Weil abends zu wenige Kunden in das Bilker Center kommen, wurden die Öffnungszeiten auf 20 Uhr beschnitten. Freitags und samstags ist aber noch bis 21.30 Uhr geöffnet.

Düsseldorf. In der Radiowerbung lassen sich die Düsseldorf Arcaden in Bilk als längstes Shoppingvergnügen der Stadt bezeichnen. Bisher waren die Geschäfte bis 21.30 Uhr geöffnet. Damit ist jetzt Schluss. Montags bis donnerstags schließen sie neuerdings um 20 Uhr - zum Missvergnügen mancher Kunden.

Sebastian Reinhold ist am Mittwochabend gegen 20.15 Uhr aus Neuss gekommen. Beim Elektromarkt stand er vor geschlossenen Türen und füttert nun ärgerlich den Parkscheinautomaten: "Die hätten wenigstens an der Parkhauseinfahrt über die neuen Zeiten informieren können."

"Die langen Öffnungszeiten galten nur für die Eröffnungsphase. Zum Jahreswechsel haben wir sie angepasst", erklärt der stellvertretende Centermanager Christian Zimmermann. Immerhin haben die Geschäfte freitags und samstags wie gehabt bis 21.30 Uhr geöffnet.

Die Mieter haben die neuen Öffnungszeiten gefordert

Den Ausschlag für die Änderung hat aber wohl eher gegeben, dass viele Center-Geschäftsleute deutlich weniger Umsatz machen, als ihnen in Aussicht gestellt worden ist. Ein Geschäftsmann, der anonym bleiben möchte, sagt: "Bei der Mieterversammlung vor Weihnachten haben viele darauf gedrungen, die Öffnungszeiten zu verkürzen, weil abends zu wenige Kunden kommen." Die Entscheidung habe aber nicht die Versammlung getroffen, sondern das Center-Management mit der sechsköpfigen Center-Werbegemeinschaft. In den Arcaden gibt es 120 Geschäfte.

Der Großmieter und MediaMarkt-Geschäftsführer Max Klöser sagt: "Wir tragen die Entscheidung mit und freuen uns natürlich über die langen Öffnungszeiten am Wochenende." Wie sich der Umsatz entwickelt hat, kommentiert er nicht. Der Filialleiter eines Modegeschäfts sagt: "Ich bin hier sehr zufrieden. Wir sind zwar noch nicht am Umsatzziel angelangt, aber ein Center braucht Zeit, sich zu entwickeln - nach meiner Erfahrung bis zu zwei Jahre."

Als die Düsseldorf Arcaden Ende September eröffnet worden waren, zählte das Center-Management allein in der ersten Woche rund 400 000 Besucher.

Dass der Besucheransturm nicht ewig dauern würde, war klar. Center-Manager Christian Zimmermann zählte Mitte Dezember 20 000 Besucher an einem durchschnittlichen Wochentag und rund 40 000 an einem Vorweihnachtssamstag.

Offenbar ziehen die Arcaden, anders als vor der Eröffnung von Kritikern befürchtet, keine Kundenmassen aus der Umgebung ab. Michael Rüscher, Referent für Handel und Stadtmarketing der Industrie- und Handelskammer (IHK), sagt: "Bisher habe ich keine Klagen der Werbegemeinschaften von Ober- und Unterbilk vernommen, dass die Arcaden den Stadtteil-Geschäften Kunden abspenstig machten."

Die Anwohner haben sich mit den Arcaden arrangiert. Kai Hermanns ist sogar fast ein Fan: "Auf der Kö und in der Altstadt finde ich mich nicht zurecht."

Petra Widder und Andrea Schulz sind pragmatisch: Den täglichen Bedarf decken sie in den gewohnten Geschäften an der Friedrichstraße und auf dem Kirchplatz, zum Shoppen nutzen sie die Arcaden. Hauptsache, diese haben freitags und samstags noch bis 21.30 Uhr geöffnet.

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