble spielt und der „Ghandi-Preis für Zivilcourage und gewaltfreie Veränderung“ wird verliehen. Damit werden seit 1998 Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Joseph-Beuys-Gesamtschule ausgezeichnet, die zivilcouragiert gehandelt haben.

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