Erdrosselt wurde die Millionärswitwe Yuri Röhrig im Jahr 2000. Der Staatsanwalt glaubt, den Täter zu kennen. Moderne Technik soll ihn jetzt überführen.

In diesem Haus im Zooviertel wurde die 87-Jährige ermordet.
In diesem Haus im Zooviertel wurde die 87-Jährige ermordet.

In diesem Haus im Zooviertel wurde die 87-Jährige ermordet.

Millionärswitwe Yuri Röhrig starb im Oktober 2000.

Dieter Knopp, Bild 1 von 2

In diesem Haus im Zooviertel wurde die 87-Jährige ermordet.

Düsseldorf. Yuri Röhrig war 87 Jahre alt, als sie im Oktober 2000 starb. Stranguliert mit einem Kabel. Die Millionärswitwe lag tot in ihrem Haus im schicken Zooviertel an der Graf-Recke-Straße. Staatsanwalt Ralf Herrenbrück ist seit Jahren sicher, den Täter zu kennen. Und er hofft jetzt auf die moderne Technik, um diesen endlich zu überführen.

Der Verdacht fiel schnell auf einen damals 29-Jährigen, der für Röhrig öfters Handwerkerarbeiten im Haus erledigte. "Sie hatte einen ganzen Stab solcher Jungs", sagt Herrenbrück. Auf die Spur dieses Arbeiters brachten ihn mehrere Indizien: Der Mann gab an, sich vor Röhrigs Tod noch Geld für seine Tätigkeit bei ihr abgeholt zu haben, sein Handy wurde am Haus geortet.

Die 87-Jährige indes hatte Bekannten zuvor erzählt, ihn nicht bezahlen zu wollen, weil sie mit seiner Arbeit unzufrieden gewesen sei. Dennoch zahlte er kurze Zeit nach dem Mord Mietschulden zurück - das Geld hatte er angeblich aus anderen Aufträgen, was er allerdings nicht beweisen konnte.

Auch wurde die DNA des damals 29-Jährigen an dem Kabel gefunden, mit dem Yuri Röhrig erdrosselt wurde - er behauptete, er hätte es wohl bei Arbeiten im Haus angefasst. "Es passt sehr viel", sagt Herrenbrück.

Nur ein Mosaikstein stört das Bild: Unter den Fingernägeln der Toten wurde die DNA einer Frau gefunden. Sie gehörte keiner von Röhrigs Verwandten oder Freundinnen - jede weibliche Person in ihrem Umfeld wurde überprüft. Und so lange nicht geklärt ist, wer diese Unbekannte ist und ob sie als Mörderin ausscheidet, reicht die Beweislage nicht für eine Anklage des Gelegenheitsarbeiters aus.

Auf ein Geständnis des Verdächtigen will Herrenbrück nicht hoffen. Zwar habe er einmal vor Jahren betrunken bei der Polizei angerufen und offenbar angedeutet, gestehen zu wollen. Als die Beamten allerdings bei ihm eintrafen, so Herrenbrück, hatte er es sich schon wieder anders überlegt.

Der Staatsanwalt setzt deshalb auf den Fortschritt: Mit neuesten Methoden will er die Asservate von damals wieder analysieren lassen. "Darunter sind Gegenstände, die der Verdächtige auf keinen Fall bei seiner Tätigkeit im Haus angefasst haben kann", sagt Herrenbrück.

Wird seine DNA dennoch auf den Asservaten nachgewiesen, könnte eine Anklage in greifbare Nähe rücken - trotz der DNA-Spuren der unbekannten Frau.

 

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