Die Igedo hat die Modemesse CPD beerdigt, will aber mit der „CPD Signatures“ neu anfangen. Jetzt konzentriert sie sich auf jüngere Mode.

Verena Malta organisiert die Luxusmode-Messe „Supreme“ in Düsseldorf.
Verena Malta organisiert die Luxusmode-Messe „Supreme“ in Düsseldorf.

Verena Malta organisiert die Luxusmode-Messe „Supreme“ in Düsseldorf.

Mirjam Dietz will die „CPD Signatures“ jung und individuell machen.

PR-Frau Margit Jandali: Düsseldorf muss sich eine Nische suchen.

Opulente Modenschauen wie einst wird es auf der CPD Signatures nicht geben. Dafür kleine Shows in den Hallen.

Bild 1 von 4

Verena Malta organisiert die Luxusmode-Messe „Supreme“ in Düsseldorf.

Düsseldorf. Die Collection Premiere Düsseldorf (CPD) ist tot. Abgesagt – nach jahrelangem Schrumpfen. Und doch wird die Igedo Company vom 6. bis 8. Februar eine Modemesse in Düsseldorf veranstalten: die neue „CPD Signatures“. „Nach der Messe im Juli haben wir uns eingeschlossen und am Reißbrett eine komplett neue Veranstaltung geplant“, sagt Mirjam Dietz, Igedo-Geschäftsführerin für den Bereich Mode. Die neue Messe soll vor allem jünger und internationaler werden.

450 Marken will die Igedo präsentieren. Immerhin: 30 Prozent von ihnen sind Neuaussteller, die sich auf der CPD nie zeigten. Indes hat der Neuaufang den Makel, dass nach wie vor die CPD im Namen auftaucht und die Messe nach wie vor auf dem Messegelände stattfindet – in jetzt nur noch zwei Hallen.

Aus guten Gründen, sagt Mirjam Dietz. „Je weiter man sich von Düsseldorf entfernt, umso bekannter sind die drei Buchstaben CPD. Und umso unbeschädigter.“ Zudem habe sie in ganz Düsseldorf keinen Projektentwickler gefunden, der ihr 15 000 Quadratmeter Nettofläche habe anbieten können.

Igedo buhlt um junge Marken, die für Berlin nicht abgefahren genug sind

Dass eine besondere Location zieht, hat hingegen Verena Malta von der Munichfashion Company festgestellt. Die Münchener Messeveranstalterin zeigt bei der Düsseldorfer „Supreme“ vom 4. bis 9. Februar Luxusmode im Sky Office, dem neuen Glasturm am Kennedydamm. 115 Kollektionen waren es bei der Premiere im Juli, jetzt sind es 230. Die neue Messe kommt offenbar an. Auch, so glaubt Verena Malta, weil Labels wie Michalsky, Miramirage und Almost Famous London gerade nicht in Messehallen wollen.

Dennoch sagt sie: „Wir wollen, dass die CPD als Plattform erhalten bleibt.“ Für junge, kommerzielle Marken, die nicht abgefahren genug für eine Berliner Streetweare-Messe Bread & Butter sind, sei die CPD die einzige Möglichkeit, sich zu präsentieren. „So hat die Messe vielleicht eine Chance“, glaubt Malta.

In der Tat sind es jene Marken, um die die Igedo buhlt. Madonna etwa, His und Firetrap werden am ersten Februarwochenende ausstellen, daneben avantgardistische Designer wie Yuta Pasch und internationale Labels wie Hebbeding, Desperado London und Manuela Conti.

Der richtige Weg, glaubt Margit Jandali, die selbst einst die Igedo führte und inzwischen erfolgreich Mode-PR in Düsseldorf macht. „Eine Messe, die alles abdeckt, ist nicht mehr Zeitgeist. Es läuft nur noch über eine Nische.“ Gerade seit es in fast jeder europäischen Hauptstadt Modemessen und ganze Fashion Weeks gebe. Das hat auch Mirjam Dietz erkannt – nicht zuletzt in den vergangenen Tagen beim Besuch der Berliner Fashion Week: „Als Düsseldorf jetzt mit Berlin in Konkurrenz zu treten, wäre fatal.“

In der Hauptstadt die Inspiration, in Düsseldorf das schnöde Geschäft

Zwar zog das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in der vergangenen Woche hämisch Bilanz, Berlin sei auch nur in Deutschland weltbekannt und im Vergleich mit den Modemetropolen gescheitert. Die PR-Schlacht innerhalb der Republik aber hat die Hauptstadt klar gewonnen. „Für diese Strahlkraft fehlt uns das Budget“, gibt Dietz freimütig zu.

Was heute für Düsseldorf als Modestandort spricht, sind die über 1000 Showrooms, das händlerstarke Umland – und eine Modemesse, die immer noch einen Termin für das Business in der Stadt setzt. In diesen Punkten sind die drei Modefrauen Malta, Jandali und Dietz einig. „Ich habe letzte Woche eine Einkäuferin des Carsch-Hauses gesprochen“, berichtete Margit Jandali. „Sie ist nach Berlin gefahren, um sich inspirieren zu lassen. Die Orders schreibt sie dann ganz in Ruhe in Düsseldorfer Showrooms.“

Der oft kritisierte späte Termin der CPD – jetzt der „CPD Signatures“ – wird so zum Rettungsanker: „Die Kollektionen sind zu diesem Zeitpunkt fertig“, erklärt Mirjam Dietz. Es kann gekauft werden. Düsseldorf ist der Marktplatz, an dem ganz unglamourös Geschäfte gemacht werden, während Berlin nach seinen inspirierenden Modepartys Zelte einrollt und am Flughafen Tempelhof feucht durchwischt.

Ob die neue CPD-Nische auf diesem Marktplatz funktioniert, muss sich jetzt zeigen. Die Themenbereiche sind immerhin ausgebucht. Und die Online-Registrierungen von Fachbesuchern liegen mit fast 2000 schon um ein Dreifaches höher als bei den vergangenen Modemessen zu diesem Zeitpunkt.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer